Nachwuchshoffnungen aus Wachtberg: Wachtberger Hip-Hop-Duo "J.E.M.-Session" auf Erfolgskurs

Nachwuchshoffnungen aus Wachtberg : Wachtberger Hip-Hop-Duo "J.E.M.-Session" auf Erfolgskurs

Das Hip-Hop-Duo „J.E.M.-Session“ steht regelmäßig auf der Bühne und gibt sein Können an Jüngere weiter. Der „World of Dance“ in Los Angeles ist ein weiterer Traum - vorerst.

Ruhig, zukunftsorientiert und zurückhaltend sind sie, die beiden Wachtberger Mädels Emma Quantius (13) und Joana Bungert (17). Erfrischend „sie selbst“ und ganz normale Jugendliche, möchte man sagen. Niemand käme auf die Idee, dass die beiden etwas Besonderes machen. Tritt man hinter ihnen allerdings ins Zimmer von Joana, ahnt man schon, dass das Duo recht großen Erfolg haben muss. Denn hier stehen Pokale, Bilder von Auftritten und etliche Urkunden von „J.E.M-Session“, so der Name des Hip-Hop-Duos.

Der Spiegel indes ist nicht mit Fotos zugepflastert, wie bei vielen Altersgenossen. Das hat auch seinen Grund. Die beiden brauchen ihn für ihr Tanztraining, denn da kommt es auf absolute Abstimmung bei jedem Beat an.

„Für mich fing alles an, als ich vier Jahre alt war“, berichtet Joana. Ihr Großvater hatte sie tanzen sehen und die Begabung erkannt. Auf seinen Rat hin meldeten ihre Eltern sie bei einer Tanzschule an. Nachdem sie zum Hip-Hop gekommen war, lernte sie Emma kennen. Das war vor etwa drei Jahren. Emma hatte eine Freundin zum Tanzen begleitet und war auf den Geschmack gekommen. „Wir haben ziemlich schnell festgestellt, dass wir ein gutes Team sind“, erklären die Jugendlichen unisono. „Genauso schnell haben wir festgestellt, dass wir etwas Eigenes machen wollten.“

Nach Platz 1. bei Dance Contest, folgte Deutsche Meisterschaft

Es folgten eigene Choreografien und wöchentliche Trainingstreffs in Joanas Zimmer vor dem Spiegel. Von der Tanzschule nabelten sie sich schrittweise ab. „Vor Contests haben wir natürlich mehr trainiert“, erzählt Emma. Und Joana ergänzt: „Dafür waren die Pausen in den Ferien manchmal länger.“ Mit der ersten eigenen Show aus fünf bis sechs kurzen Choreografien stand auch die Entscheidung fest: „Wir wollten sehen, ob wir bei einem Wettbewerb mithalten könnten“, sagt Joana.

Beim Dance Contest in Meckenheim traten sie gemeinsam mit überregional erfolgreichen Teams an und belegten auf Anhieb den ersten Platz. Es folgte der erste Platz im Halbfinale des DAK Dance Contest 2016, dann kamen die Deutschen Meisterschaften. „Das war schon etwas Anderes als eine Aula, ich war völlig flashed“, beschreibt Joana ihren ersten Eindruck auf der Bühne vor tausenden Menschen und einer erfahrenen Hip-Hop-Jury. Emma, seinerzeit gerade mal zwölf Jahre alt, ging es genauso. Trotz der Aufregung sammelten sie ihre volle Konzentration. „Wenn wir tanzen, dann müssen wir absolut synchron und aufeinander abgestimmt sein“, erklärt Joana.

„Und man hat ja nur die wenigen Minuten auf der Bühne.“ Mal zwei, mal zweieinhalb, mal drei Minuten dürfe man vortanzen, je nach Wettbewerb. In dieser Zeit belegten sie unter zahlreichen, teilweise europaweit erfolgreichen Teams einen sensationellen dritten Platz. Die Erfolgsserie setzt sich bis heute fort. „World of Dance“ in Los Angeles, das wäre noch etwas, was die beiden sich wünschen würden. Aber der Weg sei sehr weit.

Emma und Joana geben auch Hip-Hop-Kurse

Nach dem ersten Jahr der Erfolge wurden die beiden angesprochen, ob sie ihr Können auch anderen Kids und Jugendlichen vermitteln würden. Und so geben die beiden mittlerweile Hip-Hop-Kurse. Emma donnerstags von 17 bis 18 Uhr für Kinder von neun bis zwölf im SV Berkum, Joana freitags im SV Niederbachem. Wie die Zukunft von „J.E.M.-Session“ aussieht, wissen die beiden allerdings derzeit nicht. Joana hat vor Kurzem ihr Abitur abgelegt und orientiert sich für ihr weiteres Leben. „Ich versuche, mein Leben so zu planen, dass es mit 'J.E.M.-Session' weitergehen kann“, erklärt sie. Die Soloerfolge der beiden zeigen aber, dass sie durchaus auch alleine tolle Leistungen erzielen.

Was Tanzen für sie bedeutet? „Gute Frage“, antwortet Emma lachend. „Wenn ich Musik höre, will ich einfach nur tanzen. Das war schon immer so.“ Der älteren von beiden geht es kaum anders. „Das Gefühl von Freiheit, einfach Spaß haben, sich mit der Musik im Tanz ausdrücken können, das ist es“, beschreibt sie.

Was sie außer Tanzen noch machen? Das seien ganz normale Dinge, die andere Jugendliche auch gerne tun, erklären beide. Freunde treffen, Schwimmen gehen, Kino und ähnliches. Erfrischend sie selbst und ganz normale Jugendliche eben. Emma Quantius wurde am 2. November 2004 in Bonn geboren und besucht künftig die neunte Klasse der Gertrud-Bäumer-Realschule. Joana Bungert wurde am 11. September 2000 in Bonn geboren und lebt in Wachtberg. Seit dem kürzlich bestandenen Abitur denkt sie über ein Lehramtsstudium nach.

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