Bestattungen im Vorgebirge

Das verändert sich bei den Friedhöfen in Bornheim

Der Friedhof an der Erftstraße in Hersel.

Der Friedhof an der Erftstraße in Hersel.

Bornheim. Der Verwaltungsrat des Stadtbetriebs diskutiert unter anderem über eine öffentliche Nutzung der Friedhofstoiletten und die Asphaltierung von Hauptwegen. Als nächstes wäre hierbei Sechtem an der Reihe. Außerdem soll ein neues Grabfeld kommen.

Befestigte Wege, Schranken an den Eingängen und eine insektenfreundliche Bepflanzung: Der Verwaltungsrat des Stadtbetriebs Bornheim (SBB) hat in seiner Sitzung die Pläne für Veränderungen an den Bornheimer Friedhöfen vorgestellt.

Urnengemeinschaftsgrabfeld

Auf dem Friedhof in Bornheim-Ort soll der nördliche Bereich hinter der Trauerhalle zu einem neuen Grabfeld für Urnen umgestaltet werden. Bislang wurde das Areal als Lagerstätte genutzt. In der Vergangenheit hatten Unbekannte dort aber immer wieder illegal Grünabfälle abgeladen. Der Stadtbetrieb will dort nun eine naturnahe Bepflanzung und Pflege testen. Dafür soll das Gelände Anfang Juni ummodelliert werden. „Ziel ist es, dass Ende Juni die Modellierung fertig ist und eingesät wird“, sagte Ulrich Rehbann, Vorstand des SBB. Im Herbst sollen die ersten Pflanzen blühen, die einen Rückzugsort für heimische Insekten bieten sollen. Das Endergebnis wird bei einer naturnahen Pflege allerdings erst nach zwei Jahren zu sehen sein. „Naturnahe Flächen brauchen, bis sie optisch wirken“, so Rehbann. Zudem wird ein Mitarbeiter des Stadtbetriebes aus dem Bereich Grünflächenpflege – wie im Umweltausschuss vorgeschlagen – einen Lehrgang zu dem Thema „Naturnahe Gestaltung“ absolvieren. „Es ist gut, dass der Stadtbetrieb das nun zeitnah umsetzt“, sagte Bernd Marx (CDU).

Toiletten

Derzeit gibt es Überlegungen, die Toilettenanlagen auf den Friedhöfen auch für die Öffentlichkeit freizugeben. Bislang sind die WCs lediglich für die Mitarbeiter des Stadtbetriebs vorgesehen. Bei Bestattungen werden die Anlagen aber zur Verfügung gestellt. „Der Stadtbetrieb reinigt und öffnet die Toiletten vor einer Beerdigung“, erklärte Rehbann. WC-Anlagen gibt es in Bornheim-Ort, Hersel, Roisdorf, Sechtem, Walberberg und Widdig sowie auf dem neuen Friedhof in Merten. Die Reinigung, die rund 70 Euro kostet, lässt der SBB von einer externen Firma durchführen.

Für eine öffentliche Freigabe müssten die Anlagen eigentlich erst umgebaut werden, um die Vorgaben an Barrierefreiheit und Trennung zwischen Herren- und Damen-WC zu gewährleisten. Auf den Friedhöfen in Bornheim, Hersel und Waldorf sowie auf dem neuen Mertener Friedhof sind die Anlagen so beschaffen, dass ein barrierefreier Ausbau laut Stadtbetrieb zumindest denkbar wäre. An den anderen Standorten müsste dafür ein Anbau geschaffen werden. Einen möglichen Kostenrahmen konnte der SBB nicht beziffern, eine Schätzung müsste ein externer Fachplaner vornehmen.

Alternativ könnten komplette Toilettenanlagen aufgestellt werden. Nach diesem Prinzip hatte die Stadt Köln seit 2013 neue WC-Anlagen im Stadtgebiet und auch auf Friedhöfen installieren lassen. Pro Anlage belaufen sich die Kosten jedoch auf 30 000 bis 50 000 Euro. Ute Kleinekathöfer von der SPD schlug vor, die Toiletten mit einem Münzschloss zu versehen, um diese gegen Missbrauch und Vandalismus zu schützen. „Ich sehe einen Wahnsinnsaufwand für unbeaufsichtigte Toilettenanlagen“, sagte Bürgermeister Wolfgang Henseler. Gemäß dem Kommunalabgabengesetz (KAG) darf eine öffentliche Toilettenanlage nicht durch Friedhofsgebühren finanziert werden. Die Stadtverwaltung müsste stattdessen die Betriebskosten tragen.

Wege

Auf allen Friedhöfen sollen die Hauptwege asphaltiert werden. In Hersel sind die Arbeiten dafür abgeschlossen. Als nächstes sollen die Wege in Sechtem befestigt werden – vom Haupteingang bis zur Trauerhalle und weiter bis zur Erfurter Straße.

Schranken

Nach dem Vorbild des Roisdorfer Friedhofs sollen auch in Hersel und Sechtem Schranken an den Zugängen installiert werden, um die Zufahrt mit einem Auto auf das Gelände zu regeln. Rehbann: „Bis jetzt haben wir gute Erfahrungen mit den automatischen Schranken gemacht.“ In Roisdorf hatte der Stadtbetrieb das Tor zum Haupteingang zugeschweißt und stattdessen eine Schranke errichtet.

Trauerhallen

Rehbann kündigte an, bis zur nächsten Sitzung des Verwaltungsrates am 3. Juli einen Sachstandsbericht zum Zustand der Trauerhallen vorzulegen.