Fest bis Dienstag: Regen beherrschte Kirmes-Wochenende in Villip

Fest bis Dienstag : Regen beherrschte Kirmes-Wochenende in Villip

Die Kirmes der Villiper Junggesellen wurde am Wochenende zur feuchtfröhlichen Angelegenheit. Bis Dienstag noch drehen sich die Karussells.

Der Zacheies wird sich am Ende der Villiper Kirmes für so einiges verantworten müssen, vorneweg für das miese Wetter. So viel konnte der neue Vorsitzende der Villiper Junggesellen, Dennis Krupp, schon verraten. Und für die Platzorganisation: "Wir hatten wenig Platz, mussten Schausteller hin und her schieben, und manchmal haben wir Dinge vergessen, die eigentlich klar sind."

Etwa den Messingzapfhahn und den Holzhammer für den Fassanstich am Samstag. Alles war vorbereitet um 15 Uhr, Bürgermeisterin Renate Offergeld war unerwartet gekommen, um für den JGV "Eintracht" Grün-Weiß ihres Amtes zu walten, aber das Wichtigste musste erst noch geholt werden. Als alles vorhanden war, regnete es, aber da mussten die Verantwortlichen dann durch, und die Bürgermeisterin auch.

Der Regen beherrschte das Kirmes-Wochenende, aber der Ex-Präsident Torben Latz blieb gelassen - immerhin war es nicht kalt. "Früher ging nie was ohne Winterjacke." Also früher vor 20 Jahren. "In den letzten Jahren haben wir hier auch schon in kurzer Hose und T-Shirt gestanden." Man habe zuletzt mit dem Wetter immer Glück gehabt, sagte er.

Jetzt regnet es halt mal. "Da muss man halt mit leben", meinte Norbert Lünenbach, dem die Schiffschaukel, die Schießbude, das Pfeilwerfen und ein Süßwarenstand auf dem Platz gehören. Dass dann der Umsatz nicht so gut ist, sei Berufsrisiko. In der Regel sei der Verdienst in Villip aber in Ordnung. "Für den Raum Wachtberg ist das eine gute Kirmes." Es ist ja auch die größte. In Adendorf und Niederbachem etwa sei er der einzige Beschicker.

Und in Berkum gebe es gar keine Kirmes, meinte Alois Schwind. In seiner Zeit als Ortvertretungsvorsitzender für Villip wurde der heutige Kirmesplatz eingerichtet. "Ich habe ihn 1976 mit eingeweiht. Seitdem gibt es die Kirmes in dieser Größenordnung." Und da kämen auch viele Leute aus den umliegenden Ortschaften hin.

Zur Eröffnung ließen sich nicht so viele Leute blicken, wie man es aus den letzten Jahren gewohnt war. Einige Familien hatte wohl das Wetter abgeschreckt. Nicht jedoch Tim, zweieinhalb Jahre alt, der die Fahrt im Rennwagen des Kinderkarussells genoss. Mit seiner neun Monate alten Schwester Hannah als Beifahrerin genoss er viele Runden. Auch auf dem Autoscooter fuhren einige Besucher, während der Babyflug still stand: Der ist nicht überdacht, es regnete in die kleinen Flugzeuge hinein. Die Fahrgeschäfte waren ein wenig anders angeordnet als 2018, aber neue Schausteller waren nicht dabei: Lünenbach und viele seiner Kollegen kommen schon seit mehr als 20 Jahren dorthin.

Die Junggesellen, die wie üblich den Getränkestand in der Mitte des Platzes organisieren, vertrieben sich die Leerlaufzeit damit, Nägel mit der spitzen Seite eines Hammers in einen Baumstamm zu schlagen. Am Samstag luden sie dann nach der Abendmesse in der benachbarten Kirche Sankt Simon und Judas Thaddäus und der Kranzniederlegung ins Festzelt zu Musik von DJ Hansi und Sektbar. Am Sonntag war die Kirmes ab 10 Uhr offen, etwa zu der Zeit begann es auch wieder zu regnen.

Der Zacheies war im Getränkestand angekettet. In den letzten Jahren hatte ihn immer irgendwer entführt. Das, sagte Krupp, werde dieses Mal nicht passieren. Junggesellen sind eben Optimisten.