Kommentar zur Förderschule in Rheinbach

Mehr Zeit für jeden Schüler

Bis zum Sommer 2016 lehrte Lehrerin Susanne Evans, hier mit Florije (Mitte) und Hannah, in der Albert-Schweitzer-Schule.

Bis zum Sommer 2016 lehrte Lehrerin Susanne Evans, hier mit Florije (Mitte) und Hannah, in der Albert-Schweitzer-Schule.

Rheinbach. In Rheinbach musste im Sommer 2016 die Albert-Schweitzer-Schule schließen, weil die Mindestgrößenverordnung der NRW- Landesregierung der Förderschule Lernen angesichts der Zahl von zuletzt nur 42 Schülern keine Zukunft bescheinigte.

Für die Eltern ist es ein gutes Signal, dass die neue Landesregierung die umstrittene Verordnung gekippt hat. Selbst in Zeiten der viel diskutierten Inklusion zeigt der Schulalltag manchem Schüler und manchem Lehrer die Grenze des Machbaren auf. Viele Kinder sind in einer Förderschule schlicht besser aufgehoben. Ihr schlechtes Image tragen Förderschulen zu unrecht: Kleine Klassen und Lerngruppen, individuelle Förderung und somit das Plus an individueller Zeit sind für eine nicht geringe Zahl an Kindern genau der richtige Weg.

Ein anderes Problem, welches Förderschulen plagt, ist letztendlich die Entscheidungsfreiheit der Eltern. Die wollen schließlich lieber, dass ihr Kind eine gewöhnliche Schule besucht anstatt als Förderkind „abgestempelt“ zu werden. Doch der Schein trügt: Eltern glauben, dass ihr Kind mit Förderbedarf an einer regulären Schule den regulären Abschluss absolvieren kann. Dem ist aber nicht so: Die Regelschule kann das Förderkind ausschließlich mit dem Abschluss der Förderschule Lernen abschließen. Darum ist der Rheinbacher Vorstoß begrüßenswert, dass die Albert-Schweitzer-Schule die Schullandschaft wieder bereichern soll.