"Buntes Viertel" in Bornheim

Bornheimer Stadtteilbüro feiert 20-jähriges Bestehen

Müssen für den Geburtstag noch einiges vorbereiten: Christina Elsner (l.) und Kathrin Friedrich mit Flyern der ersten Stunde.

Müssen für den Geburtstag noch einiges vorbereiten: Christina Elsner (l.) und Kathrin Friedrich mit Flyern der ersten Stunde.

Bornheim. Vor 20 Jahren wurde das Bornheimer Stadtteilbüro gegründet, um Neubürger verschiedener Nationalitäten im damals entstandenen ,,Bunten Viertel" bei der Integration und Teilhabe zu unterstützen. Das wird jetzt gefeiert.

So etwas nennt man wohl eine runde Sache: Das Bornheimer Stadtteilbüro feiert sein 20-jähriges Bestehen. Mit ihrem Angebot ist die sogenannte Integrationsfachstelle für Bewohner der Knippstraße, Herderstraße, Trierer Straße, Adenauerallee, Schumacherstraße, Schlegelstraße, Heussstraße und im Fußkreuzweg zuständig. Sprich für das sogenannte „Bunte Viertel“.

Vor Ort werden Kontakte zu Institutionen vermittelt, Informationen bereitgestellt und Freizeitaktivitäten angeboten. Christina Elsner hat vor knapp vier Jahren die Leitung des Stadtteilbüros übernommen. „Die Arbeit im Viertel macht Spaß, weil man konkret vieles umsetzen kann und auch direkt die Resultate sieht. Außerdem ist es für mich eine Arbeit mit Sinn, bei der ich generationsübergreifend im Stadtteil etwas bewegen kann“, so die 34-Jährige.

Allein 2018 hat Elsner mehr als 200 Beratungsgespräche geführt. Die persönliche Beratung und Weitervermittlung gehört zu ihren täglichen Aufgaben. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Kathrin Friedrich (43) ist die Leiterin des Fachbereichs Jugendsozialarbeit. Bereits vor 20 Jahren war sie als Koordinatorin im Stadtteilbüro tätig. In den 90er Jahren entstand damals ein neues Wohngebiet. Das Stadtteilbüro sollte bei der Integration und Teilhabe unterstützen, da eine enge Bebauung geplant worden war, bei der es zu einer sozialen Mischung von Milieus und Nationalitäten kam.

Kindergruppe und Hausaufgabenbetreuung

Seitdem hat sich die Zusammensetzung des Stadtteils laut Friedrich immer wieder verändert. Lebten dort früher vor allem Spätaussiedler und Mitglieder der türkischen und kurdischen Gemeinschaft, sind mittlerweile vor allem Menschen aus Marokko, der Türkei und dem Kosovo in dem „Bunten Viertel“ zu Hause. Nach wie vor relevant und stark nachgefragt sind die Kernbereiche der Eröffnung: Freizeit, Bildung und Beratung.

Dazu gehören beispielsweise die Kindergruppe und die Hausaufgabenbetreuung, die der achtjährige Bohan seit mehreren Jahren besucht. „Sogar die Hausaufgaben machen hier Spaß“, sagt er. Ab dem Grundschuleintritt können Mädchen und Jungen die Einrichtung besuchen. „Wir möchten die Hemmschwelle, uns aufzusuchen, möglichst gering halten“, unterstreicht Elsner. Der Träger des Stadtteilbüros ist die Katholische Jugendagentur (KJA) Bonn – eine gemeinnützige GmbH mit den Jugendwerken Rhein-Sieg, Euskirchen und Bonn als Gesellschafter.

Eigentlich war das Stadtteilbüro ein auf drei Jahre befristetes und finanziertes Projekt des Bundes, das im Anschluss aber in eine städtische Förderung übergegangen ist. Die Deckung der Personalkosten übernimmt mittlerweile die Stadt. Neben Hauptamtlichen und Honorarkräften sorgen auch fünf ehrenamtliche Helfer für einen reibungslosen Ablauf. Friedrich: „Damit wir alle Projekte und Angebote umsetzen können, müssen wir aber auch Mittelakquise betreiben.“ Über Eigen- und Drittmittel sowie Spenden würde man schließlich das umfängliche und ganzjährliche Angebot finanzieren.

Stadt übernimmt Personalkosten

Im vergangenen Jahr wurden allein 230 Veranstaltungen innerhalb der wöchentlichen Gruppenarbeit angeboten. Ferienangebote und zusätzliche Aktivitäten nicht mit eingerechnet. „Wir fahren mit den Kindern zum Boxtraining, ins Fußballcamp oder besorgen Freikarten für den Zirkus“, zählt Elsner auf. „Die Einrichtung setzt sich dafür ein, dass die Auswirkungen sozialer Ungleichheit nicht noch größer werden.“

Soziale Teilhabe und das eigene Einbringen seien essenziell für ein gutes Verhältnis im Stadtteil untereinander. „Die Menschen sollen nicht nur Tür an Tür leben, sondern auch gemeinsam etwas erleben“, fasst Friedrich zusammen. Durch die kostenlosen Ferienangebote seien auch Kinder, deren Eltern keine finanziellen Mittel hätten, wegzufahren, nicht von Bildung und Ausflügen abgeschnitten.