Wolfgang Köhler kehrt Augustiner Grünen den Rücken

Wolfgang Köhler kehrt Augustiner Grünen den Rücken

Politiker erklärt seinen Austritt und behält Mandate

Sankt Augustin. (mic) 25 Jahre hat er aktiv grüne Politik im Rhein-Sieg-Kreis mitgestaltet. Jetzt ist Schluss für Wolfgang Köhler. Der ehemalige Augustiner Grünen-Fraktionschef tritt aus Enttäuschung über die Entwicklung von Bündnis 90/Die Grünen aus der Partei aus und stellt damit auch sein Amt als Sprecher des Ortsverbandes Sankt Augustin zur Verfügung.

Die Partei habe sich von der ursprünglichen Offenheit in der Diskussionskultur weit entfernt, begründet Köhler seinen Entschluss. "Abweichende Meinungen im Kreisverband sind nicht mehr willkommen", sagte Köhler. Es herrsche Missgunst und Machtkalkül vor, und Personen würden verleumdet.

Unter anderem die derzeitigen Sprecher des Kreisvorstands, Claudia Owczarczak und Ingo Steiner, macht der Augustiner dafür verantwortlich. Hart ins Gericht geht Köhler mit dem langjährigen Vorsitzenden und Chef der Kreistagsfraktion, Horst Becker. Der habe mit "Zuckerbrot und Peitsche" planvoll ein engmaschiges Netz von Unterstützern geknüpft, die sein System der Machterhaltung im Kreisverband absichern.

Leider habe sich das auch auf den Augustiner Ortsverband übertragen. "Misstrauen und Ausgrenzung beherrschen Atmosphäre und Umgang." Mit Bezug auf die Sitzungsgeldaffäre der Augustiner Grünen-Fraktion ( der GA berichtete) sagte Köhler, die gleichen Personen, die ihm noch im Februar 2008 das Vertrauen ausgesprochen hätten, hätten hinterrücks eine Gelegenheit vorbereitet, ihn zu verunglimpfen und zu beschädigen.

Unter diesen politischen Bedingungen könne er in der Partei nicht mehr arbeiten. "Das belastet meine körperliche, geistige und seelische Gesundheit. Jetzt ist es genug." Ihm angeschlossen haben sich fünf weitere Mitglieder. Seine Mandatsverpflichtungen als Stadtverordneter in Sankt Augustin und als Kreistagsabgeordneter wolle er bis Ende der laufenden Sitzungsperiode im September 2009 erfüllen.

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