Im Wandel der Zeit: Wie die Wachtberger Feuerwehr entstanden ist

Im Wandel der Zeit : Wie die Wachtberger Feuerwehr entstanden ist

Im September 1934 wurde die erste Feuerwehr Wachtbergs gegründet. Als eingeschworene Gemeinschaft war und ist sie zur Stelle bei Bränden, Katastrophen und Bergungen.

Immer schon hatten die Feuerwehren in Wachtberg eine besondere Bedeutung. Anfangs im Brandfall, später zusätzlich im Katastrophenschutz, heute auch bei Bergungen oder technischen Hilfeleistungen – die eingeschworene Gemeinschaft war und ist zur Stelle. Zusätzlich packten die Männer aller Altersgruppen an, wenn es um Feste für die Dorfgemeinschaft ging. Das alles erfuhren über 40 Zuhörer am Montag in einem Bildvortrag des ehemaligen Wehrleiters Hans Ippendorf und des seit 2002 amtierenden Wehrleiters Markus Zettelmeyer. Zum Thema „Unsere Feuerwehr einst und jetzt“ hatte der Heimatverein Niederbachem zu den Bachemer Gesprächen eingeladen.

In dem Vortrag sollte es um die Anfänge der Feuerwehr gehen, informierte Walter Töpner als erster Vorsitzender des Heimatvereins. Diese Anfänge beschrieb Ippendorf, der selbst von Jugend an in der Feuerwehr dabei war und von 1986 bis 1996 die Wachtberger Feuerwehr leitete.

Am 22. September 1934 wurde die erste Feuerwehr Wachtbergs gegründet. Löschwasserreservoirs habe es jedoch schon in früheren Jahrhunderten gegeben, so Ippendorf. Mit einfachsten Mitteln wie Ledereimern und Hakenstangen, mit denen man brennende Teile zu Boden riss, sei man gegen die Feuer vorgegangen. Für den Alarm waren die Kirchenglocken zuständig gewesen, bis Brandhörner diese Aufgabe übernahmen. Jeder, der konnte, habe einfach geholfen.

Bei einem verheerenden mehrtägigen Großbrand in Hamburg sei vom 5. bis zum 8. Mai 1842 ein Großteil der Stadt zerstört worden. Dieses Ereignis habe wohl in Deutschland viele Entscheidungsträger nachdenklich gestimmt, vermutete Ippendorf. Wenige Jahre später sei 1848 die erste Feuerwehr Deutschlands in Durlach bei Karlsruhe gegründet worden, führte er aus. Im heutigen NRW bildeten sich ab 1933 überwiegend nicht rechtsfähige Vereine dort, wo die Städte unter 100 000 Einwohner zählten und deshalb keine Berufsfeuerwehr einrichten mussten.

Zwänge im Zweiten Weltkrieg

„Die Leute waren uneigennützig und dazu bereit, etwas für den Schutz der Bevölkerung zu tun“, beschrieb der ehemalige Wehrleiter die Motivation der Ehrenamtlichen. Mit den politischen Umwälzungen der 1930er Jahre hatten die Wehrleute vielfach mit Versammlungsverboten und anderen Widrigkeiten zu kämpfen. Schließlich wurden die Feuerwehren per Gesetz zu Hilfspolizeimitgliedern umfunktioniert.

Den Wirren und Zwängen der Zeit war es geschuldet, dass viele Wehrleute nach dem Zweiten Weltkrieg keine Uniform mehr anziehen wollten.

Die Gerätschaften, die 1934 den Pflichtfeuerwehren zur Verfügung gestellt wurden, übernahm die nach 1945 neu gegründete Feuerwehr. Während man zu dieser Zeit mit einer Handdruckspritze, 19 Lederlöscheimern, fünf C-Schläuchen, einem C-Standrohr und einem Hydrantenschlüssel im Notfall ausrückte, wurden die Freiwilligen Helfer nach und nach immer besser ausgerüstet. Wehrleiter Markus Zettelmeyer berichtete über Einsätze der letzten Jahre, die zunehmenden Aufgaben und Ausrüstungen. Durch erhebliche Eigenleistungen der Kameraden wurde das Feuerwehrhaus von 1992 bis 1993 umgebaut.

Das Einsatzspektrum hat sich von den Anfangszeiten mit der Konzentration auf Feuerschäden bis heute stark gewandelt. Die Freiwilligen sind nicht nur zum Löschen, Retten, Bergen, Schützen und bei Unwettern zur Stelle. Brandschauen sorgen heutzutage schon im Vorfeld dafür, viele mögliche Brandherde zu entschärfen.

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