Bonner SC: Angreifer Patrick Schikowski verlässt den Verein

Regionalliga West : Angreifer Patrick Schikowski verlässt den Bonner SC

Der Bonner SC muss in der Rückrunde der Fußball-Regionalliga West auf seinen erfolgreichsten Angreifer verzichten. Patrick Schikowski verlässt den BSC auf eigenen Wunsch.

Zeit und Muße, die Hinrunde in der Fußball-Regionalliga West in Ruhe und entsprechend akribisch zu analysieren, haben die sportlich Verantwortlichen des Bonner SC nicht. Knapp vier Wochen nachdem der BSC-Vorstandsvorsitzende Dirk Mazurkiewicz den neuen BSC-Sportdirektor Mario Neunaber vorgestellt hat, muss der neue Kaderplaner einen prominenten Abgang verkünden. Patrick Schikowski, mit fünf Treffern bester Torschütze des BSC, löst seinen noch anderthalb Jahre geltenden Vertrag vorzeitig auf und verlässt Bonn noch in der Winterpause Richtung SC Verl.

Nach 17 Partien rangiert Verl auf Tabellenplatz zwei – vier Punkte hinter Rödinghausen, das bereits 19 Spiele absolviert hat. Über die fällige Ablöse vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. Kalt erwischt hat dieser Wechsel den neuen sportlichen Leiter des BSC allerdings nicht.

„Das Thema Schikowski lag schon auf dem Tisch, als ich beim BSC anfing“, sagt Neunaber. „Wir wünschen ihm alles gute. Aber Reisende soll man nicht aufhalten. Wir brauchen Spieler, die sich voll und ganz mit dem BSC identifizieren“, sagt der 37-Jährige.Neben Schikowski wird auch Innenverteidiger Babacar M’Bengue den Verein in der Winterpause verlassen.

„Wenn er einen Verein findet, kann er gehen“, erklärt Neunaber, der für Anfang kommender Woche einen weiteren Abgang ankündigte. Für die Defensive sieht der 37-Jährige dann keinen akuten Nachholbedarf – wohl aber für den Angriff. „Wir wollen die Lücke, die Schikowski hinterlässt, schnellstmöglich schließen. Dafür suchen wir einen Spieler, der in der Spitze agieren kann“, sagt der BSC-Sportdirektor.Zusätzlich steht ein flexibel einsetzbarer Offensivspieler auf der Wunschliste.

„Der oder die Akteure müssen allerdings charakterlich zur Mannschaft und natürlich auch zum Budget passen“, sagt Neunaber. Und genau da hält sich der Spielraum für den neuen sportlichen Leiter des BSC in Grenzen. „Wir müssen das finanzielle Risiko, das wir im Sommer eingegangen sind, ein Stück weit wieder einfangen“, räumt der BSC-Vorstandsvorsitzende Mazurkiewicz ein.„Wir waren uns damals einig, dass wir ein Stück weit mehr investieren wollten, um den sportlich Weg des BSC weiter zu gehen“, erklärt Mazurkiewicz.

„Was das Maß anbetrifft haben wir auf Vertrauen gesetzt, statt auf Kontrolle. Das war im Nachhinein nicht in Ordnung.“ Nach wie vor aber gelte das Ziel, den Verein in den nächsten zwei bis drei Jahren im Profifußball zu etablieren. „Wir arbeiten ein bisschen wie der SC Freiburg in der Bundesliga. Jetzt müssen wir es schaffen, diesen Job mit sportlichem Erfolg zu paaren“, sagt Mazurkiewicz, der als Dekan den Fachbereich Betriebs- und Sozialwirtschaft an der Hochschule Koblenz leitet.

„Das ist wie die Quadratur des Kreises. Denn wir wollen die sportliche Qualität des Kaders trotz der im Vergleich zu anderen Clubs eher bescheidenen Mittel nicht schmälern“, erklärt der BSC-Boss. „Aber es kann uns immer passieren, dass wir Leistungsträger verlieren.“ Deshalb sei es besonders wichtig, das Scouting zu stärken, um auf diese Weise junge Talente zu halten oder zum BSC zu locken.

„Unsere Erfolgsformel lautet: gut arbeiten und die Ruhe im Verein wahren. Danach kommt das Geld. Das zeichnet uns aus. Wir verfügen über eine gute Jugendarbeit und ein gutes Marketing. Ich bin davon überzeugt, dass wir den in der Winterpause nötigen personellen Wechsel im Kader hinbekommen werden“, sagt der Vorstandsvorsitzende.

Trotzdem tut es Mazurkiewicz für das Tandem Thorsten Nehrbauer und Mario Neunaber leid, dass sich die Leistung der sportlich Verantwortlichen derzeit noch nicht in der Tabelle wiederspiegelt. „Denn beide verfügen bereits über das Know how für das, was wir in Zukunft erreichen wollen: nämlich uns im professionellen Fußball zu etablieren.“