Schäden rechtzeitig entdeckt: Unbekannte sägen Hochsitz in Adendorf an

Schäden rechtzeitig entdeckt : Unbekannte sägen Hochsitz in Adendorf an

In Adendorf haben Unbekannte einen Hochsitz angesägt. Ein Jagdaufseher entdeckte die Schäden nur durch Zufall und verhindert so Schlimmeres.

Sehr unauffällig und glatt hatten Unbekannte einen knapp vier Meter hohen Hochsitz im Wald von Adendorf angesägt. Jagdaufseher Wolfgang Seidel war am Dienstagnachmittag schon zwei Mal bei der Kontrolle von Borkenkäferschäden an der Holzkonstruktion zwischen den Fichten vorbeigegangen, ohne den Schaden zu bemerken. Erst, als er den Hochsitz zum dritten Mal passierte, erkannte er den ersten, sehr schmalen Schnitt. Ein kurzes Rütteln habe Gewissheit gebracht: Zwei der vier tragenden Holme waren angesägt worden.

Wer auch immer das gemacht habe, habe einen schweren Unfall in Kauf genommen, nahm Waldbesitzer Georg Freiherr von Loë zu dem Sachverhalt Stellung. Die Schäden wären im Halbdunkel kaum zu sehen gewesen. Zwar würden die Ansitze in gewissen Abständen auf ihre Standfestigkeit überprüft, wäre aber jemand vor der nächsten Kontrolle auf den Hochsitz geklettert ohne den Schaden gleich zu bemerken, wäre die Holzkonstruktion unter Umständen mitsamt seinem Nutzer zusammengebrochen.

Während man die Tat im vorliegenden Falle als Sachbeschädigung einstufe, wäre die Sachlage im Falle eines Unfalls unter Umständen anders zu bewerten, sagte Simon Rott, Pressesprecher der Polizei Bonn. Genaue Statistiken zu derartigen Vorfällen gebe es nicht. Um einen Unfall zu verhindern, markierte Seidel den Schaden umgehend farblich. Die Hochsitze würden drei bis vier Mal im Jahr benutzt, entweder zur Wildbeobachtung oder zur Regulierungsjagd.

Eine Woche oder ein bisschen älter schätzte Seidel den Schaden. Immer wieder käme es zu Beschädigungen an Hochsitzen im Wald. Bis zu vier Mal jährlich reguliere man Vandalismusschäden oder solche gezielten Beschädigungen. Erst im Mai hatte man an einem Hochsitz im Wald alle Trittstreben mit senkrechten Schnitten zerteilt und anschließend die Stücke in alle Richtungen verbogen.

Rund 40 Hochsitze dieser Art befinden sich derzeit für Jäger und Naturschützer im Wald, so von Loë. Mittlerweile seien viele bereits mit starken Ästen so gesichert, dass man sie nicht umwerfen könne, erklärte Seidel. Der Besitzer des Waldes will in jedem Fall Anzeige erstatten. Für ihn ist nicht nachvollziehbar, wie Menschen dazu kommen, solche Sachen zu machen. Allerdings sei das nicht der einzige Schaden, der im Wald angerichtet würde. Wildernde Hunde seien ebenso ein Problem wie Spaziergänger, die die Wege verlassen. Gerade die scheuen Tiere würden in ihren Verstecken aufgescheucht, fliehen über die Straßen und würden angefahren. Er würde sich mehr Rücksicht auf die Natur wünschen.

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