Kuriose Auktion

Wachtberger Feuerwehr versteigert ihre Fahrzeuge

Wachtberg. Die Wachtberger Einsatzkräfte versteigern noch bis Freitag ihr altes Gerät. Für mehr als eine Million Euro wurden drei neue Fahrzeuge angeschafft, die teilweise sogar Personal ersetzen.

Auch alte Technik vermag zu begeistern, vor allem wenn es sich dabei um ausrangiertes Feuerwehrgerät handelt. Die Erfahrung macht derzeit die Wachtberger Feuerwehr, die gerade ihren Fuhrpark erneuert. Dazu gehört: Für drei erst in der vergangenen Woche bei einem Fahrzeugbauer in Luckenwalde abgeholte, hochmoderne Einsatzfahrzeuge, werden drei alte Feuerwehrlaster ausgemustert. Genauer gesagt höchstbietend versteigert.

„Bis Freitagmorgen um 10 Uhr nehme ich noch Gebote an“, erklärt Wachtbergs Wehrleiter Markus Zettelmeyer, der sich über ein höchst reges Interesse an der Auktion freut: „Bislang hatten wir 20.000 Klicks.“ Selbst ein Gebot aus Kanada ist bei ihm eingegangen. Konkret bieten können Interessierte auf ein Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 und einen Rüstwagen der Villiper Löschgruppe in Gestalt eines Unimogs. Zudem auf ein weiteres Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 der Berkumer Löschgruppe.

Die Fahrzeuge sind 30 Jahre alt

Optisch sehen die ausrangierten Fahrzeuge zwar noch tipptop aus: Der Lack glänzt, die Aufbauten wirken wenig verschlissen und das Führerhaus macht einen gepflegten Eindruck. „Gleichwohl sind die Fahrzeuge gut 30 Jahre alt, längst abgeschrieben und entsprechen vor allem nicht mehr dem Stand der Feuerwehrtechnik“, erklärt Wehrleiter Zettelmeyer. Für viele Interessenten ist das allerdings egal, wie Markus Zettelmeyer aus Anfragen weiß. Auf den Unimog und die Löschfahrzeuge haben es Autohändler ebenso abgesehen wie private Liebhaber, die sich die Laster für Expeditionen oder zu einem Wohnmobil umrüsten.

Vor allem der Unimog, der sich in Fachkreisen ob seiner Robustheit und seiner Geländegängigkeit höchster Beliebtheit erfreut, dürften noch einiges erlösen. Allerdings warnt Zettelmeyer vor allzu großen Erwartungen angeht: „Ich rechne mit einem Betrag im unteren fünfstelligen Bereich.“ Rund 26 000 Euro habe er als Erlös im Haushalt eingestellt.

Kommt es so, macht dieses Geld allerdings nur einen Bruchteil dessen aus, was die drei neuen Fahrzeuge gekostet haben. Nämlich über eine Million Euro, erklärt der Feuerwehrchef. Für die Investition hat die Wehr drei hochmoderne Fahrzeuge bekommen, zwei Löschfahrzeuge (LF) 20 und ein Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) 10. Besonderheit an dem HLF10: „Es ist nicht nur mit Schere und Spreizer ausgerüstet, sondern auch mit einem Wassertank und einer Pumpe“, erklärt Feuerwehrsprecher Michael Ruck: „Damit ersetzt das HLF nicht nur den Rüstwagen, sondern ist zudem ein vollwertiges Löschfahrzeug.“ Stationiert ist das HLF 10 sowie ein neues LF 20 in Villip, das andere LF 20 steht in Berkum.

Die neuen Einsatzfahrzeuge sind alle baugleich

„Vielseitige Verwendung“ ist aus Sicht von Markus Zettelmeyer genau das Stichwort, unter dem die Neuanschaffungen stehen: „Alle Fahrzeuge sind so ausgerüstet, dass sie für ganz unterschiedliche Ereignisse gerüstet sind. Für Brände und Unwetterlagen ebenso wie für kleinere Einsätze im Rahmen von Technischer Hilfeleistung“, betont er. Dazu hätten die neuen Fahrzeuge unter anderem auch mehrere Pumpen an Bord und Kettensägen als Standardausrüstung, ferner ausfahrbare LED-Lichtmasten. „Aus meiner Sicht ist das gut investiertes Geld, denn diese Lichtmasten sind ein Beitrag zur Arbeitssicherheit der Kameraden im Einsatzfall“, bekräftigt Zettelmeyer.

Außerdem brauche man für den Stativaufbau Personal, das dann an anderer Stelle fehle. Alle Neuanschaffungen seien baugleich: „Damit möglichst alle Mitglieder aus den unterschiedlichen Löschgruppen auch mit jedem Fahrzeug zurechtkommen.“

Weitere Infos zu der Versteigerung der alten Fahrzeuge gibt es unter www.feuerwehr-wachtberg.de