Aktion auf dem Rodderberg: Schutzzäune für brütende Vögel

Aktion auf dem Rodderberg : Schutzzäune für brütende Vögel

Die Biologische Station Bonn/Rhein-Erft hat gemeinsam mit 18 US-Studenten der Akademie für Internationale Bildung sogenannte Staketenzäune auf dem Rodderberg errichtet. Sie sollen brütende Vögel schützen.

Das Klopfen hörte man schon von Weitem über den Rodderberg schallen. Auf der Wiese neben dem Heinrichsblick, wo die Mehlemer früher ihren Verurteilten vor der Hinrichtung eine letzte schöne Aussicht aufs Siebengebirge gewährten, waren am Donnerstag junge Leute dabei, rund um Rosenbüsche Pfähle in den Boden zu rammen und daran sogenannte Staketenzäune zu befestigen. Das Ganze wurde von der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft mit Unterstützung von 18 Studenten aus den USA durchgeführt, die dabei ordentlich ins Schwitzen kamen.

Die jungen Leute aus Los Angeles absolvieren gerade ein Auslandssemester. „Wir wollen die Kultur hier erleben“, erklärte Biochemie-Studentin Katie Wright. Dazu gehören auch Reisen etwa nach Berlin oder Amsterdam, aber vor allem bilden sie sich in Klassen an der Akademie für Internationale Bildung (AIB) weiter. Die Studierenden kommen aus verschiedenen naturwissenschaftlichen Bereichen, viele aus der Medizin und aus Umwelt-Studienfächern. Gemeinsam nehmen sie in Bonn an einem Projekt zur Nachhaltigkeit im Naturschutz teil. Ein zentrales Thema ist laut Katie die Anpassung der Umwelt an den Klimawandel.

Seit sieben Jahren pflegt die Biostation eine Kooperation mit der AIB und bietet den ausländischen Studierenden Praxiserfahrungen zum Thema an. Leiter Christian Chmela war seitdem mit den jeweiligen Gruppen in der ehemaligen Kiesgrube bei Vilich-Müldorf, in der Düne Tannenbusch und an anderen Orten. Jetzt war der Rodderberg dran.

Dort werden regelmäßig Schafe und Ziegen auf die Wiesen gelassen, damit sie diese kahl fressen. „Es handelt sich um Magerrasen auf vulkanischem Untergrund“, so Chmela. Die böten eine vielfältige Flora, darunter neben Wiesenblumen auch Rosenbüsche, die eine große Artenvielfalt an Insekten anlocke. Und die wiederum bildeten die Nahrungsgrundlage verschiedener Vogelarten, die in den Hecken und Büschen brüteten.

Für die Rosenbüsche interessierten sich allerdings auch die Ziegen, sagte Chema. Deshalb bohrten er und seine Helfer rund um diese Gewächse Löcher in den Boden, in die mit einer Ramme Pfähle aus Robinienholz eingesetzt wurden. An diesen befestigten die Studierenden die Staketenzäune, bestehend aus Kastanienholzstreben, die mit Draht verbunden sind. Beide Holzarten seien verwitterungsresistent, erklärte der Biologe, und deshalb bestens geeignet.

Weiterhin arbeiteten die US-Studenten in der Nordgrube, wo nachgewachsene Gehölze zurückgeschnitten und die wertvollen Trockenhänge freigestellt wurden. Das war anstrengende Arbeit, machte Katie und den anderen aber auch Spaß. Finanziell wird das Projekt von der Sparkasse unterstützt, für die Rafael Selzer, Bereichsleiter Firmenkunden Bonn, am Donnerstag vor Ort einen symbolischen Scheck über 2800 Euro überreichte.

Die Akademie für Internationale Bildung sucht neue Gastfamilien. Interessierte Familien können sich unter Tel. 02 28/33 88 39 23 melden.

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