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Heimatverein Villip: Rätsel um historisches Werkzeug in Wachtberg

Heimatverein Villip : Rätsel um historisches Werkzeug in Wachtberg

Ein Adendorfer findet ein altes Gerät in einer alten Töpferei. Wofür es verwendet wurde, weiß niemand. Der Heimatverein sucht jemanden, der das Rätsel lösen kann.

Das Werkzeug in der Hand von Ulf Hausmanns ist alt. Streicht man mit der Hand über die hölzerne, glatte Oberfläche, fühlt es sich so an, als wäre es sehr oft benutzt worden. Was aber genau seine Besitzer damit gemacht haben, hat bisher noch niemand herausgefunden.

„Wir freuen uns immer über interessante Ausstellungstücke, die unseren Fundus bereichern“, sagte Hausmanns vom Heimatverein Villip. Auch dieses Werkzeug würde er gerne ausstellen, selbstredend mitsamt der zugehörigen Informationen darüber, wie es gebraucht wurde. Deshalb sucht der Vorsitzende nun Menschen, die sich an ein solches Werkzeug erinnern und das Geheimnis der Anwendung lüften können.

Eindeutig sachkundig von einem Fachmann aus zwei Teilen zusammengesetzt, erinnert der museale Neuzugang grob an die Form einer Handsichel, allerdings ohne Schneideelement. Gefunden hatte es Herrmann Riemenschneider aus Adendorf, als er vor Jahren das Gebäude der ehemaligen Töpferei Corzelius übernommen hatte. Dort wird allerdings seit den 1930er Jahren kein Töpferhandwerk mehr betrieben. „Deshalb können wir auch nicht gut einschätzen, ob das Werkzeug tatsächlich der Töpferei zuzuordnen ist“, so Hausmanns.

Informationen sind erwünscht

Da viele Familien zu Beginn des 20. Jahrhunderts neben ihren Werkstätten auch Landwirtschaft betrieben oder einen Pflanzgarten bestellten, wäre es auch denkbar, dass das Objekt dabei zum Einsatz kam. Weil man nicht genau weiß, an welcher Stelle im Haus sich das Objekt ursprünglich befunden hat, wäre auch eine Nutzung im Haushalt denkbar.

Von der Zuordnung zum Gewerk hängt auch die zukünftige Position im Heimatmuseum ab. Im Keller der Turnhalle der Grundschule Villip stellt der Heimatverein neben den Werkzeugen des Schmieds, des Sattlers und des Zimmerers auch landwirtschaftliche Gerätschaften aus verschiedenen Jahrzehnten aus. Wo man aber auch sucht, man findet kein vorhandenes Exponat, das dem Neuzugang ähnlich sieht oder das zu einem zweiten Gegenstand passen würde, mit dem man es im Verbund genutzt haben könnte.

Wer Informationen zu dem Holzwerkzeug hat, kann Ulf Hausmanns anrufen oder einfach im Museum vorbeikommen. Bei dieser Gelegenheit dürfen sich die Besucher selbstverständlich auch in der Ausstellung über weitere Gewerke, die Schreinerei, die Bäckerei oder den historischen Webstuhl informieren. Als Replik ist hier zudem der bekannte Fritzdorfer Goldbecher zu finden. Das Gefäß hatte ein Landwirt in den 50ern in der Nähe der Fritzdorfer Kirche entdeckt. Ein Schulzimmer und eine beinahe vollständig eingerichtete „Stube“ aus der Zeit um 1900 herum bringen die damaligen Lebensverhältnisse plastisch nahe.

„Auch zu den beiden Burgen, die es hier gegeben hat, gibt es Ausstellungsstücke und Informationen“, sagte Hausmanns. Die Burg Gudenau ist noch heute gut sichtbar am Ortsrand gelegen und repräsentiert die Verhältnisse in der Vergangenheit. Von der Motte der Rolande, die einst ebenfalls auf dem heutigen Villiper Gebiet lag, ist außer einem Stein mit Wappen und wenigen anderen Hinweisen auf ihre Existenz nicht viel erhalten. Den Original-Schlussstein des Villiper Gerichtsbogens, der das Recht auf eine eigene Gerichtsbarkeit dokumentierte, finden Besucher ebenfalls im Museum.

„Die Sammlung ist eine wahre Fundgrube und öffnet oft das Verständnis für heute existierende Fakten, die aus der Geschichte des Dorfs entstanden sind“, sagte Hausmanns. In Zukunft wolle er mit seinen Mitstreitern einige Bereiche im Museum umgestalten und benötige noch Hilfe. „Wir würden uns auch über dauerhafte Unterstützung im Team freuen.“

Tipps zu dem historischen Holzwerkzeug nimmt Hausmanns unter ☎ 02 28/32 72 36 entgegen. Das Museum ist jeden ersten Mittwoch im Monat von 17.30 bis 19 Uhr geöffnet. Der Zugang befindet sich am Eingang der Turnhalle in der Villiper Hauptstraße 21.