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Drossel mit Blasrohr beschossen: Polizei ermittelt wegen Tierquälerei in Wachtberg

Drossel mit Blasrohr beschossen : Polizei ermittelt wegen Tierquälerei in Wachtberg

Schon ein Wunder, dass das arme Tier überhaupt noch lebt. Bürger aus Villiprott meldeten einen besonderen Fall von Tierquälerei. Offenbar hat jemand mit einem Pfeil auf eine Singdrossel geschossen und sie verletzt.

Ein trauriger Fall von Tierquälerei beschäftigt Bürger in Villiprott: Seit Ende vergangener Woche wird eine schwer verletzte Singdrossel beobachtet, die immer wieder zur Futterstelle eines Naturfreundes in der Straße Biemsmaar einfliegt. Im Hals es Vogels steckt gut sichtbar ein blauer, etwa acht Zentimeter langer Pfeil eines Blasrohrs.

Der Fall war dem Bonner Verein Komitee gegen den Vogelmord vom Ordnungsamt der Gemeinde Wachtberg gemeldet worden. Der Verein rief einen auf Vogelrettung spezialisierten Kollegen aus Velbert, der bisher vergeblich versuchte, den misshandelten Vogel einzufangen und ihm zu helfen. Der Verein hat Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt.

Der Polizei liegt eine Anzeige vor

Die Polizei bestätigt die Vorgänge. „Ja, die Anzeige liegt uns vor. Unser Kriminalkommissariat 11 hat die Ermittlungen aufgenommen“, erklärt Simon Roll von der Pressestelle. Da der Vogel noch nicht gefangen worden sei, habe bisher keine Spurensicherung stattfinden können. Deshalb fordert die Polizei verstärkt die Bevölkerung auf, sich zum vorliegenden Fall unter 0228/1 50 zu melden und sachdienliche Hinweise zu geben.

Der Polizei seien in der letzten Zeit keine vergleichbaren Fälle bekannt, so Rott. Singdrosseln stehen wie alle Singvögel unter Naturschutz. Heinz Schwarze, Vorsitzender des Komitees, ist empört: „Mit einem Blasrohr Jagd auf geschützte Singvögel zu machen, ist nicht bloß ein Naturschutzproblem. Es ist schlichtweg Tierquälerei. Man muss schon sehr verroht sein, um so etwas zu tun.“ Der Vogelschützer befürchtet, dass dem Wachtberger Tierquäler weit mehr Vögel zum Opfer gefallen sein könnten. „Normalerweise sterben die Tiere sofort, wenn sie von einem Stahlpfeil dieser Größe getroffen werden. Ich möchte gar nicht wissen, wie es im Garten des Täters aussieht.“