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Pecher Feuerwehr zieht in Bad Godesberg um

Abriss im Oktober : Pecher Feuerwehr zieht in Behelfsbau in Wachtberg

Die Pecher Feuerwehr räumt ihr Material in den Behelfsbau an der Hauptstraße in Pech. Der Abriss des alten Hauses beginnt am 7. Oktober.

Ein wenig kamen sich Frank Adams, Führer der Löschgruppe Pech, und seine Kameraden am Samstag vor wie bei einer Wohnungsauflösung: Da mussten nämlich - neben jeder Menge Feuerwehrtechnik - alte Sonnenschirme ebenso entrümpelt wie kistenweise Gläser mit teils nostalgischem Wert verpackt werden, die auch in der neuen Behelfsunterkunft einen Platz bekommen sollen. Schließlich hieß es für die Löschgruppe am Wochenende umziehen. Und zwar aus ihrem alten Gerätehaus an der Seibachstraße in eine eigens gebaute Behelfsunterkunft nahe der Brücke an der Pecher Hauptstraße.

Wie mehrfach berichtet, wird der Altbau abgerissen, um Platz für einen rund 1,8 Millionen Euro teuren Neubau zu schaffen. Am Samstag richtete sich die Ehrenabteilung, eine rund 45 Mann starke Löschgruppe, häuslich in ihrer vorübergehenden Unterkunft ein. Sie besteht aus vier voll eingerichteten Containern für die Mannschaft und einer mobilen Fahrzeughalle aus Holz für das Löschfahrzeug, die später abgebaut und für andere Zwecke gebraucht werden kann. Adams betont: "In der Behelfsunterkunft haben wir alles, was wir brauchen."

Auch wenn der Funktionsbau an der Seibachstraße aus den 60er- Jahren längst nicht mehr zeitgemäßen Anforderungen genügt, wurde mancher Feuerwehrmann wehmütig beim Leeräumen des alten Gerätehauses: "Hiermit sind halt viele Erinnerungen verknüpft", erklärt Löschgruppenführer Frank Adams und zeigt auf einen Bilderrahmen gefüllt mit historischen Fotos der Löschgruppe. Bislang hing er an der Seibachstraße.

Die Wehmut erklärt er so: "An dem Bau hat sich über Jahrzehnte nichts verändert." Im Positiven, wie im Negativen, etwa was die fehlenden, modernen sanitären Einrichtungen angeht. Daher sagt Adams klipp und klar: "Trotz eines weinenden Auges überwiegt ganz klar die Freude, dass wir jetzt das modernste Gerätehaus in der Gemeinde bekommen." Außerdem sei man froh, dass die Verwaltung eine Lösung gefunden habe, "die es uns ermöglicht, in Pech zu bleiben. Dafür sind wir dankbar", so Adams.

Bis 2021 soll das neue Gerätehaus fertig sein. Es wird getrennte Duschen sowie insbesondere eine sogenannte "Schwarz-Weiß-Trennung" erfüllen, Einsatz- und Sozialbereich liegen also separat. Denn oft gehört es zur Einsatzwirklichkeit, dass die Dienstmontur der Wehrleute etwa bei einem Feuer durch den höchst schädlichen Brandrauch kontaminiert wird.

Dabei können Schadstoffe auch an der Haut und an den privaten Kleidungsstücken anhaften, betont Christian Schröder, stellvertretender Referatsleiter Umweltschutz der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb), im Feuerwehrmagazin. "Das ist die typische Kontaminationsverschleppung: Schadstoffausdünstungen aus der Schutzkleidung werden wegen fehlender Schwarz-Weiß-Trennung auf saubere Kleidung übertragen und bis nach Hause mitgeschleppt.", Dies führt er auf eine oft nicht vorhandene räumliche und einrichtungstechnische Trennung zwischen Einsatz- und Sozialbereich zurück sowie auf fehlende Schränke mit Belüftung zum Trocknen der Einsatzkleidung.

Wann das alte Gerätehaus bald Geschichte ist, steht auch schon fest: Ab 7. Oktober rollen die Bagger, weiß Adams, sprich: Der Abriss des Altbaus beginnt. Damit fällt auch die Sirene im Ort weg, wobei Feuerwehrsprecher Michael Ruck betont: "Wir verfügen auch über eine mobile Sirene, sodass sich keine Lücke beim Schutz der Bevölkerung auftun wird."

Was allerdings für den Ort während der Bauzeit zum Problem werden könnte: Wenn jetzt auf dem zentralen Dorfplatz gebaut wird, fallen rund 20 Parkplätze weg. Anders formuliert: Der Parkdruck der Bürger auf der Pecher Hauptstraße, die ja bekanntlich ohnehin nicht mit übermäßig vielen Abstellflächen gesegnet ist, dürfte ab Ende Oktober steigen.