Diskussion in Niederbachem: Wachtbergern fehlt ein Gesamtkonzept zum Henseler Hof

Diskussion in Niederbachem : Wachtbergern fehlt ein Gesamtkonzept zum Henseler Hof

Die Ortsvertretung spricht über Umbau des Saals im Henseler Hof. Dabei ging es auch darum, wie der Ort als Treffpunkt attraktiver werden kann.

Aus allen Nähten platzte am Dienstagabend der Versammlungsraum im Niederbachemer Gerätehaus der Feuerwehr. Zur Sitzung der Ortsvertretung waren rund 70 Bürger gekommen. Sie interessierten sich vor allem für zwei Punkte, die sich um den Henseler Hof drehen. Architekt Wolfgang Beyß stellte seine Umbaupläne für den Veranstaltungssaal vor. Zum anderen ging es darum, wie man den Ort als Treffpunkt attraktiver machen kann.

Die Schwierigkeit dabei: Aus der Sicht vieler Bürger lässt sich die Nutzung des Saals und der Gastronomie nur schwer trennen. Für die Verwaltung sind aber genau das zwei Paar Schuhe, denn die Gastronomie sei nicht Bestandteil des Integrierten Handlungskonzepts, so Beigeordneter Swen Christian. Das Konzept beschäftigt sich vor allem mit der Umgestaltung von Plätzen und Wegen in Niederbachem. Christian wies in dem Zusammenhang darauf hin, dass der Pachtvertrag noch nicht unterschrieben ist. Klar ist aber bereits: Im Bistrobereich wird gemäß Ratsentscheidung ein Meckenheimer Brauhaus seine Pforten öffnen und Craft Beer ausschenken. Das verriet ein Zuhörer, der sich als Freund des neuen Pächters in der Versammlung vorstellte.

Kostenrahmen mit 500.000 Euro überschritten

Zunächst projizierte allerdings Architekt Beyß einen anschaulichen Plan über die Neugestaltung des Saals an die Wand. Dabei betonte er, dass es sich um eine „Maximaldarstellung aller Ideen handelt“. Dreh und Angelpunkt bei ihm sind  zwei bewegliche Trennwände. Diese ermöglicht eine parallele Nutzung. Auch die Küche kann mittels einer solchen Wand abgetrennt werden. Zudem soll der Zugang zur Empore breiter werden.

Aus Brandschutzgründen soll es noch einen zweiten Zugang geben und auch einen Aufzug.  Die Empore könnte zum Saal hin mit einer Glasfront abgetrennt werden, was dort einen eigenen Bereich schaffen würde. Beigeordneter Christian machte allerdings klar, dass an diesem Konzept Abstriche möglich sind, zumal der Kostenrahmen mit 500.000 Euro überschritten sei. Die Umgestaltung des Saals habe mit einer energetischen Sanierung nichts zu tun. Das betonte der Architekt auf Nachfrage einer Zuhörerin.

Der nächste Punkt auf der Tagesordnung wurde aus Sicht von Andreas Wollmann, Vorsitzender der Ortsvertretung, zum Problem. „Das bauliche Konzept soll sich einer Aktivierungsstrategie anpassen, die es noch gar nicht gibt“, sagte er. Folglich nahm die Ortsvertretung die Pläne des Architekten positiv zur Kenntnis, um dann besagte Aktivierungsstrategie zu diskutieren. Das gestaltete sich angeregt, aber wenig zielführend. Vor allem deshalb, weil die Zuhörer im Saal um die beiden Vertreter der neuen Bürgerinititaive #henselundgreta, Juliane Wiesenhütter und Stephan Maerz, von Politik und Verwaltung „Transparenz“ im Bezug auf die Ausgestaltung des neuen Pachtvertrages mit dem Betreiber des Henseler Hofes einforderten; sonst könne es im Gegenzug keine Bürgerbeteiligung geben. „Wir wollen keine Bittsteller sein“, sagte Maerz mit Blick auf die Bewirtung des Saales und eventuelle Einschränkungen beim Ausschank.

Auch interessierte die Bürger etwa, ob es auf dem Platz vor dem Henseler Hof eine Außengastronomie geben wird und ob der Busverkehr zukünftig aus dem Ort ferngehalten wird. „Die Gaststätte ist nicht Bestandteil des IHK“, versuchte Beigeordneter Christian der Diskussion wieder eine andere Richtung zu geben. Doch das traf auf Unverständnis. „Wir sitzen hier, um über ein Gesamtpaket zu diskutieren. Wenn das nicht zutrifft, können drei Viertel der Zuhörer nach Hause gehen“, brachte es ein Zuhörer auf den Punkt. Da Vorsitzender Wollmann die Gefahr sah, „dass wir uns verzetteln“, griff er die Idee eines gemeinsamen Workshops auf. In dem sollen nun Bürger und Ortsvertreter mit dem neuen Pächter ein Gesamtkonzept überlegen.

Der Termin für den Ideenworkshop ist Mittwoch, 12. Februar, um 19 Uhr im Saal des Henseler Hofs, Konrad-Adenauer-Straße.