Leben an der Ortsdurchfahrt

Lärm in Rheinbach-Oberdrees ist unerträglich

Unerträglich ist für den Oberdreeser Christian Spittel der Verkehrslärm vor seinem Haus an der B266.

Unerträglich ist für den Oberdreeser Christian Spittel der Verkehrslärm vor seinem Haus an der B266.

Rheinbach-Oberdrees. Das Ehepaar Spittel wohnt an der B266 in Oberdrees und hat täglich mit dem starken Autoverkehr zu kämpfen. Teilweise kommen sie mit ihrem Auto minutenlang nicht von ihrem Grundstück auf die Straße. Mit dem Ehepaar Spittel sprach Gerda Saxler-Schmidt.

Jutta und Christian Spittel (70 und 73 Jahre alt) wohnen seit 48 Jahren in Oberdrees an der Bundesstraße. Ihr Bungalow ist nur durch den Bürgersteig von der Fahrbahn getrennt.

Wie leben Sie mit dem Verkehr und dem Lärm der Bundesstraße?

Jutta und Christian Spittel: In den Anfangsjahren war der Verkehr noch nicht so schlimm. Wir haben ab 1971 die ersten 20 Jahre auf der anderen Straßenseite gewohnt, in einem Mehrfamilienhaus. Dieses Haus stand weiter zurück und hat bis heute Garagen hin zur Bundesstraße. Die halten schon sehr viel Lärm ab.

Ist es denn nicht so, dass in Ihrem Bungalow, der direkt an der Bundesstraße steht, die Lärmsituation schlimmer ist?

Ehepaar Spittel: Den Bungalow haben wir 1983 gekauft, als das zweite Kind kam. Anfangs hatten wir nur Doppelverglasung. Da war der Lärm heftig. Nach unserem dritten Antrag hat der Landesbetrieb Straßen dann Schallschutzfenster genehmigt und bezuschusst. Das bringt sehr viel, aber nur, wenn die Fenster geschlossen sind.

Heißt das, Sie müssen auch im Sommer nachts mit geschlossenem Fenster schlafen?

Ehepaar Spittel: Ja, anders geht es nicht. Wir haben unser Schlafzimmer zur Bundesstraße hin. Da bleibt nur, die Schlafzimmertür offen zu lassen. Wenn die Fenster offen sind, ist es nicht zu ertragen.

Und wie ist es draußen im Garten zu sitzen?

Ehepaar Spittel: Wir haben die Wiese zum Glück hinter dem Haus und die Terrasse seitlich. Das ist nicht so schlimm wie im Schlafzimmer. Aber die Lärmbelästigung ist selbst dort vorhanden.

Wie ist es, wenn Sie mit Ihrem Auto aus Ihrer Einfahrt auf die Bundesstraße wollen?

Ehepaar Spittel: Wir kommen oft gar nicht raus. Besonders schlimm ist es morgens zwischen 6.30 Uhr und 9 Uhr und abends ab 15.30 Uhr bis etwa 18.30 Uhr. Und natürlich wenn auf der Autobahn Stau ist. Es kommt öfter vor, dass wir fünf bis sieben Minuten warten müssen, bis es eine Lücke gibt und wir uns einfädeln können. Das liegt auch daran, dass viele Fahrzeuge mit überhöhter Geschwindigkeit fahren. Hinzu kommt noch die Sichtbehinderung, seit ein Verteilerkasten aufgestellt wurde.

Wie erleben Sie die Situation auf der Bundesstraße, wenn aus der Autobahn Stau herrscht?

Ehepaar Spittel: Dann geht auf der Bundesstraße oft auch nichts mehr. Die Autos stauen sich durch den ganzen Ort bis zur Kreuzung an der Umgehungsstraße nach Rheinbach. Überhaupt gibt es viel mehr Lkw-Verkehr, seit die Autobahn-Maut eingeführt wurde. Seitdem versuchen die Lkw die Maut zu umfahren, und dann geht es über die Bundesstraße.