Bauen in Wachtberg: Niederbachemer Dorfplatz wird erst 2020 fertig

Bauen in Wachtberg : Niederbachemer Dorfplatz wird erst 2020 fertig

Beim Niederbachemer Dorpfplatz läuft es nicht rund. Händler fordern die Ausweisung von Kurzzeitparkplätzen und bessere Erreichbarkeit der Flächen rund um den Henseler Hof. Die Gemeinde Wachtberg verspricht nun, dass die Arbeiten im Januar beendet sein werden.

Wann wird die Neugestaltung des Dorfplatzes vor dem Henseler Hof fertig sein? Die Frage treibt viele Niederbachemer, vor allem die Gewerbetreibenden, um. Wie berichtet, war der zuletzt angedachte Fertigstellungstermin im August aufgrund unerwarteter baulicher Probleme an einigen Hausfundamenten entlang der Konrad-Adenauer-Straße nicht mehr zu halten gewesen. Auf Nachfrage im Rathaus heißt es nun: „Nach Absprache mit den ausführenden Firmen soll der Vorplatz bis Januar fertiggestellt sein.“

Die erneut verschobene Fertigstellung macht Andreas Wollmann, Vorsitzender der Ortsvertretung, „stinksauer“: „Ich weiß allerdings noch nicht genau, auf wen ich sauer sein soll.“ Denn nach seinen Infos hat die erneute Verzögerung – ursprünglich sollte das Projekt im März fertig sein – auch mit einer falsch angeschlossenen Kanalisation zu tun, „was so niemand vorhersehen konnte“. Was die Händler derzeit am meisten stört: „Es fehlt die versprochene Ausweisung von Kurzzeitparkplätzen“, kritisiert eine Betroffene, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchten.

Zu den Kurzzeitparkplätzen sagt Alexandra Wellner, Mitarbeiterin der Pressestelle im zuständigen Siegburger Kreishaus: „Die Ausweisung ist bereits seit längerem geplant.“ Leider habe sich die Beteiligung der Fachbehörden etwas verzögert, sodass die verkehrsrechtliche Anordnung hierzu erst in der vergangenen Woche habe erlassen werden können. „Das Straßenverkehrsamt geht davon aus, dass der Bauhof der Gemeinde Wachtberg die betreffende Beschilderung nach dem Erlass schnellstmöglich aufstellen wird.“

Bessere Zuwege gefordert

Ein weitere Forderung der Einzelhändlerin ist eine bessere Zuwegung des Platzes. Sie betont, dass der Dorfplatz bislang noch eine Sackgasse für Autofahrer und nur über die L 123 erreichbar ist. Daher fordert sie eine Öffnung für den Verkehr zur Rolandstraße hin. Bislang können in diese Richtung nur Fußgänger und Fahrradfahrer passieren. Zur geforderten Öffnung des Dorfplatzes in Richtung Rolandstraße für den Verkehr konnte die Gemeinde bislang noch keinen Termin nennen.

Aus Sicht von OV-Vorsitzendem Wollmann ist das „ärgerlich, da die Forderung der Gewerbetreibenden nachvollziehbar ist“. Ausgiebig wird die Sanierung des Dorfplatzes laut Wollmann am Dienstag, 24. September, ab 18 Uhr in der Sitzung der Ortsvertretung im Feuerwehrgerätehaus in Niederbachem diskutiert. „Ich werde mich ab 20 Uhr im Henseler Hof im Gespräch mit allen Kritikern vor Ort einem Faktencheck stellen“, kündigt er an. Dabei will Wollmann mit immer wieder gehörten, unzutreffenden Behauptungen zur Dorfplatzsanierung aufräumen. Schließlich könne er sich an kein anderes Bauprojekt in Wachtberg erinnern, „was in über 30 Sitzungen diskutiert wurde“.

Ein Irrtum ist für ihn, dass es an Grün fehlt: „Es wird zukünftig mehr Bäume vor dem Henseler Hof geben.“ Nämlich vier Bäume statt bislang nur einer besagten Linde. Gut möglich, dass bei Wollmann auch Michael Turley vom Wachtberger Ableger der „Parents for Future“-Bewegung vorstellig wird. Nach der ersten Sitzung am Montagabend teilte die Initiative per Pressemitteilung ihre – negative – Sicht zur Sanierung mit. Unter anderem heißt es: „Wir wollen eine sofortige Umplanung der noch zu pflasternden Flächen und anstelle der Betonversiegelung die Pflanzung von zwölf Schatten spendenden Bäumen mit unterlegtem, wasserdurchlässigem Ökopflaster.“

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