Strecke Köln-Bonn: Zusätzliche Züge sollen für Entlastung sorgen

Strecke Köln-Bonn : Zusätzliche Züge sollen für Entlastung sorgen

Überfüllte Waggons, Verspätungen, Züge, die nur selten fahren oder gar nicht erst halten: Solche Ärgernisse kennen viele Pendler. Doch auf der Strecke Köln-Bonn gibt es nun langfristig Hoffnung auf Entlastung - zumindest während der Hauptverkehrszeit.

Denn es gibt Planungen, zwölf Fahrten der RB 48, die von Wuppertal kommend bislang im Kölner Hauptbahnhof enden, bis zum Bonner Hauptbahnhof zu verlängern.

"Die Fahrplanlage ist jetzt geprüft. Die DB-Netz hat bestätigt, dass diese zusätzlichen Fahrten realisierbar sind", sagt Oliver Krauß, CDU-Kreistagsabgeordneter aus Alfter und Vertreter des Rhein-Sieg-Kreises beim Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR). Schon jetzt müssen hier die Weichen gestellt werden für eine Entscheidung, die im Dezember 2015 realisiert werden soll.

Denn die zusätzlichen Fahrten werden zunächst ausgeschrieben, so dass sich verschiedene Verkehrsunternehmen dafür bewerben können. Die RB 48 fährt zwischen Wuppertal und Köln im Halbstundentakt, während die Strecke zwischen Köln und Bonn trotz größerer Nachfrage bislang nur im Stundentakt bedient wird.

Die Fahrzeit zwischen Köln und Bonn werde sich bei den Zusatzfahrten mit dann etwa 40 Minuten etwas verlängern, da in Brühl und in Köln-Süd Überholungen durch vorrangige Züge des Fernverkehrs in Kauf genommen werden müssten. "Nur auf diese Weise ist es möglich, die Angebotslücke zu schließen und zugleich die Zwischenstationen Roisdorf, Sechtem, Brühl und Hürth-Kalscheuren uneingeschränkt zu bedienen", erläutert Krauß.

Und noch eine weitere Möglichkeit zeichne sich in den kommenden Jahren als Lösung des Problems der überfüllten Züge zu den Stoßzeiten ab: "Ausgewählte Einzelfahrten der Mittelrheinbahn MRB 26 zwischen Remagen und Köln können in der Hauptverkehrszeit mit einer zusätzlichen Zugeinheit bedient werden", so Krauß. Es könnten zusätzliche 252 Sitzplätze angeboten werden.

Grundproblem bleibt nach Einschätzung von Oliver Krauß jedoch, dass das Schienenverkehrsnetz in der Region überlastet sei und weder aktuellen noch künftigen Anforderungen genüge. Prognosen gingen davon aus, dass allein der Güterverkehr bis zum Jahr 2025 um 55 Prozent zunehmen wird. Da die Strecke zwischen Köln und Bonn nur zweigleisig sei, komme es regelmäßig vor, dass Nahverkehrszüge auf ihrer Fahrt warten müssten, um vorrangige Züge des Güter- und Fernverkehrs vorbeizulassen.