Lokal am Henseler Hof

„Leos Bistro“ in Wachtberg schließt Ende 2019

Wachtberg-Niederbachem. Der Pächter nennt wirtschaftliche Gründe für das Aus von "Leos Bistro" in Wachtberg. Doch zwei Wachtberger Familien haben ein Konzept entwickelt, wie es weitergehen könnte.

Nach etwas mehr als drei Jahren ist Ende 2019 Schluss mit „Leos Bistro“ im Henseler Hof. Am Mittwoch bestätigte Pächter Leonhard Baukhage entsprechende GA-Informationen. „Das Ganze hat wirtschaftliche Gründe“, sagte Baukhage. Die Baustelle vor der Haustür sei nur ein Aspekt. „Die Kosten für das Objekt sind mir zu hoch.“ Mit positivem Votum des Rates im Rücken hatte die Gemeinde, der das Objekt gehört, vor Kurzem eine Pachtminderung von 200 Euro im Monat angesetzt. „Das hat auch nichts mehr geändert“, so der Gastronom, der davon sprach, eine außerordentliche Kündigung abgegeben zu haben.

Kämmerin Beate Pflaumann teilte auf Anfrage mit, dass die Verwaltung für eine der nächsten Sitzungen des Haupt- und Finanzausschusses eine Vorlage über das weitere Vorgehen anfertigen werde. „Ein möglicher Nachfolger ist der Verwaltung bisher nicht bekannt“, so Pflaumann. Im Oktober 2016 hatte der gebürtige Bonner Baukhage nach rund 15 Jahren das damalige Rathausbistro in Berkum aufgegeben und war mit vielen Ideen nach Niederbachem gewechselt. Dart, Livemusik, Brauchtum und gutbürgerliche Küche sind die Markenzeichen. Auf die Currywurst des Wachtbergers und seinen Kartoffelsalat schwören viele Stammgäste.

„Wie vom Blitz getroffen“ von den Schließungsabsichten war Andreas Wollmann, Vorsitzender der Ortsvertretung Niederbachem. Zumal er noch den langen Leerstand vor Baukhages Antritt im Kopf hat. „Allerdings gab es vorher auch einen sehr schwierigen Brauereivertrag“, sagte Wollmann. Dieser existiere zwar nicht mehr, wohl aber noch das Problem der kleinen Küche. Man müsse jetzt sorgfältig analysieren und ein Konzept erstellen, auch für den Saal, denn: „Der neue Dorfplatz bezieht den Henseler Hof mit ein.“

Anknüpfen könnten Politik und Verwaltung dann vielleicht wieder an eine Ideensammlung von zwei Wachtberger Familien. Diese hatten ihre Überlegungen im Oktober 2016 in der Ortsvertretung und auch der Verwaltung präsentiert. Allerdings hatten sie damals betont, das Konzept 2015 erarbeitet zu haben, als noch kein Pächter in Sicht war. Die Verpflichtung von Bauckhage und die Neugestaltung rund ums Gebäude waren es wohl, die das Projekt im Sande verlaufen ließen. Die Paare Petra Küper und Dirk Reber sowie Kerstin Selhausen und Jörg Höfer hatten sich drei Bausteine für den Henseler Hof überlegt: Essen und Trinken (zum Beispiel mit kleinem Dorfladen, Eissalon, Märkten), eine Kreativwerkstatt (mit Kursen rund ums Kochen, Handwerk, Sport) und Dorfleben (mit Helfern, zum Beispiel bei Einkäufen. Das Ganze als Netzwerk aus Bürgern und Verwaltung. Die Niederbachemerin Küper hat das Konzept noch nicht ad acta gelegt. Dem GA sagte sie: „Wir würden uns freuen, wenn ein Engagement aus der Bürgerschaft mit Hilfe der Gemeinde umgesetzt werden könnte.“