Für Radfahrer und Wanderer: Neues Leitsystem im Naturschutzgebiet Rodderberg

Für Radfahrer und Wanderer : Neues Leitsystem im Naturschutzgebiet Rodderberg

Im Naturschutzgebiet Rodderberg ist das Leitsystem für Wanderer und Radfahrer erneuert worden. Die bisherigen Wegeeinfassungen wurden im letzten Jahr durch Vandalismus zerstört.

Es hat sich etwas auf dem Rodderberg getan. Die bisherigen Wegeinfassungen in dem Naturschutzgebiet waren bekanntlich durch Vandalismus zerstört worden. Laut Presseamt der Stadt Bonn hatte "der ökologisch wertvolle Halbtrocken-Magerrasen bereits Schäden durch Betreten gezeigt". Daher habe die Stadt Bonn die sogenannte Besucherlenkung erneuert.

Hintergrund für die Maßnahme ist, dass das Naturschutzgebiet Rodderberg nicht nur bei Wanderern und Spaziergängern als Ausflugsziel beliebt ist. Vor allem ist das hoch über der Gemeinde gelegene Areal im Laufe der Zeit zu einem sehr wertvollen Lebensraum für viele seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten geworden. Die Biologische Station Bonn/Rhein-Erft, die das Biotop pflegt und wissenschaftlich betreut, zählt hier allein über 40 Arten der Roten Liste Nordrhein-Westfalens, darunter Purpur-Sommerwurz (Orobanche purpurea), Aufrechter Ziest (Stachys recta), Kartäusernelke (Dianthus carthusianorum) und Sonnenröschen (Helianthemum nummularium).

Besonderheiten unter den Insekten sind der farbenfrohe Schwalbenschwanz, das auffällige Blutströpfchen und die Blauflügelige Ödlandschrecke, eine stark gefährdete Heuschrecke trockener, schütter bewachsener Standorte. "Aus naturschutzfachlicher Sicht sind die dortigen Halbtrocken-Magerrasen überregional bedeutsam", ergänzt das Presseamt: "Da die bisherige Wegeinfassung vor allem durch Vandalismus größtenteils zerstört wurde, kam es in der Vergangenheit vermehrt zu erheblichen Trittschäden auf den empfindlichen Trockenrasenflächen."

Um die Situation auf dem Rodderberg zu verbessern, hat die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Bonn die Erneuerung der sogenannten Besucherlenkung in die Wege geleitet. Ende September wurden die zerstörten Begrenzungen entlang der Wege entfernt und alle Pfosten und Begrenzungen erneuert, soweit sich diese auf Bonner Stadtgebiet befinden. Zusätzlich werden laut Presseamt zwei Informationstafeln auf der Windkuppe und in der Tuffgrube installiert. Sie geben Hinweise, wie der Rasen geschützt werden kann und warum das Betreten der Biotope verboten ist.

Außerdem gibt die Stadt Tipps, wie Besucher die Flora und Fauna vor Ort schützen können. Besucher sollen vor allem auf den vorgesehenen Wegen bleiben. "Das gilt auch für Fahrradfahrer", betont die Stadt. Für Hundebesitzer gelte: Hunde anleinen und auf den Wegen führen.

Weitere Infos zum Naturschutzgebiet Rodderberg gibt es auf www.bonn.de/rodderberg

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