Ortsvertretung Villip und Pech: Verbesserungen im Busliniennetz für Wachtberg

Ortsvertretung Villip und Pech : Verbesserungen im Busliniennetz für Wachtberg

Die Ortsvertretungen von Villip, Villiprott, Holzem und Pech haben sich in ihrer jüngsten Sitzung für zwei Streckenvarianten ausgesprochen, um das ÖPNV-Angebot in Wachtberg zu verbessern.

In der gemeinsamen Ortsvertretungssitzung von Villip, Villiprott, Holzem und Pech stellte Christoph Groneck vom Rhein-Sieg-Kreis, Referat für Wirtschaftsförderung und strategische Kreisentwicklung, mögliche Varianten des künftigen Busverkehrs im Drachenfelser Ländchen vor. Die Diskussion über die zukünftige Streckenführung der Buslinien hatte rund 50 Bürger zu überwiegend konstruktiven Gesprächen ins Familienzentrum nach Villip gelockt. Bürgermeisterin Renate Offergeld und der Beigeordnete Swen Christian nahmen Anregungen der Bürger auf.

„Die eierlegende Wollmilchsau wird es nicht geben“, sagte Groneck. Auch wenn man gerne alle Wünsche erfüllen würde, sei dies in der Realität nicht machbar. Anhand der Anregungen aus vorangegangenen Bürgerbeteiligungen, den erhobenen Fahrgastdaten und zukünftigen grundsätzlichen Veränderungen im ÖPNV habe man Varianten erarbeitet, um für möglichst viele Menschen möglichst viel Mobilität zu schaffen.

Einsatz von Kleinbussen

Günstig sei in diesem Falle eine Fördermaßnahme, von der Wachtberg als Nachbarkommune der Stadt Bonn profitiere. Ein weiterer Schritt für die Finanzierbarkeit der Pläne sei die weitgehende Integration des Schülerspezialverkehrs in den Linienverkehr. Dies bedeute jedoch nicht, dass es nicht hier und da einzelne, allein auf die Schüler abgestimmte Verbindungen geben werde, betonte Groneck. Zudem sehen die Änderungen in Zukunft den Einsatz von Kleinbussen mit 30 Fahrgastplätzen auf den weniger frequentierten Verbindungen vor. So könne man zukünftig eine mindestens stündliche, nach Möglichkeit halbstündliche Taktung umsetzen. „In Stoßzeiten auch noch kürzer“, kündigte Groneck an. In Swisttal habe man mit entsprechenden Maßnahmen gute Erfahrungen gemacht. Allen Varianten gemein sei eine deutliche Verbesserung des ÖPNV-Angebots auf den Linien 855, 856 und 857 sowie eine dauerhafte Festlegung der Streckenführung der Linie 855.

Grundsätzlich sei es möglich, dass sich entweder die drei Buslinien in geänderter Streckenführung in Berkum und Pech kreuzten, oder dass die derzeitigen Streckenführungen mit wenigen Modifizierungen durch eine neue, Pech, Villiprott, Villip, Holzem und Berkum verbindende Buslinie ergänzt würden. Bei der Kreuzung der Linien entstünden deutlich längere Fahrzeiten in Richtung Merl und Meckenheim. Weiterhin fielen wichtige Direktverbindungen für Adendorf, Arzdorf, Fritzdorf und Pech weg. Ein weiterer Grund, diese Variante zu verwerfen, war, dass die Fahrtzeit zwischen den beiden Endhaltestellen deutlich zu lang sei, um sie realisieren zu können, so Groneck.

Mit dem Fokus auf die verbindende Zusatzlinie präsentierte Groneck die möglichen Varianten. Man konzentrierte sich schnell auf zwei davon, weil so auch das bisher völlig unberücksichtigte Holzem mit öffentlichem Nahverkehr versorgt werden kann. Außerdem würden fast alle Haltestellen angefahren, zu denen bei der Bürgerinformation Anfang Juni Bedarf angemeldet worden war. Knackpunkte sind nach wie vor die Versorgung der Haltestellen „Dorfplatz“ in Villiprott sowie „Bruch“ in Villip. Besonders positiv aufgenommen wurde der Queranschluss der Ortschaften an das Einkaufszentrum am Wachtbergring. „Dann können auch die älteren Leute ohne Auto für ihren täglichen Bedarf einkaufen“, meinte eine Bürgerin und wies auf die Notwendigkeit der Daseinsvorsorge hin.

Fehlender Buswendeplatz

Eine Villiprotterin betonte, dass nicht alle Bürger die Haltestelle am Dorfplatz haben wollten. Die Meinungen seien zweigeteilt, es gäbe gute Argumente dafür wie auch dagegen. Dem Anschluss der Haltestelle Im Bruch widersprach man hingegen nicht. „Man kann die Brücher nicht abhängen“, stellte einer der Bürger unter allgemeiner Zustimmung fest.

Drei Stolpersteine blieben jedoch. Während für eine Variante der Zukunftsweg saniert und die Haltestelle „Bruch“ an die L 158 verlegt werden müsste, müsste im anderen Fall eine Wendemöglichkeit für die neue Busverbindung auf dem Kirchparkplatz in Villip geschaffen werden. Die Wendemöglichkeit zu schaffen, sei nicht das größere Problem. Bei Beerdigungen und mehrtägigen Dorffesten aber sei es unmöglich, dort einen Bus wenden zu lassen, war zu hören. Die Ortsvertretung unter dem Vorsitz von Mira Schwarzenberger empfahl der Wachtberger Verwaltung, die beiden fokussierten Varianten unter Berücksichtigung der notwendigen Zusatzarbeiten zu verfolgen.

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