Witterschlick: Sibelco kann in diesem Jahr weiter Ton abbauen

Erweiterung des Gebiets in der Warteschleife : 2020 wird in Witterschlick weiter Ton abgebaut

Das Unternehmen Sibelco aus Ransbach-Baumbach (Westerwald) kann auch in diesem Jahr in Witterschlick Ton abbauen. Für eine Erweiterung des Abbaugebiets fordert die Bezirksregierung weiterhin Unterlagen.

Das Unternehmen Sibelco aus Ransbach-Baumbach (Westerwald) kann auch in diesem Jahr in Witterschlick Ton abbauen. Das geht aus einer Anfrage des General-Anzeigers an die für Bergbaufragen zuständige Bezirksregierung Arnsberg hervor.

Im Juni des vergangenen Jahres hatte Bezirksregierungssprecher Andreas Nörthen noch mitgeteilt, dass der sogenannte Hauptbetriebsplan für die Tongewinnung im bisherigen Abbaubereich des Tagebaus „Schenkenbusch“ bis zum 31. Dezember 2019 befristet sei, die Zulassung des Rahmenbetriebsplans bis zum 31. Dezember 2020.

Ein zeitlich längerfristiger Rahmenbetriebsplan umschreibt ein Abbauvorhaben grundsätzlich, bedeutet aber noch keine konkrete Abbaugenehmigung. Diese wird über den Hauptbetriebsplan geregelt, der alle zwei bis fünf Jahre neu aufgelegt wird, aber auch verlängert werden kann.

„Die Firma Sibelco Deutschland hat die Verlängerung der Hauptbetriebsplanzulassung für den Tontagebau Schenkenbusch beantragt“, sagte Nörthen nun dem General-Anzeiger. Dieser Antrag sei dann dem Rhein-Sieg-Kreis sowie der Gemeinde Alfter zur Stellungnahme übersendet worden. Nach Nörthens Angaben hat der Rhein-Sieg-Kreis keine Einwände erhoben. Die Gemeinde Alfter habe Bedenken hinsichtlich der Rekultivierung des Abbaugeländes geäußert, so Nörthen. Nach Ansicht der Bezirksregierung müsse man das zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht erörtern, sagte er weiter. Daher sei der Hauptbestriebsplan für ein weiteres Jahr bis zum 31. Dezember 2020 verlängert worden, so Nörthen.

Wie mehrfach berichtet, will Sibelco im jetzigen 43 Hektar großen Abbaugebiet südlich des Lüsbacher Wegs dem aktuellen Stand nach bis zum Jahr 2023 Ton fördern. Danach soll das Areal rekultiviert werden. Geplant ist aber auch eine Erweiterung um 17,5 Hektar nördlich des Lüsbacher Wegs. In dem Gebiet soll dann über 40 Jahre lang Ton abgebaut werden. Das Genehmigungsverfahren dafür zieht sich aber weiter hin. Die Bezirksregierung Arnsberg fordert seit Längerem zusätzliche Gutachten. Im Januar 2019 hatten Vertreter von Sibelco bei einem Vor-Ort-Termin erklärt, die Unterlagen zur Entwässerung und Ökologie bis Ende März 2019 fertigzustellen und dann einzureichen. Passiert ist das bislang aber nicht.

„Aktuell bearbeiten wir das Thema Grundwasser“, teilte Silbelco-Mitarbeiter Gerd Klemmer auf Anfrage des General-Anzeigers über ein vom Unternehmen beauftragtes Pressebüro mit. „Die erforderlichen Grundwassermessstellen wurden im Frühjahr errichtet und die Messungen aufgenommen. Nach Abschluss der Messkampagne werden wir das Gutachten zur Hydrogeologie fertigstellen und die Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren bei der Bezirksregierung Arnsberg einreichen“, so Klemmer weiter. Wann und ob die Tonabbauerweiterung von der Bezirksregierung Arnsberg genehmigt wird, ist somit weiterhin offen.

Die Erweiterung ist umstritten. So lehnen Verwaltung und Politik in Alfter das Vorhaben ebenso ab wie die Landschafts-Schutzvereine Vorgebirge (LSV) und Kottenforst (LSK). Auch kämpft eine seit vielen Jahren bestehende Bürgerinitiative dagegen. Zu den Hauptkritikpunkten zählt der Abstand der geplanten Erweiterung zur Wohnbebauung. Politik und Bürger fordern einen Abstand von 300 Metern. Bei besagtem Ortstermin hatten Sibelco-Vertreter indes gesagt, dass die Tagebauerweiterung bis auf 105 Meter an die Wohnbebauung heranrücken könnte. Der Abstand bemesse sich zwischen der Bebauung und dem Betriebsgelände nördlich des Lüsbacher Wegs, also nicht der eigentlichen Grube. Dazwischen soll ein Grünzug angelegt werden. Sibelco begründet die geringe Distanz mit der Lage der Tonvorkommen in der Erde.