Wechsel nach 33 Jahren: Wachtberger Jugendorchester bekommt neuen Dirigenten

Wechsel nach 33 Jahren : Wachtberger Jugendorchester bekommt neuen Dirigenten

Hans Werner Meurer übergibt nach fast 33 Jahren die Leitung des Wachtberger Jugendorchesters an Leo Zimmer. Die Stabübergabe geht beim Anton-Raaff-Konzert am kommenden Sonntag über die Bühne.

Einige munkelten schon länger, andere ahnten es, nur wenige wussten es – nun ist es offiziell: Der Gründer und zugleich langjährige Leiter des Wachtberger Jugendorchesters, Hans Werner Meurer, übergibt den Dirigentenstab an den zukünftigen Schulmusiker Leo Zimmer. Seit einigen Monaten bereiten der scheidende und der künftige Kopf des ungewöhnlich gut aufgestellten Jugendorchesters der 20 000-Seelen-Gemeinde die Übergabe vor. Anlässlich des Ereignisses darf man beim traditionellen Anton-Raaff-Konzert am Sonntag, 8. Juli, um 15 Uhr mit Überraschungen rechnen.

Am 6. März 1958 in Mendig geboren und dort aufgewachsen, legte Meurer in Mayen sein Abitur ab. Schon während seines Studiums in Bonn hatte er eine Stelle an der Musikschule als Orchester- und Chorleiter inne und unterrichtete musikalische Grundausbildung. Zur Bonner Bachgemeinschaft, einem großen Chor, kam er ursprünglich als Sänger. Weil er dort bald schon Proben mitleitete, wurde sein Name zunehmend bekannter. So fiel die Wahl auf ihn, als man in Wachtberg nach einem geeigneten Mann suchte, der ein Orchester in der Gemeinde aufbaut. „Das wurde mein Schicksal“, schmunzelte Meurer bei einem Interview im Januar. Zuerst baute er 1985 das Jugendorchester auf, später das Kammerorchester.

Junge Leute an die Musik heranführen

„Es war immer spannend und schön, viele junge Leute an die Musik heranzuführen“, resümierte er das letzte Dritteljahrhundert. Mit einem winzigen Ensemble hatte er zusammen mit den jungen Leuten begonnen – Blockflöten, eine Geige, eine Klarinette, eine Querflöte und ein Cello. Zwölf oder Dreizehn seien sie bei der ersten Probe gewesen. Bis Anfang 2018 zählte das Jugendorchester schließlich 28 aktive Musiker in einer ausgewogenen Besetzung. Früher schrieb der Orchesterleiter die Stücke passend für die vorhandenen Instrumente um. Heute spielt der Nachwuchs große, auch klassische Orchesterstücke im Original. „Wir haben alles, was zu einem Sinfonie-Orchester gehört. Die allermeisten der Musiker kommen aus Wachtberg“, erklärte Meurer.

Das Jugendorchester teilt sich seit einigen Monaten in drei Bereiche auf. Im ersten Ensemble sammeln die jüngsten Instrumentalisten erste Erfahrungen. Voraussetzung ist, dass sie ihr Instrument seit mindestens einem halben Jahr spielen. Im seit 2009 in Wachtberg etablierten Vororchester sind die Ansprüche etwas höher. Sicheres Noten- und Rhythmuslesen ist unabdingbar und die Musiker müssen ihr Instrument vollständig inklusive aller Griffe beherrschen. Viel Übung und Ensembleerfahrung führen im nächsten Schritt in das Jugendorchester.

Im Rahmen von Kooperationen mit anderen Orchestern oder Theatern spielt der Nachwuchs hier auch in überregionalen Projekten mit. Zusammen mit dem Kammerorchester, dass weiterhin unter seiner Leitung stehen wird, dirigiert Meurer am kommenden Sonntag in der Berkumer Aula das 22. Anton-Raaff-Konzert. Raaff, der väterliche Freund Mozarts, stammte aus Holzem. Der Erzählung nach fiel seine glockenhelle Stimme einem Gutsherrn während dessen Ausritt auf. Dieser ließ ihn ausbilden und ebnete damit den Boden für eine Weltkarriere des jungen Mannes aus einfachen Verhältnissen. Das aktuelle Konzert enthält ein buntes Programm anspruchsvoller Musik buchstäblich „Aus aller Herren Länder“.

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