Sommerrodelbahn in Altenahr: Seit 30 Jahren rauschen die Bobs ins Tal

Sommerrodelbahn in Altenahr : Seit 30 Jahren rauschen die Bobs ins Tal

Dass die Sommerrodelbahn in Altenahr in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen feiert, war am vergangenen Wochenende kaum zu übersehen. Denn zur Feier des Tages hatten die Verantwortlichen das Gelände mit gelben Helium-Ballons "beflaggt". Und jedes Kind durfte eine dieser schwebenden Geburtstagskugeln mit nach Hause nehmen.

Als die Sommerrodelbahn im Juli 1983 eröffnet wurde, zählte sie weltweit zu den drei ersten Bahnen, die mit einem tief gelegten Skilift als Aufzugssystem ausgestattet worden war. Bis dahin wurden die rollenden Schlitten mit einem normalen Skilift den Berg hinaufgezogen. Allerdings war der Baugenehmigung eine längere Auseinandersetzung in den kommunalpolitischen Gremien voraus gegangen. Bei der ersten Abstimmung im Ortsgemeinderat hatten die kleineren Parteien gegen das Projekt gestimmt, weil sie negative Folgen für die Umwelt befürchteten.

Folge: Bei Stimmengleichheit wurde der Antrag abgelehnt. Am Ende war es dem damaligen Verbandsgemeindebürgermeister Hermann Heiser und sein Vize Rudolf Lang zu verdanken, dass sich der Rat ein halbes Jahr später dann doch mehrheitlich für den Bau der Rodelbahn aussprach. Ihnen war es gelungen, die Gemeinderatsmitglieder von den positiven Auswirkungen auf den Tourismus zu überzeugen.

Seitdem haben sich alljährlich zwischen April und Oktober zahllose Besucher nach oben ziehen lassen, um mit den Bobs wieder ins Tal zu rauschen. Die Sommerrodelbahn ist ein Spaß für die ganz Familie. Neben der flotten Bobfahrt fühlen sich viele Kinder immer wieder auch zu den Kaninchen und Ziegen sowie dem kleinen Spielplatz hingezogen. Nicht minder beliebt ist das Pony-Reiten, dass seit vielen Jahren angeboten wird. "Die Sommerrodelbahn hat sicher dazu beigetragen, Altenahr weithin bekannt zu machen", ist Betreiber Eugen Dick überzeugt.

Doch rundum zufrieden mit den Gegebenheiten ist Dick dennoch nicht. So musste er vor zehn Jahren - ebenfalls wegen fehlender Baugenehmigung - eine größere Zahl von Spielgeräten wie etwa das Bungee-Trampolin und Elektro-Karts stilllegen. "Seitdem gab es drei Versuche, einen Bebauungsplan unterschiedlicher Größe zu verabschieden, der es ermöglicht hätte, Schaukeln, Elektro-Karts, Trampoline, Klettergeräte und ähnliches genehmigen zu lassen", erklärt der Betreiber. Die Bebauungsplanverfahren seien jedoch immer wieder am Verbandsgemeinderat gescheitert. Inzwischen habe der Ortsgemeinderat Altenahr das Planungsverfahren eingestellt.

"Das große Potenzial am Rande des Ballungsraums Köln/Bonn wird nicht genutzt. Familien müssen zum Phantasialand oder zum Freizeitpark am Nürburgring fahren. Auf kleine Lösungen wird verzichtet", zeigt sich Eugen Dick enttäuscht. Das trübt die Freude darüber, dass die Erfolgsgeschichte der Sommerrodelbahn seit nunmehr 30 Jahren fortgeschrieben wird.