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Offizielle Bestätigung fehlt noch: Beierlorzer soll neuer Trainer des 1. FC Köln werden

Offizielle Bestätigung fehlt noch : Beierlorzer soll neuer Trainer des 1. FC Köln werden

Eine offizielle Bestätigung seitens des Vereins gibt es noch nicht. Jedoch steht Achim Beierlorzer nach Informationen der "Bild"-Zeitung und von "Sport Bild" als neuer Trainer des 1. FC Köln bereits fest. Die FC-Gremien müssen der Verpflichtung allerings noch zustimmen.

Der 1. FC Köln hat in dieser Saison ein Faible für spezielles Timing entwickelt. Ob gewollt, wie bei der Verkündung der Rückkehr von Torjäger Tony Modeste im großen Rahmen der 70-Jahr-Feier im November. Oder ungewollt, wie nun bei Bekanntwerden des neuen Trainers für die anstehende Saison als Bundesliga-Aufsteiger. Als die „Bild“ am Donnerstag die Meldung verbreitete, dass Achim Beierlorzer Nachfolger von Markus Anfang und Interimscoach André Pawlak bei den Geißböcken wird, war klar, dass der kommende Sonntag um eine Pointe reicher ist. Ausgerechnet wenn der FC im letzten Saisonheimspiel der 2. Fußball-Bundesliga zur großen Meisterfeier bläst, darf Beierlorzer mit seinem aktuellen Club Jahn Regensburg ab 15.30 Uhr als Gegner Spalier stehen.

Die von den Kölnern noch unbestätigte Trainer-Verpflichtung – der auf Dienstreise weilende Sportchef Armin Veh war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen – war gerade auf dem Markt, da durfte sich Dominick Drexler nach dem Vormittagstraining schon zu der Personalie äußern. „ Ich weiß es nicht und bin gespannt, wer es wird. Auf jeden Fall ist er ein sehr guter Trainer. Ich habe öfter gegen ihn gespielt, weil Kiel und Regensburg den gleichen Werdegang hatten. Wir haben viel gewonnen, das weiß er bestimmt noch“, sagte der FC-Offensivspieler. Dann lächelte er verschmitzt und fügte an: „Wir können ihm am Sonntag gleich mal zeigen, wie gut der FC ist.“

Der 51-jährige Beierlorzer zählte gleich nach der Demission von Markus Anfang und seinem Stab zum Kandidatenkreis der Nachfolger – womöglich sogar schon länger. Schon nach dem 3:1-Sieg der Kölner im Hinspiel in Regensburg gab es viel Lob für die Arbeit des Lehrers für Mathematik und Sport. Die Vita des zehn Jahre jüngeren Bruders von Ex-Bundesliga-Profi Bertram Beierlorzer (Nürnberg, Stuttgart, Bayern) lässt kaum Zweifel an seiner Qualifikation für die herausfordernde Aufgabe am Geißbockheim aufkommen.

Die Ausbildung zum Fußballlehrer absolvierte Beierlorzer 2014 als Jahrgangsbester. Danach wechselte er von der U17 seines Ex-Clubs Greuther Fürth zur U17 von RB Leipzig, fungierte in der Rückrunde 2014/15 als Interimstrainer des damaligen Zweitligisten und im Jahr danach als Co-Trainer von Ralf Rangnick. In Leipzig arbeitete der gebürtige Erlanger auch mit Frank Aehlig zusammen, der mittlerweile zum Leiter der Lizenzspielerabteilung beim 1. FC Köln aufgestiegen ist. 2017 beerbte Beierlorzer dann den nach Leverkusen abgewanderten Heiko Herrlich in Regensburg und führte den SSV Jahn als Aufsteiger in der 2. Liga gleich auf Rang fünf. Aktuell stehen die bescheidenen Mitteln arbeitenden Bayern auf Platz acht.

Was der Franke nicht vorweisen kann, ist eine lange Erfahrung als Trainer und Erfahrung als Bundesliga-Trainer. Damit fällt er unter die gleiche Kategorie wie der gescheiterte Markus Anfang, dem wie Beierlorzer der Ruf des „Systemtrainers“ vorauseilte. Als gebürtiger Kölner kannte Anfang immerhin die besonderen Gepflogenheiten der Domstadt. Beierlorzer müsste sich erst akklimatisieren – in Köln auch immer eine besondere Herausforderung.

Bevor das Gerücht um den neuen Trainer zur offiziellen Verlautbarung des Zweitliga-Meisters werden kann, muss der Gemeinsame Ausschuss der FC-Gremien der Verpflichtung noch zustimmen. Neben den Inhalten des Vertrags für Beierlorzer müsste der Ausschuss auch über die Höhe der Ablösesumme entscheiden. Um eine solche wird der FC wie bei Anfang nicht herumkommen. Achim Beierlorzer besitzt in Regensburg noch Vertrag bis 2022. Mit einer Entscheidung für Beierlorzer wäre auch Interimstrainer André Pawlak vorzeitig aus dem Rennen. „Wir setzen uns nach der Saison zusammen und reden“, hatte sich der 48-Jährige zu seinen Chancen geäußert. Dazu wird es jetzt wohl nicht mehr kommen.