Bauen in Alfter

In Alfter entstehen 20 Häuser in umstrittener Hanglage

Die Bauarbeiten auf dem umstrittenen Areal in Birrekoven haben begonnen.

Die Bauarbeiten auf dem umstrittenen Areal in Birrekoven haben begonnen.

Alfter. Die Entwicklungsgesellschaft Bonava baut 20 Einfamilienhäuser in der umstrittenen Hanglage von Alfter. Politik hatte versucht, das Projekt zu verhindern, weil die Überschwemmungsgefahr bei Starkregen droht.

Es tut sich was in Birrekoven. Auf der Fläche an der Straße Auf dem Rott haben Bauarbeiten begonnen – zu einem umstrittenen Projekt. Denn: Anders als bei den meisten Bauvorhaben, haben die Häuser, die dort entstehen sollen, nicht den Segen der Kommunalpolitik. Mit aller Macht hatte sich die Alfterer Politik gegen die Entwicklung des Baugebiets Birrekoven gestemmt – jedoch erfolglos.

Nun errichtet die Entwicklungsgesellschaft Bonava an der Hanglage Häuser. „Bonava baut insgesamt 20 Einfamilienhäuser, davon sind acht frei stehend und zwölf Doppelhaushälften“, teilte Projektleiterin Wiebke Wesselhöfft auf Anfrage des General-Anzeigers mit.

Zudem entstehe eine neue Anliegerstraße, die als Sackgasse mit einem Wendehammer ausgebaut werden soll. „Die neue Straße wird 'An der Marienkapelle' heißen“, so Wesselhöfft weiter. Ebenso sollten ein öffentlicher Spielplatz und ein öffentlicher Dorfplatz an der dort vorhandenen Kapelle entstehen, sagte sie weiter.

Grundlage für die Bauarbeiten ist ein mehr als 30 Jahre alter Bebauungsplan. Seit 1978 ist der Plan „028 Birrekoven“ rechtskräftig. Was man damals für eine gute Idee gehalten hatte, stößt der heutigen Politikergeneration sauer auf. Sie befürchtet eine zusätzliche Verkehrsbelastung, Gefahren für die tiefer gelegenen Wohngebiete durch abfließende Wassermassen bei starkem Regen und eine Behinderung der Frischluftzufuhr für den Ortskern. Indes: Eine Absage erteilen konnte die Alfterer Politik dem Vorhaben nicht.

Aktuell finden Erschließungsarbeiten statt

Um das war es in der Tat lange Zeit ruhig gewesen, bis die Besitzer der Flächen im Jahr 2014 mit Bauplänen auf die Gemeindeverwaltung zugekommen waren. Auch im Rathaus steht man dem Vorhaben kritisch gegenüber.

Allerdings hatten zwei Rechtsgutachten ergeben, dass die Gemeinde dem Vorhaben zustimmen muss. Bürgermeister Rolf Schumacher hatte das nochmals erklärt, als im November 2017 das konkrete Bauvorhaben im Ausschuss für Gemeindeentwicklung vorgestellt worden war. Letztlich zuständig ist die Bauaufsicht beim Rhein-Sieg-Kreis.

Laut Bonava-Mitarbeiterin Wesselhöfft ist ihrem Unternehmen „die Sensibilität im Hinblick auf Starkregenereignisse und daraus resultierender Überflutungsgefahr“ durchaus bewusst. Mit Blick auf die Topographie des Areals sei das auch berechtigt, sagte sie weiter. „Es gab daher in der Planungsphase einen intensiven Austausch zu dieser Thematik mit der Gemeinde Alfter und der Unteren Wasserbehörde“.

In Zusammenarbeit mit beauftragten Fachplanern seien daher Lösungen erarbeitet worden, die zu keiner Verschlechterung der momentanen Situation führen sollen. Wesselhöfft: „Viel mehr ist beabsichtigt auch die Situation der Anlieger zu verbessern, in dem künftig das Niederschlagswasser – nicht mehr wie bisher über die Straße Auf dem Rott geführt werden soll – sondern schon oberhalb des Erschließungsgebiets durch einen sogenannten Entlastungskanal aufgenommen und abgeführt werden soll.“

Laut Bonava-Mitarbeiterin Wesselhöfft finden aktuell die Erschließungsarbeiten statt. Der Baustart für die Häuser ist nach Angaben des Unternehmens für Oktober geplant. Die ersten Häuser sollen Ende 2020 fertiggestellt werden. Dazu Wesselhöfft: „Wir haben das Ziel, die komplette Maßnahme im Jahr 2021 abzuschließen.“