Illegale Entsorgung

Stadt Bornheim fahndet nach Umweltsündern

Bornheim. Spaziergänger entdecken regelmäßig diverse wilde Müllkippen in Bornheim. Doch die Ahndung der Verursacher ist schwierig, weil diese auf frischer Tat ertappt werden müssen.

Über mehrere wilde Müllkippen hat die Stadt Bornheim am Donnerstag informiert. Nach Mitteilung der Pressestelle hatten Spaziergänger in den vergangenen Tagen auf verschiedene Stellen im Stadtgebiet aufmerksam gemacht, an denen Umweltsünder Bauschutt, Gartenabfälle und Hausmüll einfach in der Natur abgeladen haben. Dies dürfte vor allem für die Menschen ein Schlag ins Gesicht sein, die sich am vergangenen beziehungsweise am kommenden Wochenende an der Umweltsäuberungsaktion „Bornheim putzt sich raus“ beteiligt haben und es noch tun werden. Die Aktion ist Bestandteil der Kampagne „Wir räumen den Kreis auf“ (siehe Info-Kasten). Die Stadt hofft nun auf Zeugenaussagen, um die Verursacher der Müllhaufen zu finden.

Landschaftsschutzgebiet „Eichenkamp“: Besonders dreist seien Unbekannte im Areal „Eichenkamp“ zwischen Bornheim, Sechtem und den Rheinorten vorgegangen, heißt es von der Stadt. Dort sei das Landschafts- und Wasserschutzgebiet als illegale Müllkippe missbraucht worden, indem unter anderem rund ein Dutzend bis an den Rand mit Abfall gefüllte blaue Müllsäcke abgeladen worden seien. Dabei handelt es sich vor allem um Verpackungen von Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln, also Müll, wie er üblicherweise in privaten Haushalten anfällt.

Maarpfad: „Nicht minder ärgerlich ist der Fund am Maarpfad zwischen Roisdorf und Hersel“, heißt es in der städtischen Mitteilung weiter. Auf der westlichen Seite der Autobahnunterführung hätten Unbekannte Bauschutt abgeladen. Entsorgt wurden insbesondere Styropor und Glaswolle, wie sie zur Isolierung und Dämmung von Dächern verwendet werden.

Herseler See: Auf der anderen Seite der Autobahn 555 wurden wiederum mehrere Anhängerladungen Grünabfälle entsorgt. „Auch wenn Grünabfälle die Umwelt weniger belasten als etwa Bauschutt oder Plastikmüll, ist deren wilde Entsorgung ebenso verboten“, teilt die städtische Pressestelle mit. Der aktuelle Fund erwecke den Eindruck, dass jemand, der Gartenpflegearbeiten anbiete, sich auf diese Weise der Grünabfälle entledigt habe.

Ortsausgang Bornheim: Einen weiteren Fund haben Passanten nach Angaben von Pressesprecher Rainer Schumann am nördlichen Ende von Bornheim-Ort im Bereich der Straßen Hordorfer Weg und Reuterweg gemacht. Dort sei Bauschutt direkt an einer Obstplantage abgeladen worden.

Die Stadt weist darauf hin, dass illegale Müllentsorgung, gemessen an Art und Umfang, eine Ordnungswidrigkeit oder eine Straftat ist. Je nach Menge könne dies mit einem Bußgeld von bis zu 5000 Euro geahndet werden, so die Stadt weiter. Bei größeren Abfallmengen, die in Gewässern illegal entsorgt würden, könne das Bußgeld sogar bis zu 50 000 Euro betragen. Die Verfolgung solcher Taten ist allerdings schwierig, da Verursacher quasi nie bei der illegalen Entsorgung direkt erwischt werden. Wenn Müll gefunden wird, muss er eindeutig einem Verursacher zugeordnet werden.

In diesem Zusammenhang bittet das Ordnungsamt um Hilfe aus der Bevölkerung. Möglichst genaue Beobachtungen zu den genannten oder anderen Fällen können unter 022 22/94 51 61 gemeldet werden. Außerhalb der Dienstzeiten des Ordnungsamts ist die Polizei in der Bornheimer Wache unter 02 28/15 58 11 Ansprechpartner.

Der Stadtbetrieb informiert auch online über die Entsorgung von Grünabfällen und Elektroschrott.