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Weihnachten mit allen Sinnen - Teil 4: Hören

Weihnachten mit allen Sinnen - Teil 4: Hören

"Da geht mir das Herz auf." Stephan Pauly sagt das ohne jedwedes Pathos. Der Musiker, Trompeter und Leiter der Sinziger Turmbläser meint damit ein weihnachtliches Hörerlebnis, das sich seit 1987 am 2. Weihnachtsfeiertag um 19.30 Uhr im Sinziger Wahrzeichen, der Pfarrkirche Sankt Peter wiederholt.

Im noch abgedunkelten Mittelschiff der bedeutenden spätromanischen Basilika beginnt das Weihnachtskonzert der Sinziger Turmbläser. Hunderte Besucher im meist mehr als nur gut besuchten Gotteshaus "hören" Weihnachten. Seit der Premiere vor einem Vierteljahrhundert prägt Pauly musikalisch mit seinen Turmbläsern das Weihnachtsfest in Sinzig.

"Im voll besetzten Gotteshaus gibt es eine wundervolle Akustik", schwärmt Pauly - und schwärmen die Besucher. Es gibt Stammgäste, die bei der 25. Auflage des Konzertes auch zum 25. Mal nach Sinzig kommen. Und das, obwohl sie jenseits von Köln oder Koblenz wohnen.

Für Pauly und sein Blechblas?ensemble für Alte Musik gibt es dabei eine strikte musikalische Trennung zwischen Advent und Weihnachten und somit zwischen der adventlichen Vorbereitungszeit und dem eigentlichen Fest der Menschwerdung des Gottessohnes an Weihnachten.

Eine innere christliche Überzeugung, die sich auch im großen Spannungsbogen des Konzertes wiederfindet. "Gehörte Weihnachten", das ist bei der Programmgestaltung des Konzerts für Pauly und seine Mitstreiter - darunter Trompeter Stefan Alfter, wie Pauly von Anbeginn dabei - ein Herzensanliegen.

"Gehörtes Weihnachten" umfasst für ihn persönlich das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach, die Weihnachtshistorie von Heinrich Schütz aber auch gregorianische Gesänge oder Werke der Renaissance. Weihnachtslieder in der Adventszeit und Dauergedudel auf Weihnachtsmärkten mag der Sinziger gar nicht. Da höre man weder Advent noch Weihnachten. Wobei für ihn auch ein allzu feierlicher Advent einen musikalischen Widerspruch in sich trägt: war die Adventszeit ursprünglich doch auf Ruhe und Besinnung angelegt.

Der Sinziger Pauly hat eine ganz besondere Beziehung zur Pfarrkirche, die am 15. August 1241 geweiht wurde und sowohl historisch als auch kunsthistorisch eine überregionale Bedeutung hat: Er ist auch Vorsitzender des Kirchbauvereins.

Zum Ende des Konzerts wechselt das musikalische Programm. In der dann strahlend erleuchteten Kirche ertönt zum Abschluss immer "Tochter Zion". Wobei Musiker und Zuhörer zur Gemeinschaft werden. "Eine unglaublich dichte Atmosphäre." So empfindet es Pauly. Und den Besuchern steht meist ein Lächeln ins Gesicht geschrieben. Sie haben Weihnachten "gehört" und auf eine innige Weise musikalisch erleben dürfen. Feierlich, festlich, leicht und in der Gemeinschaft.

Das Konzert der Turmbläser findet am Montag, 26. Dezember, ab 19.30 Uhr in der Pfarrkirche Sankt Peter, Kirchplatz, statt. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.