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Unterricht in der Coronakrise: Schule in Wachtberg-Berkum wartet auf weitere Schüler

Unterricht in der Coronakrise : Schule in Wachtberg-Berkum wartet auf weitere Schüler

Die Leitung der Hans-Dietrich-Genscher-Schule in Wachtberg-Berkum bereitet sich auf weitere Schul-Rückkehrer vor. Laut NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer könnten die neunten Klassen ab 7. Mai wieder in die Schule kommen.

Wann dürfen die anderen Schüler kommen? Die Frage treibt in diesen Tagen auch Hendrik Heimbach, Leiter der Hans-Dietrich-Genscher-Schule, um. „Offiziell gibt es noch keine Neuigkeiten seitens des Ministeriums, wie die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts an den weiterführenden Schulen organisiert werden soll“, sagt Heimbach. Im Interview habe NRW-Ministerin Yvonne Gebauer sinngemäß gesagt, dass ab dem 7. Mai auch die neunten Klassen wieder in die Schule dürften.

Bis zum Tag X heißt es deshalb an der profilierten Gemeinschaftshauptschule, weiter Erfahrungen durch die Zehntklässler zu sammeln. „Innerhalb der Schule gibt es beim Unterricht der 10er keine Probleme“, resümiert Heimbach. Allerdings halte er es für sinnvoll, dass Mitarbeiter des Ordnungsamtes die Schüler außerhalb des Geländes an die Abstandsregeln erinnerten. Bislang geht der Unterricht in weiten Teilen „unverhüllt“ vonstatten: „Über eine schulinterne Maskenpflicht werden wir nächste Woche beraten, das Land NRW hat eine solche bislang nicht vorgesehen.“

Knapp 60 Zehntklässler bereiten sich seit dem 23. April auf ihre Abschlüsse vor. „Die Öffnung musste in einem engen Zeitfenster organisiert werden“, merkt Heimbach wie so viele Schulleiter kritisch an. Die Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung sei aber sehr gut gewesen.

Dank gilt Lehrern und Hausmeistern

In der Folge sei das Gebäude zügig vorbereitet worden, sodass Schüler unter Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln stundenweise Unterricht erhalten konnten. Sein Dank gilt den Schulhausmeistern und den Kollegen.

Die drei Zehner-Klassen mussten nicht geteilt werden, da das Kollegium auf große Räume wie Aula und Filmraum zurückgreifen kann. Unterricht gibt es als Prüfungsvorbereitung in den Hauptfächern Deutsch, Englisch und Mathe. „Die drei Klassen haben in dieser Phase jeweils zwei Stunden täglichen Unterricht in drei Blöcken“, erklärt Heimbach. Da die Klassen nicht geteilt worden seien, habe man darauf geachtet, möglichst wenige Schüler gleichzeitig auf das Areal am Stumpebergweg zu lassen. „Falls weitere Klassen unterrichtet werden müssen, werden wir ein Modell mit versetzten Pausenzeiten entwickeln“, sagt der Leiter. Denn in einem normalen Raum könnten nur neun Schüler gleichzeitig unterrichtet werden.

Diejenigen, deren Schulzeit im Sommer nicht endet, lernen derzeit zu Hause. „Es zeigt sich wie so oft, dass diejenigen Schüler, auch leistungsmäßig, besser mit dem Home-Schooling zurecht kommen, die gut unterstützt werden“, sagt Heimbach. Es gebe ein interaktives Tool. „Die Kenntnisse im Umgang mit neuen Medien und die Ausstattung mit geeigneter Hardware sind jedoch bei Lehrkräften und Schülern sehr unterschiedlich vorhanden“, sagt er. Daher erhielten die Kinder ihre Materialien und Aufgaben auch per E-Mail, über die Schulinternetseite oder per Post. Letzteres sei besonders für die jüngeren Kinder in Inklusionsklassen wichtig.

Heimbach betont, dass das nicht den klassischen Unterricht ersetzen kann: „Vor allem die leistungsschwächeren Kinder, aber auch Geflüchtete, sind auf die intensive Förderung in der Schule angewiesen, deren Grundlage auch die persönliche Ansprache durch die Lehrkräfte ist.“ Dies sei der Grund für das Klassenlehrerprinzip an der Schule.