Angebliches Mitglied eines gemeinnützigen Vereins: Trickbetrügerin erbeutet Geld aus Postfiliale in Pech

Angebliches Mitglied eines gemeinnützigen Vereins : Trickbetrügerin erbeutet Geld aus Postfiliale in Pech

Eine unbekannte Frau hat sich in der Pecher Postfiliale als Mitglied eines gemeinnützigen Vereins ausgegeben und so Geld entwendet, das dort für den Verein gesammelt worden war.

Betroffen wirkt die Betreiberin des der kleinen Postfiliale in Pech. Zugleich ist der 78-jährigen Christa Güster der Ärger über sich selbst anzumerken, weil sie offenbar einer Betrügerin auf den Leim gegangen ist. Gutgläubig hatte sie einer Frau, die eine schlüssige Geschichte servierte, einen dreistelligen Geldbetrag übergeben, der ursprünglich für einen gemeinnützigen Verein bestimmt war.

Seit 2004 betreibt Christa Güster mit ihrem Lebensgefährten Heinz Nettekoven die kleine Postfiliale im Keller des Hauses neben der evangelischen Kirche. „Wir haben hier eine reine Handpost. Hier gibt es keinen Computer und auch sonst nichts Wertvolles“, erzählte Güster und beschrieb die Atmosphäre: „Die Post wird gut angenommen, und die Menschen sind freundlich.“ So schöpfte sie auch keinerlei Verdacht, als die 50- bis 60-jährige mutmaßliche Betrügerin zum dritten Mal in ihren Laden schaute, um Kleinigkeiten zu erledigen. „Wir haben uns ein wenig unterhalten. Sie fand die Kalender schön, die wir hier für einen gemeinnützigen Zweck verkauft haben“, sagte Güster. Dass sich die Frau immer genau umgeschaut und die Tür eingehend gemustert habe, sei ihr erst im Nachhinein aufgefallen. „Aber da hätte ja auch nichts passieren können. Nach einem Einbruch vor einigen Jahren haben wir die Tür gut gesichert“, sagte Güster.

Sie ahnte nicht, dass sie an diesem Tag trotzdem großen Schaden erleiden sollte. „Sie hat erzählt, dass sie selbst seit einiger Zeit in dem Verein Mitglied sei und sich abends mit einem Vorstandsmitglied treffen wolle“, erinnerte sie sich Güster. „Sie machte einen seriösen Eindruck, deshalb habe ich ihr das Geld mitgegeben.“ Erst als zwischen Weihnachten und Neujahr tatsächlich ein Vorstandsmitglied des Vereins im Laden stand, um das Geld abzuholen, fiel auf, dass etwas nicht stimmte. „Zuerst haben wir noch an einen Irrtum geglaubt“, so Güster. Abwarten wollte sie, ob die Frau vielleicht einfach nur vergessen hatte, den Umschlag abzugeben. „Aber jetzt ist es schon Ende Januar, jetzt kann man nicht mehr von einem Irrtum oder einem einfach vergessenen Umschlag ausgehen“, sagte die rüstige Postlerin. „Ich habe Anzeige erstattet.“

Am 21. Dezember 2019 habe der Betrug gegen 17.30 Uhr in der kleinen Postfiliale „Am Langenacker“ stattgefunden, sagt Simon Rott, Sprecher der Polizei Bonn. Die Verdächtige sei zwischen 50 und 60 Jahre alt gewesen. Grundsätzlich rate die Polizei, keinen unbekannten Personen Geld oder Wertgegenstände auszuhändigen, gleich welche Geschichte aufgetischt wird. Im Zweifelsfall könne man denjenigen, für den das Geld tatsächlich bestimmt ist, anrufen. Alternativ könne man den angeblichen Boten nach dem Ausweis fragen, um den Sachverhalt aufzuklären, riet er.

Christa Güster jedenfalls wird den Vorfall nicht so schnell vergessen. „Ich traue niemandem mehr, es sei denn, ich kenne die Leute länger“, sagte sie. Den entstandenen Schaden aus der eigenen Tasche zu ersetzen, hatte sich die Postlerin nicht nehmen lassen.