Kooperation mit Zweckverband bleibt erhalten: Wachtberg will Vollmitglied werden

Kooperation mit Zweckverband bleibt erhalten : Wachtberg will Vollmitglied werden

Mehrere Monate lang schwelte die Debatte, jetzt hat der Rat in Wachtberg den Streit um die Mitgliedschaft der Gemeinde im Volkshochschul-Zweckverband erst einmal beigelegt. Mit großer Mehrheit beschlossen die Volksvertreter in ihrer Sondersitzung am Mittwochabend, dass die Kooperation mit dem Zweckverband mit dem Ziel einer Vollmitgliedschaft Wachtbergs weiterlaufen soll.

Die Voraussetzungen, um Wachtberg zum vollwertigen Mitglied zu machen, soll der Zweckverband möglichst bis zur Jahresmitte 2016 schaffen. Ziel der Wachtberger ist es, zwar Vollmitglied zu werden, bei Belangen der Musikschule jedoch außen vor zu bleiben - ein Konstrukt, das mutmaßlich noch der Konkretisierung bedarf.

Für die Klientel der Volkshochschule dürfte jedoch etwas anderes die wichtige Nachricht sein: Mit einer Ausdünnung des Angebots auf Wachtberger Gebiet, wie sie von einigen als schlimmstes Szenario gezeichnet worden war, ist bis auf Weiteres nicht zu rechnen.

Auf acht Gegenstimmen hatten es gleichwohl vereinzelte Kritiker aus den Reihen von Grünen, UWG und "Unser Wachtberg" gebracht. So stellte etwa Joachim Mittweg (UWG) den Sinn eines künftig nahezu verdoppelten Beitrags für Wachtberg vor dem Hintergrund infrage, dass gerade einmal 1,6 Prozent der Einwohner Wachtbergs zuletzt von dem Angebot der VHS Gebrauch gemacht hätten. "Sind die Vertragsregularien das, was den Bürger interessiert? Oder ist es eher das Angebot und seine Erreichbarkeit", so Mittweg, der dazu aufrief, sich Zeit zu nehmen, um - etwa in Gestalt der VHS Bonn - mögliche Alternativen zu prüfen. Die Frage, inwieweit es gelingen werde, sich als Vollmitglied im Zweckverband der Kosten für die Musikschule zu entledigen, brachte indes Oliver Henkel (Grüne) zur Sprache. "Wir sollten eine andere Variante wählen", meinte er.

Nur kurz währte die Debatte, dann hatte sich in den wenigen Redebeiträgen bereits eine klare Mehrheit herauskristallisiert. "Wir dürfen jetzt keine Zeit mehr verlieren, wenn wir das Weiterbildungsangebot aufrecht erhalten wollen", sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Franz Jäger. Ganz ähnlich sah es Andreas Wollmann (SPD): "Wir haben zu lange gestritten, uns läuft die Zeit davon", sagte er und ergänzte: Wenn der Rat nicht handele, lege er die Angelegenheit in die Hände des Rhein-Sieg-Kreises, was wiederum mutmaßlich teurer würden.

Partnerkommunen zeigten sich ungeduldig

Die Kreisverwaltung hatte die Gemeinde Wachtberg aufgefordert, bis spätestens zum heutigen Freitag eine Entscheidung herbeizuführen. Wie berichtet, war im Sommer innerhalb der Wachtberger Kommunalpolitik ein Streit darüber entbrannt, ob man ein weiteres Jahr eine Beitragsermäßigung zu Lasten der anderen Mitglieder im Zweckverband erwirken soll.

Je länger die Diskussion in Wachtberg dauerte, desto ungeduldiger zeigten sich die Partnerkommunen. Am Ende drohte der Rhein-Sieg-Kreis gar damit, in den Belangen der VHS notfalls stellvertretend für Wachtberg tätig zu werden.