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Bonner SC drängt auf Entscheidung des Westfälischen Fußballverbands

Vertragsgespräche liegen auf Eis : Bonner SC drängt auf Corona-Entscheidung des Verbands

Dem Bonner SC sind die Hände gebunden. Sowohl die sportliche, wie auch die vertragliche Situation ist für den Verein und seine Spieler aktuell unklar. Marion Neunaber, sportlicher Leiter des BSC, drängt auf eine Entscheidung des Westdeutschen Fußballverbandes.

Wann und ob der Ball in dieser Saison überhaupt wieder rollt, weiß in der Fußball-Regionalliga West derzeit niemand zu sagen. Mario Neunaber, der Sportliche Leiter des Bonner SC, spricht allenfalls von einer Fünf-Prozent-Chance. Großveranstaltungen sind schließlich bis zum 31. August verboten.

Am kommenden Mittwochnachmittag steht die nächste Telefonkonferenz der Vereine mit den Vertretern des Westdeutschen Fußballverbandes (WDFV) auf dem Programm. „Wir brauchen so schnell wie möglich eine Entscheidung, die es uns ermöglicht, vernünftig planen zu können“, sagt Neunaber. Aktuell sind dem BSC-Sportdirektor die Hände gebunden. „Alle Vertragsgespräche liegen auf Eis, solange nicht klar ist, ob die Saison nun abgebrochen wird oder nicht.“ Neunaber ist sicher, dass ohne die Corona-Pandemie der eine oder andere Vertrag verlängert und erste Gespräche mit potenziellen Neuzugängen geführt worden wären. Für ihn ist klar, dass es nur mit einem Abbruch dieser Spielzeit vernünftig weitergehen kann. „Erst dann können sich alle auf die neue Spielzeit, wie immer die Liga dann auch aussehen wird, konzentrieren“, sagt der Sportliche Leiter des BSC.

„Unter den derzeitigen Umständen ist es sehr schwierig, den Spielern vernünftige Vertragsangebote zu machen“, meint Dirk Mazurkiewicz. Für den BSC-Vorstandsvorsitzenden ist trotz der ausbleibenden Zuschauereinnahmen, die sich möglicherweise auch bis in die neue Saison hinziehen könnten, „das Glas halb voll“. „Wir werden diese Situation als Verein durch- und überstehen“, sagt er. Auch wenn mit der steep GmbH einer der wichtigsten Sponsoren sein Engagement mittlerweile beendet hat (der GA berichtete), halten laut Mazurkiewicz mehr als 80 Prozent der Geldgeber dem Verein die Treue. Besonders erfreulich sei die Tatsache, dass der Hauptsponsor, die Sparkasse Köln-Bonn, bereits signalisiert habe, den Vertrag mit dem BSC verlängern zu wollen. Ganz wichtig sei zudem die Solidarität, die im Club überall zu spüren sei. Besonders beeindruckt ist Mazurkiewicz vom Verhalten der Jugendtrainer, „die allesamt auf ihre Bezüge verzichten“.

Die Sitzschalen im Bonner Sportpark bleiben vorerst leer. Ob und wann der Ball wieder rollt, ist bis jetzt noch unklar. Foto: Bonner SC

Unterm Strich wird Mario Neunaber zukünftig für die Zusammenstellung der ersten Mannschaft mit weniger Budget zurechtkommen müssen. Auf den Sportlichen Leiter des BSC kommt auch deshalb viel Überzeugungsarbeit zu. Mit Dario Schumacher, Nico Perrey, Adis Omerbasic, Aloy Ihenacho, Kelana Mahessa und Kriss Fillinger verfügen lediglich sechs Akteure über Zweijahresverträge. Im Fokus stehen deshalb Spieler aus der eigenen U19.

„Gut möglich, dass wir mehr Akteure als ursprünglich geplant aus der Jugend nach oben ziehen werden“, sagt Neunaber. Seiner Ansicht nach wird sich aufgrund von Corona zukünftig einiges ändern. „Die Vereine werden enger zusammenrücken. Das Gehaltsniveau in der Regionalliga wird sinken“, schätzt Neunaber.

Was die Saison 2020/2021 anbetrifft, kann sich Mazurkiewicz vorstellen, dass auf die Regionalligisten neue Aufgaben zukommen. „Ich rechne damit, dass wir dann auch ein Gesundheits- und Hygienekonzept vorlegen müssen. Mit dem Sportpark sind wir in dieser Hinsicht gut aufgestellt“, sagt der Vorstandsvorsitzende des BSC.