Wachtberger Drache ist gelandet: Neues Kunstwerk an Berkumer Einkaufszentrum enthüllt

Wachtberger Drache ist gelandet : Neues Kunstwerk an Berkumer Einkaufszentrum enthüllt

Zum 50. Geburtstag der Gemeinde gab es für die Wachtberger am Donnerstagabend eine besondere Überraschung. Vor ihren Augen wurde ein zwei Tonnen schwerer Drache enthüllt.

Dass da etwas Großes auf die Wachtberger zum 50. Geburtstag ihrer Gemeinde wartet, ließ seit zwei Wochen die blaue Plane auf dem Kreisel am Einkaufszentrum erahnen. Dass es auch etwas Tolles ist, davon überzeugten sich viele Besucher bei der Enthüllung des Drachens am Donnerstagabend - und wurden nicht müde, ihre Handys zu zücken.

Wie berichtet, war das Wappentier der Gemeinde in fast schon beängstigender Realität von Schülern der Hans-Dietrich-Genscher-Schule, ihrer Lehrerin Monika Düren und dem Pecher Künstler Willi Reiche erschaffen worden. "Mädchen wollten leider bei dem Projekt nicht mitmachen, das Material war ihnen zu garstig", sagte der Vorsitzende des Vereins Kunst und Kultur in Wachtberg (KuKiWa), Alfred Schneider, bei der volksfest-artigen Feier in Berkum. Er war im vergangenen Jahr mit der Idee bei Bürgermeisterin Renate Offergeld im Rathaus vorstellig geworden und lobte die "unkomplizierte Unterstützung".

So stiftete die Gemeinde das Betonfundament, welches das fast zwei Tonnen schwere Kunstwerk aus Rundstabmaterial und Bandeisen trägt. Entstanden ist alles in Reiches Atelier in Pech. Arbeitsstunde für Arbeitsstunde setzten sich dort Füße, Gelenke, Rumpf, Flügel und der Kopfansatz zusammen. "Alle haben gemeinsam gebastelt, geschweißt, gebogen und geflext", betonte Schneider den Zusammenhalt im Team. Das war mit Max und Paul Schneider vom Aloisiuskolleg sogar zeitweise schulübergreifend.

Von der Genscher-Schule machten Dominik Ziebach, René Gottschling, Julian Kaspers, Daniel Drach, Kai Flemmer, Jelle Bollebakker und Ahmed Al Ali mit; seit dem Sommer alles Ehemalige. Mächtig stolz war Schulleiter Hendrik Heimbach auf ihre Leistung: "Sie waren ein gutes Team und haben Zielstrebigkeit bewiesen, beides auch wichtig fürs Berufsleben."

Reiche und seine Frau Tania Beilfuß hielten sich als künstlerische Macher wie immer bescheiden im Hintergrund. Aber auch ihnen galt der anerkennende Applaus der Menge, als die blaue Plane zu Boden sank und der Drache erstmals seine Flügel ausbreitete - zu den Klängen von "Conquest of Paradise", gespielt von den Berkumer Dorfmusikanten.

Unter den Gästen begrüßte Moderator Robert Hein, Vizevorsitzender von KuKiWa, besonders herzlich Barbara Genscher, die Witwe des früheren Bundesaußenministers. Sie zeigte sich ebenfalls begeistert vom zähnefletschenden Koloss. Am Donnerstag spuckte der Drache zwar kein Feuer, dafür aber kurzzeitig Rauch. Dass er generell in friedlicher Mission unterwegs ist, davon künden die Blumen in seiner Pranke. Und auch des Nachts wacht er von nun an über die Wachtberger - mit leuchtend roten Augen dank Solarpanel hinter den Ohren.

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