Mentaltrainer und Theologe

Michael Mann besucht seine Heimat Swisttal

Swisttal. Der Mentaltrainer und Theologe Michael Mann hat seine Heimat Swisttal-Morenhoven besucht. Dabei erklärte er, wie die Macht der Gedanken Wünsche wahr werden lassen kann.

Was soll es sein? Ein größeres, schöneres Haus? Der Job, in dem man endlich alle seine Talente einbringen kann? Dieses eine spezielle Auto? Wünsche sind sehr individuell. Aber – davon ist Mentaltrainer Michael Mann überzeugt – sie alle können wahr werden. Wie genau, das erzählte er in der Kirche Sankt Nikolaus in Morenhoven. Für den 46-jährigen Diplom-Theologen gilt: Die Grundlagen dazu stehen im Neuen Testament.

Morenhoven war für Mann eine Rückkehr. Er ist dort aufgewachsen, sammelte seine ersten Erfahrungen mit der Kirche als Messdiener. Das Publikum zeigte sich neugierig. Eine Besucherin hatte es schon mit Briefen ans Universum versucht, warum also nicht mit Wünschen? Ob auch alle einen Wunsch hätten, fragte er zum Einstieg. Welche das sind, blieb privat.

Dafür erzählte Mann von seinen Erfahrungen. Im Leben des Bonners scheint es geklappt zu haben: Das richtige Haus, der perfekte Job, ganz bewusst habe er es irgendwann auf die Spitze getrieben. „Ich habe mir etwas gewünscht, das unmöglich ist“, gab er zu. Er wollte in einer Messe predigen – eine Aufgabe, die in der katholischen Kirche einzig dem Priester vorbehalten ist. Und das nicht irgendwo, sondern im Kloster der schweizer Gemeinde Einsiedeln, denn er lebte damals in der Schweiz. Tatsächlich bot man ihm dort kurz darauf das neu geschaffene Amt des Gemeindeleiters an – inklusive der bisher einzigartigen Aufgabe, zu predigen.

Und wie schafft man das?

Erst einmal müssten die Wünscher sich klar sein: „Es gibt nichts, was wertvoller ist als ihr.“ Niemand würde doch sein Leben gegen Geld eintauschen. Dann gehe es um den Glauben, um die Kraft der Gedanken. „Alles ist möglich, dem, der glaubt.“ So könne man Dinge bewegen, die eigentlich unmöglich seien. „Du kannst Gott um alles bitten, du musst nur glauben, du hast es schon erhalten, dann wird es dir zuteil.“ Das habe schon Jesus den Menschen versichert. „Bittet, so wird auch gegeben“, sei unglücklich übersetzt. Im aramäischen Original gehe es nicht ums Bitten, sondern um das Einfordern eines Besitzrechtes.

Das klinge einfach, erst einmal wüssten viele aber nur, was sie nicht wollten. Stattdessen brauche man einen klaren Wunsch, der mit einer starken, positiven Emotion verbunden wird. „Das Gefühl ist der Motor, das klare Bild das Ziel.“ Freude, Liebe, Dankbarkeit seien gute Ansätze.

Auch das Selbstbild sei entscheidend. „Wer glaubt, wertvoll zu sein, wird auch so behandelt.“ Schließlich sei jeder ein Kind Gottes. Zurückhaltend brauche man da mit seinen Wünschen nicht zu sein. Und man erhält, was man aussendet. Wer Liebe wünscht, sollte Liebe geben.

So ließ Mann die Anwesenden ihre Ziele schließlich vor der inneren Leinwand betrachten. In Farben ausgemalt, erlebbar, als wäre man schon angekommen. Das sollten sie wiederholen, am besten morgens und abends, über eine paar Wochen. Kirchen böten hier übrigens alles, um in die richtige Haltung zu kommen, von Kerzenschein über ausgesuchte Farben bis hin zu Orgelmusik und Ritualen.

Mann legte den Zuhörern außerdem nahe, sich in Fantasie zu üben. „Das ist die zweitgrößte Kraft im Universum nach der Liebe.“ Dann hieße es loslassen und vertrauen. „Dein Wille geschehe“, erinnerte er an das Vaterunser.

Michael Mann kommt am 13. Juni und 7. November erneut in die Pfarrkirche Sankt Nikolaus, Swiststraße 102, in Morenhoven. Die Vorträge bauen aufeinander auf, können aber auch unabhängig voneinander besucht werden.