Zehn Jahre Haft wegen Mordes

Zehn Jahre Haft wegen Mordes

Im Lohmarer Mordprozess hat das Bonner Landgericht den Angeklagten zu zehn Jahren Haft verurteilt. Das Schwurgericht wertete die Tat des 34-jährigen Angeklagten aus Rösrath, der am 1. Juni in Lohmar einen 26-jährigen Arbeitskollegen erstochen hatte, als heimtückisch.

Denn das arglose Opfer habe nicht mit dem plötzlichen und brutalen Angriff des Kollegen rechnen können. Der unter den Folgen einer massiven Drogen- und Medikamentensucht leidende 34-jährige Familienvater hatte den Kollegen abends vor dessen Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Lohmar abgepasst unter dem Vorwand, er wolle von ihm eine Playstation für seinen Sohn kaufen.

Dann, so sieht es das Gericht als erwiesen an, hat der 34-Jährige unvermittelt und mit großer Gewalt mehrfach auf sein Opfer eingestochen. Der 26-Jährige verblutete am Tatort. Das Gericht befand den Angeklagten für nur eingeschränkt schuldfähig.

Denn durch den anhaltenden Tabletten- und Drogenmissbrauch sei es bei ihm zu einer akuten Psychose gekommen. Aber trotz der Wahn-Vorstellungen, so das Gericht, sei er dennoch in der Lage gewesen, das Unrecht seiner Tat erkennen zu können. Neben der Haftstrafe ordnete das Gericht die Einweisung des Mannes in eine Entziehungsanstalt an, um dort dessen Sucht behandeln zu lassen.

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