Junge Politik: Zehn Jahre Wachtberger Jugendrat

Junge Politik : Zehn Jahre Wachtberger Jugendrat

Der JuRa will daran arbeiten, noch bekannter zu werden bei der Zielgruppe, die er vertritt: den Zehn- bis 21-Jährigen. Dafür sind Vize-Vorsitzender Simon Falkenstein (20) und Pressesprecher Maximilian Hofmann (17, Pech) 76 Kilometer durch Wachtberg gefahren.

Wenn im August das neue Buskonzept an den Start geht, trägt es auch die Handschrift der Mitglieder des Jugendrates (JuRa) Wachtberg. „Wir haben dazu unsere Ideen in die Ausschüsse getragen, zum Beispiel, dass man die Fahrpläne besser auf die Schulzeiten abstimmen sollte oder dass man eine Linie braucht, die durch die Täler fährt“, erinnert sich Katharina Moser. Die 16-Jährige vertritt in dem Gremium, das jetzt gut ein Jahr im Amt ist, ihren Heimatort Oberbachem.

Nour Kharabsheh ist als Vorsitzende gewissermaßen direkt durchgestartet. „Meine Eltern wollten immer, dass ich politisch aktiv bin und mir eine Meinung zu allem bilden kann“, sagt die 17-Jährige. Als im März 2018 der Brief der Gemeinde an alle 13- bis 21-Jährigen zur Wahl des Jugendrates kam, habe sie direkt über die Kandidatur nachgedacht. So wie auch Schriftführerin Greta Dockter, die mit 16 bereits in der CDU und Jungen Union mitmischt und gerne Tagesschau guckt. „Schade war, dass es nur wenig Wahlbeteiligung gab“, so die Fritzdorferin.

Über Instagram und Snapchat

Auch daran will der JuRa arbeiten; noch bekannter zu werden bei der Zielgruppe, die er vertritt: den Zehn- bis 21-Jährigen. Dafür sind Vize-Vorsitzender Simon Falkenstein (20) und Pressesprecher Maximilian Hofmann (17, Pech) 76 Kilometer durch Wachtberg gefahren. „Wir haben an jeder Bushaltestelle Infoblätter mit Kontaktmöglichkeiten zu uns über Instagram, Snapchat, Mail und mit QR-Codes gehängt“, erzählt Falkenstein, der für Niederbachem im JuRa sitzt.

Zudem verteilen die Marketingprofis Visitenkarten, Aufkleber, Taschenkalender und Flaschenöffner. „Pullover sind in Arbeit“, sagt Falkenstein während der dritten Sitzung des JuRa. Denn auch das Tagen gehört – wie bei den Großen – zum Geschäft dazu. Wenn auch mit kurzer Unterbrechung für die Anlieferung einer Familienpizza oder Kuchen für alle bei unentschuldigtem Fehlen. Ansonsten aber gilt es, Tagesordnungspunkte abzuarbeiten. Zum Beispiel den, die Idee eines Trimm-dich-Pfades oder Mehrgenerationenspielplatzes in Wachtberg umzusetzen (der GA berichtete). Oder das Bienenprojekt, eine Herzensangelegenheit von Ella Lebrenz aus Gimmersdorf. „Allerdings kommen wir da irgendwie nicht weiter, da die Gemeinde auf unsere Fragen nach einem Platz für eine Blühwiese nicht reagiert“, führt die 15-Jährige etwas frustriert aus. An so einem Punkt kommt Jugendfachkraft Thomas Wernerus ins Spiel, der für die Gemeinde arbeitet. „Ich bin eher begleitend tätig, denn bis zu einem gewissen Grad sollen die Jugendlichen ihre Angelegenheiten selbst regeln“, meint Wernerus.

Gremium will etwas bewegen

Was eigentlich ist das Hauptaugenmerk dieses Gremiums? „Natürlich alle Belange unserer Zielgruppe“, meint Vorsitzende Kharabsheh. Im Gegensatz zur Besetzung, die bis 2018 im Amt war, sei man politischer unterwegs. „Unsere Vorgänger haben eher kulturelle Veranstaltungen organisiert, wir wollen etwas für die Kinder und Jugendlichen bewegen“, führt Finanzverwalter Kai Pietrusziak aus. Da der 20-jährige Ließemer für eine Bank arbeitet, war ihm dieser Vorstandsposten sicher.

Wer die Vertreter der Wachtberger Orte erlebt, merkt schnell, sie sind ein gutes Team. „Obwohl wir uns vorher fast alle nicht kannten, nur wenige von der Grundschule her“, erzählt Schriftführerin Dockter. Diesmal tagen die Jugendlichen in der Hans-Dietrich-Genscher-Schule in Berkum. „Aber ab dem nächsten Mal sind wir fest im Evangelischen Gemeindezentrum in Niederbachem“, verkündet Vize-Vorsitzender Falkenstein dankbar. Nicht nur, dass die Kirche den Saal kostenlos zur Verfügung stellt. „Wir haben ein prima Internet dort“, so Falkenstein. Denn PC, Handy und Beamer sind stetige Begleiter. Noch zwei Jahre hat das Team Zeit, Pläne in die Tat umzusetzen. Seit zehn Jahren gibt es den JuRa – und nicht nur Gemeindesprecherin Margrit Märtens hat das Gefühl, dass die jugendlichen Räte von Periode zu Periode „merklich aktiver geworden sind“.

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