Zwischen Baugerüst und Bohrer

Sanierung der Versöhnungskirche in Buschhoven beginnt

SWISTTAL-BUSCHHOVEN. Ein Baugerüst bedeckt die Außenwand der Evangelischen Versöhnungskirche in Buschhoven. Und im Inneren erfüllen Bohrgeräusche das Gotteshaus. Bei näherer Betrachtung sind in Decke und Wänden kleinere Risse erkennbar.

Ohne Vorankündigung hatten sich im Herbst 2010 größere Putzstücke aus der Decke der fast 300 Jahre alten Kirche gelöst und die Orgel auf der Empore nur knapp verfehlt. Nachdem das historische Gewölbe unmittelbar nach dem Vorfall mit einer speziellen Holz-Konstruktion abgestützt wurde, beginnen nun die Sanierungsarbeiten des denkmalgeschützten Gebäudes.

Für die gesamten Bau- und Restaurierungsarbeiten hat das Bornheimer Ingenieurbüro Dominik einen umfassenden Plan erstellt: Um das historische Bauwerk wieder zu stabilisieren, werden als erstes die Außenwände gesichert. Im Laufe der Jahre hat das tonnenschwere Kirchendach sie immer weiter nach außen gedrückt. Zudem werden die Hohlräume des maroden Mauerwerks mit Mörtel aufgefüllt und Stützpfeiler integriert. Für zusätzliche Stabilität sorgt anschließend die Installation neuer Spannanker, die die Innenwände der Kirche miteinander verbinden.

In welchem Umfang das Schieferdach der Kirche saniert werden muss, ist zurzeit ungewiss. Infrage kommt sowohl ein Gesamterhalt als auch eine vollständige Erneuerung von Dachstuhl- und Gewölbekonstruktion. Auch eine Teillösung ist möglich. "Unser Ziel ist es, möglichst viel der historischen Arbeiten und Malereien zu erhalten", erklärt Axel Dominik, Inhaber des Ingenieurbüros.

Pfarrer Ernst Edelmann und Lothar Kirschbauer, Vorsitzender des Kirchbauvereins Buschhoven und der Evangelischen Kirchengemeinde Swisttal, hoffen besonders auf die Erhaltung der vier Evangelisten-Figuren, die das Deckengewölbe der Versöhnungskirche zieren.

Wie lange die Bauarbeiten andauern werden, hängt vor allem von den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln ab. Ingrid von Hagen, Schatzmeisterin des Kirchbauvereins Buschhoven, schätzt die Kosten auf etwa ein bis zwei Millionen Euro. Unterstützung erhalten der Kirchbauverein und die Kirchengemeinde bisher von der Bezirksregierung. Auch das Amt für Denkmalpflege werde sich voraussichtlich an der Finanzierung beteiligen, teilt Lothar Kirschbauer mit. Weitere Förderanträge sind bereits auf dem Weg.

Besonders freute sich Ingrid von Hagen über die Spenden der Bevölkerung bei den zahlreichen Benefizkonzerten in den vergangenen Monaten. "Das ganze Projekt ist mit sehr viel Aufwand verbunden. Es gilt, jetzt alles schrittweise abzuarbeiten", so Kirschbauer.

Die Versöhnungskirche stellt nicht nur in der evangelischen, sondern auch in der katholischen Kirchengemeinde Buschhovens einen Mittelpunkt dar. "Über zehn Konzerte und viele Hochzeiten haben in diesem Jahr in der Kirche stattgefunden", so Kirschbauer. Auch während der Bauarbeiten soll der Innenraum der Kirche bis auf Weiteres genutzt werden können. So soll der Sonntagsgottesdienst wie gewohnt stattfinden.