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Wegen des Coronavirus fallen die Wachtberger Kulturwochen aus

Trotz hoher Anmeldezahl : Die Wachtberger Kulturwochen fallen aus

Bei den Wachtberger Kulturwochen gab es diesmal einen Rekord bei den Anmeldungen. Zur Enttäuschung vieler fallen sie nun wegen Corona aus. Der Kinderkulturtag im September soll allerdings stattfinden.

Eine Rekordbeteiligung hatte Organisatorin Marlies Frech bei den Anmeldungen zu den Kulturwochen zu verzeichnen. „Bisher hatten wir immer rund 50 bis 60 Veranstaltungen mit rund 300 Teilenehmern im Jahr“, so Frech. In diesem Jahr hatten sich fast doppelt so viele Maler, Bildhauer und Tänzer, Kabarettisten, Dichter und Sänger für die Wochen voller Kunst und Kultur im Ländchen angekündigt. Anstatt in der letzten Schul- und der ersten Ferienwoche eine Zeit der künstlerisch-sinnlichen Kurzweil zu genießen, steht nun Corona im Vordergrund. „Es ist unendlich traurig, dass all dieses unglaubliche Engagement der Leute in diesem Jahr nicht gezeigt werden kann. Wir müssen absagen“, sagte Frech.

Einen zeitnahen Ersatztermin zu finden ist eher unwahrscheinlich. Zu viele Open-Air-Veranstaltungen auf öffentlichen Plätzen, in Gärten und Höfen sind dabei, als dass man die Events in den eher wetterunbeständigen Herbst legen könnte. „Wir werden die Kulturwochen voraussichtlich auf das nächste Jahr verlegen müssen“, so Frech.

Keine Absage gab es bisher hingegen für den Kinderkulturtag, der in den vergangenen Jahren immer im Rahmen der Kulturwochen stattgefunden hatte. In diesem Jahr hatten die Organisatoren diesen Tag auf Anregung verschiedener Teilnehmer erstmals auf den 5. September gelegt. Wenn die Krise bis dahin überstanden ist, darf man sich an diesem Tag von 11 bis 17 Uhr also wenigstens auf einen kulturell gefüllten Tag in der Kulturscheune Hochgürtel in Züllighoven freuen.

"Wir hatten schon einen Plan"

Werner Sieburg und seine Mitstreiter Reinhold Schell und Harald Orly hätten mit ihren hübschen Pflanzgefäßen und dekorativen Eichenstelen bei den Kulturwochen in diesem Jahr Premiere gefeiert. Nun stehen sie in einer Halle vor etwa 200 produzierten Schalen und etlichen Eichenstelen. Vor einigen Jahren hatte der 70-Jährige Sieburg damit begonnen, aus Beton und weiteren Zutaten eine Masse herzustellen, die man in Formen gießen kann und anschließend 30 Tage aushärten lässt.

„Anfangs habe ich Pflanzgefäße für unseren Garten gestaltet, später auch für Freunde und Bekannte“, so Sieburg. „Unsere eigenen haben schon sechs Jahre bei Wind und Wetter draußen überstanden.“ Zugunsten der SOS-Kinderdörfer wollte er seine Werke fertig bepflanzt, zusammen mit einer Gemeinschaftsausstellung weiterer Künstler verkaufen. „Wir hatten schon einen Plan, wie wir den Garten aufteilen“, sagte Sieburg und zeigte, wo Ilona Ungers Schmucksteine, Herbert Hermanns Lampenstelen, Rita Heinrichs Tonkugeln und Barbara Kleins Stoffkunst präsentiert werden sollten. „Es ist traurig, dass das alles abgeblasen werden musste“, so Sieburg.

Auch neue und nach vielen Jahren wiederbelebte Veranstaltungsorte müssen nun ein Jahr warten, bis sie ihre Türen öffnen können. So wäre der Henseler Hof seit vielen Jahren erstmals mit einer Gemeinschaftsausstellung dabei gewesen. Außerdem siedele sich gerade eine Familie in einer ehemaligen Töpferei an der Hauptstraße in Adendorf an, die ebenfalls eine Gemeinschaftsausstellung geplant hatten. Auch in Pech hätte es erstmals eine neue Einzelausstellung in einem Privatgarten gegeben. Aufgeschoben ist jedoch nicht aufgehoben. „Das alles wollen wir im nächsten Jahr nachholen“, sagte Frech.