Evangelisches Gemeindezentrum: Parkplätze mit Raum für die Natur in Niederbachem

Evangelisches Gemeindezentrum : Parkplätze mit Raum für die Natur in Niederbachem

17 neue Parkplätze stehen jetzt den Besuchern des Gemeindezentrums Niederbachem zur Verfügung. Jetzt soll noch eine ökologische Bepflanzung folgen.

Der Bau von Parkplätzen ist nicht immer unbedingt ein Projekt, dass zu einer städtebaulichen Aufwertung einer Stadt beziehungsweise eine Gemeinde beiträgt. Schließlich geht es in der Regel um nüchterne Funktionsbauten und die Schaffung jeder Menge versiegelter Fläche. Unstrittig ist aber auch: Parkplätze sind und bleiben ein notwendiges Übel, zumal es selbst im beschaulichen Niederbachem an eben solchen fehlt – vor allem am Evangelischen Gemeindezentrum an der Bondorfer Straße.

Darum durfte man nun gespannt sein, wie die ortsansässige Architektin Lisa Holz und Bauingenieur Markus Kapitza, der ebenfalls aus Niederbachem kommt, den Auftrag des Wachtberger Presbyteriums umgesetzt haben: Auftrag war angesichts eines ausgewiesenen Parkplatzmangels rund um die Kirche auf einem kircheneigenen Grundstück am Gemeindezentrum 17 neue Parkplätze zu schaffen. Erklärtes Ziel des Projektes war auch, dass die Parkflächen wenn möglich den Blick auf den Ort nicht trüben sollten. Seit Ende des Jahres können die Autos auf dem neuen Parkplatz parken, der in der Tat auch das Auge erfreut, weil man quasi über die geparkten Blechkarossen hinwegsieht. Und was noch folgen wird: Eine ökologisch wertvolle Bepflanzung, die laut Architektin Holz vor allem bedrohten Insekten eine neue Heimstatt geben soll.

Seit Jahren ist Parken an der Evangelische Kirchengemeinde in Niederbachem ein höchst leidiges Thema. Zwar gibt es 13 Stellplätze, doch diese reichen nicht aus, zumal auch noch eine Reihe Stellplätze nahe des Mehlemer Baches liegen, also im Überschwemmungsgebiet. In der Vergangenheit war insbesondere diese Fläche immer wieder überflutet worden, was die evangelische Kirche laut Pfarrer Günter Schmitz-Valadier ein ums andere Mal viel Geld gekostet hat, um die Flächen wieder herrichten zu lassen. Ein weitere entscheidender Grund, die Parkplätze zu bauen: "Die Feuerwehr hat immer wieder darauf hingewiesen, dass ihre Einsatzfahrzeuge die oft zugeparkte Bondorfer Straße nicht passieren können", erinnert sich Bauingenieur Kapitza.

Rund 250.000 Euro für neues Bauprojekt

Daher musste das Presbyterium handeln und rund 250.000 Euro für ein neues Bauprojekt in die Hand nehmen: Unmittelbar neben dem Gemeindezentrum sollten auf einem rund 1200 Quadratmeter großen Areal auf 740 Quadratmeter Areal 17 Stellplätze und zwei Behindertenparkplätze geschaffen werden. Zudem wollte Schmitz-Valadier eine Garage für den Gemeindebus.

Clou der Planung war nun: Die geparkten Autos verschwinden quasi aus dem Blickfeld, weil Architektin Lisa Holz das Areal etwa 1,50 Meter tief abgraben ließ. Dies erleichtert zudem den Parkplatzbenutzern den Zugang ins Gemeindezentrum, da sie nun keine steilen Wege mehr gehen müssen. Von Anfang an war Holz und Ingenieur Kapitza dabei ein möglichst umweltverträgliches Bauprojekt wichtig. Dazu gehörte, dass die Stellflächen aus versickerungsfähigem Pflaster bestehen und notfalls leicht zurückgebaut werden können. Aufgrund der Masse an abgegrabenem Erdreich bekam Lisa Holz von Anliegern immer wieder die Frage gestellt: "Wird hier eine Tiefgarage gebaut."

Beim Abgraben des Erdreiches gab es eine unliebsame Überraschung. Die Arbeiter stießen auf eine alte Erdgasleitung mit einem Durchmesser von 15 Zentimetern: "Wir wussten nicht, ob sie noch Gas führt“, so Holz: „Das war schon so ein Phase, wo ich Herzklopfen hatte." Doch rasch stellte sich heraus: Die Leitung war längst abgeklemmt und vermutlich Beiwerk einer alten Straßenführung.

Was den Bauarbeitern dann aber zu schaffen machte, waren vor allem Beeinträchtigungen durch den Jahrhundertsommer: "Das hat unter anderem zu einer rund zweimonatigen Verzögerung der Arbeiten geführt", so Kapitza: "Trotzdem ist es uns letztendlich gelungen, den Kostenrahmen einzuhalten."

Was jetzt noch fehlt ist die Begrünung des Areals, die für Architektin Holz ein ganz wichtiger Bestandteil des Projektes ist: Einige Akazien stehen bereits, weitere Bäume sollen folgen. Zudem weitere Sträucher und Bodendecker, "die vor allem Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten Nahrung bieten sollen", führt Architektin Holz aus. Auch will sie auf Pflanzen setzen, die zu verschiedenen Jahreszeiten blühen: "So wie der Winterjasmin." Entstehen wird zudem noch eine weitere Grünfläche an einem ungewöhnlichen Ort: "Auf dem Dach der neuen Garage."

Mehr von GA BONN