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Familiensportbund: Tag der offenen Tür auf dem FKK-Gelände in Arzdorf

Familiensportbund : Tag der offenen Tür auf dem FKK-Gelände in Arzdorf

Der Familiensportbund hat seine Tore zum FKK-Gelände geöffnet. Eine Ehrung für das breite Sportangebot machte den Vorstand stolz.

Dass man den Nackten nicht wohlgesonnen war, sei weit vor seiner Zeit gewesen, erklärte der Vorsitzende des Familiensportbundes Friedhelm Trinkl auf dem FKK-Gelände in Arzdorf. 70 Lenze zählt der Verein nämlich bereits, seit 60 Jahren liegt sein Gelände auf dem kleinen Hügel in Arzdorf. In dieser Zeit haben die aktiven Naturisten das Gelände ebenso wie das Sportangebot erweitert und vor einigen Jahren die Statuten der Vereinsentwicklung angepasst. Unter den vielen angebotenen Sportarten findet man nun auch das derzeit beliebte Stand Up Paddling auf dem vereinseigenen See, wie beim Tag der offenen Tür zu erfahren war.

Nicht immer habe man sich auf den heute zur Verfügung stehenden sieben Hektar nackt frei bewegen können, erzählte der Vorsitzende. Bevor man den oberen Teil des Geländes zugekauft hatte, waren einige Bereiche des Naturistengeländes von außen einsehbar. „Deshalb wusste hier jeder Bescheid, dass man sich in den oberen Bereichen nicht unbekleidet aufhalten darf, das war eine Auflage der Behörde“, so Trinkl.

Mit der Vergrößerung kamen andere Auflagen: Ein Zaun musste um das gesamte Gelände gezogen werden, eine Begrünung wurde gefordert. „Wir haben die Sachen gekauft und ein Wochenende zum Aufbau festgelegt“, sagte der Vorsitzende. „Alle Mitglieder sind damals gekommen. Wir haben den Zaun an einem einzigen Wochenende aufgebaut.“ Ebenso sei man mit der Hecke verfahren, so Trinkl. Eine eingeschworene Gemeinschaft ist man hier oben nach wie vor. Trotzdem habe sich einiges geändert. Mittlerweile nehme man angesichts des veränderten Freizeitverhaltens der Mitglieder für viele Arbeiten die Hilfe von Fachunternehmen in Anspruch. Natürlich sei auch das gestiegene Durchschnittsalter ein Faktor für diese Entscheidung gewesen. Nachwuchsprobleme gibt es hier trotzdem nicht. „Wir haben hier vom Säugling bis zu über 90-Jährigen alle Altersklassen vertreten“, so Trinkl. Unter den rund 400 Mitgliedern seien rund 60 Kinder und Jugendliche.

Manch einer fand nach vielen Jahren wieder zu diesem Freizeittrend zurück. „Ich habe einen großen Teil meiner Kindheit und Jugendzeit hier verbracht“, erzählte eine 74-Jährige. Ihre Mutter habe hier schon einen Platz gepachtet. Als die Familie aus Brasilien nach Bonn zurückkam, beschlossen die Tochter und ihr Mann auf den Platz zurückzukehren.

Am Tag der offenen Tür hatte man nicht nur das 70-jährige Bestehen zu feiern. „Wir wurden mit einer Urkunde vom Familiensportbund ausgezeichnet“, sagte Trinkl nicht ohne Stolz. Hervorgehoben wurde darin das „vorbildliche bürgerschaftliche Engagement und die Förderung des gemeinnützigen Breitensports für Familien in NRW“. Der Verein bietet Bobbycarwettfahrten, Schwimmen, Tennis, Badminton, Beachvolleyball, Bogenschießen und Tischtennis an der frischen Luft für alle Altersgruppen an.