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Mehr Radwege in Wachtberg: Wunsch nach mehr Radverbindungen zwischen den Orten

Mehr Radwege in Wachtberg : Wunsch nach mehr Radverbindungen zwischen den Orten

Fahrradfahrer und ADFC sehen im Drachenfelser Ländchen noch erheblichen Nachbesserungsbedarf - und das nicht nur in der Infrastruktur, sondern auch in Punkto Sicherheit.

Es tut sich einiges in den letzten Jahren an den Radwegen in Wachtberg. Der Lückenschluss zwischen Arzdorf und Fritzdorf ist erfolgt, die ursprünglich nicht optimale Fahrbahndecke wurde deutlich verbessert. Somit werden wieder weniger Autos und mehr Beine bewegt, wenn man zu einem Fest in den nur zwei Kilometer entfernten Nachbarort möchte. Auch wenn es in vielen Bereichen für die Radler vorwärts geht, sehen der ADFC und Rad fahrende Bürger noch Verbesserungsbedarf, vor allem um der Sicherheit der Radler Willen.

Für gute Verbindungen habe der die Ortsgruppe Wachtberg des ADFC-Kreisverbands Bonn/Rhein-Sieg bereits vor 14 Jahren ein Radkonzept aufgestellt, das sich an Gemeindeplänen orientierte, erfuhr man vom ADFC-Ortsgruppensprecher Andreas Stümer. Ein Blick auf den manuell gezeichneten Plan zeigt das eigentlich für den Radverkehr prädestinierte Wegenetz im Drachenfelser Ländchen. Nur wenige Abschnitte müssten für eine vollständige Vernetzung nachgebessert oder hergestellt werden. So gewinne Wachtberg nicht nur für die steigende Anzahl an Radtouristen an Attraktivität. Auch die Wachtberger selbst hätten es leichter, ihren Arbeitsweg oder kurze Strecken zum Einkauf mit dem Fahrrad zurückzulegen.

Immer mehr E-Bike-Fahrer

„Früher waren für viele die Steigungen in der Gemeinde ein Argument gegen den Ausbau des Netzes. Mit den E-Bikes hat sich das erledigt“, erklärte Stümer. Er selbst ist seit Jahrzehnten aktiver Radler – ohne Zusatzmotor. Die Zahl der E-Bikes hat auch in Wachtberg zugenommen. Kaum steigen die Temperaturen, treten mehr und mehr Gesundheitsbewusste in die Pedale anstatt den Zündschlüssel zu drehen. Gerade in Wachtberg gibt es dabei die unvergleichliche Landschaft und manch historisches Kleinod zu entdecken.

Das Fahrradkonzept fokussiert jedoch nicht nur auf die Freizeitradler. „Jeder Ort sollte mit allen Nachbarorten mit einem Radweg verbunden sein“, sei die Forderung des ADFC, so Stümer. Nutznießer eines solchen Mobilitätsplus seien wirtschaftlich gesehen Gaststätten, Biergärten und Einzelhandel sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Gerade mit dem Blick auf die Feuerroute und verschiedene, auch überregionale Themenrouten für Fahrräder, die durch Wachtberg führen, seien Verbesserungen notwendig.

Wege instand gesetzt

In diesem Jahr hat die Gemeinde bereits einige Rad- und Wirtschaftswege Instand setzen lassen. Der Rad- und Wanderweg entlang der Burg Münchhausen in Adendorf wurde im Februar in Angriff genommen und ist nun fertiggestellt. Auch die massiv bröckelnde Fahrbahndecke auf dem Weg vom Wachtbergring zum Ehrenmal auf dem Wachtberg und ein dahinter gelegener, nach Holzem führender Fahrbahnabschnitt wurde in Ordnung gebracht. In Werthhoven kann man nun wieder von der Kreuzung Ahrtalstraße/Am Nussbäumchen auf einer guten Fahrbahn in Richtung Holzem oder Fritzdorf fahren.

Vollständig repariert und erneuert ist der Abschnitt des Radweges R7 zwischen Züllighoven (Bachemer Weg) und Kürrighoven (Werthhovener Weg, Grube Laura). Für den Heiligenstumpfweg, über den Radler in der Verlängerung des Grünen Wegs in Pech Gimmersdorf erreichen, ist in dem Abschnitt zwischen der „Alten Straße“ und dem weiter östlich vom Kommunalweg abzweigenden Wirtschaftsweg im Herbst eine Instandsetzung geplant.

Übersicht über die Radwege

Wichtig seien diese Radwege für Bürger und Touristen gleichermaßen, damit sie ebenso sicher wie die Autofahrer unterwegs sein könnten, so Stümer. Gerade Fahrten auf vielbefahrenen Landstraßen seien jedoch oft lebensgefährlich für die Radler. Die jüngste Statistik der Bonner Polizei, nach der 2018 insgesamt 728 Radfahrer verunglückt sind, bestätigt die besondere Gefährdung dieser Verkehrsteilnehmergruppe. Besonders deshalb kommt dem geplanten Lückenschluss zwischen Arzdorf und Berkum eine besondere Bedeutung zu. Das Einkaufszentrum ist nämlich von Fritzdorf, Arzdorf und Adendorf aus gar nicht oder nur auf sehr großem Umwegen per Rad zu erreichen, wenn man das hohe Risiko auf der Landstraße nicht eingehen will. „Die jetzige Strecke ist weder für Touristen, noch für Familien mit Kindern noch für sonst irgendwelche Fahrradfahrer zumutbar“, weiß Stümer.

Eine Übersicht über die Radwege gibt es unter www.radroutenplaner.nrw.de oder auf dem Ortsplan von Wachtberg, der im Rathaus ausliegt.