Nach Bränden in Gimmersdorf: Neues Konzept für Kompostieranlage in Wachtberg

Nach Bränden in Gimmersdorf : Neues Konzept für Kompostieranlage in Wachtberg

Nach den Bränden 2018 wurde in der Kompostieranlage Gimmersdorf ein neues Konzept umgesetzt. Es sieht größere Abstände zwischen den Mieten und bessere Zufahrtswege vor.

Klaus Riebau, Betreiber der Kompostieranlage in Gimmersdorf, war im vergangenen Jahr nicht zu beneiden. Nachdem er 25 Jahre nie ein Problem mit Feuer beziehungsweise Bränden hatte, musste die Feuerwehr im vergangenen Jahr gleich zwei Mal ausrücken. Das erste Mal zu einem wochenlangen Großeinsatz Anfang 2018. Beim zweiten Brand im Herbst konnten Riebau und seine Mitarbeiter das Feuer selbst löschen. Als Ursache stellte sich heraus: Die Mieten mit den Grünrückständen waren zu hoch und zu groß, so dass der Rhein-Sieg-Kreis im Herbst einen Aufnahmestopp für Grünschnitt verhängte. Für Riebau bedeutete das mitten in der Hauptsaison eine Katastrophe.

Trotzdem war er von Amts wegen gehalten, erst mehr Platz und vor allem eine übersichtliche Struktur mit besseren Zuwegungen auf seiner Anlage zu schaffen. Der Aufnahmestopp vom Herbst ist inzwischen längst aufgehoben. Zudem liegt das Gutachten für ein neues Betriebskonzept für die Lagerung der Grünrückstände vor, das er in Auftrag gegeben hatte. Auf Grundlage dieses Konzeptes hat er die Mieten auf seinem Betriebsgelände inzwischen neu geordnet, verkleinert und zugänglicher gemacht. Was allerdings noch aussteht: Betreiber Riebau wartet weiterhin darauf, dass der Kreis dieses neue Betriebskonzept auch absegnet. Trotzdem sagt er: „Meine Anlage ist jetzt wieder voll funktionsfähig.“

Es ist etwas über ein Jahr her, da hatte der erste Schwelbrand tief in den meterhoch gestapelten Grünrückständen die Wachtberger Wehr über Wochen in Atem gehalten. Feuerwehrleiter Markus Zettelmeyer hatte das Problem so erklärt: Durch den Druck im Inneren der Kompostmiete könne eine Temperatur von 300 bis 400 Grad Celsius erreicht werden, so dass sich die Miete selbst entzünde. Dadurch, dass das Material so stark komprimiert sei, sei es schwierig, die vielen Brandnester freizulegen, so Zettelmeyer. Nachdem die Feuerwehr im Oktober erneut zu Schwelbränden auf der Anlage von Riebau gerufen worden war, zog der Kreis die Reißleine und verhängte einen Aufnahmestopp für Grünschnitt.

Riebau musste zunächst viel Grünabfall abholen lassen und dann seine Anlage neu strukturieren. Denn der Kreis hatte eine nachträgliche Anordnung zum Brandschutz erlassen. In diesem Zusammenhang legt Riebau allerdings Wert auf die Feststellung, dass er sich in der Vergangenheit immer an die Genehmigungen und Auflagen des Kreises gehalten habe. Allerdings sah er nach den neuerlichen Bränden ein, dass ein anderes Konzept erforderlich war – sozusagen eine Weiterentwicklung der Kompostieranlage, auf der im Jahr rund 26 000 Tonnen Grünabfall anfallen.

Da Riebau die Anordnung des Kreises für „nicht umsetzbar“ hielt, gab er ein eigenes Gutachten in Auftrag. Die dort vorgeschlagenen Maßnahmen hätten jetzt alle Verantwortlichen überzeugen können, so Riebau. Wehrleiter Zettelmeyer, der auch Vize-Kreisbrandmeister ist, hatte erst vor wenigen Wochen mit einem Brandschutzingenieur des Kreises die Anlage unter die Lupe genommen. Zettelmeyer: „Ich sehe da keine Probleme mehr, zumal jetzt die Abstände zwischen den Mieten eingehalten und Zufahrten zu den Lagerstätten geschaffen wurden.“

Auch der Kreis sieht aktuell keinen Handlungsbedarf, wie Antonius Nolden von der dortigen Pressestelle sagt: „Der Brandschutz auf der Kompostieranlage ist aus Sicht des Rhein-Sieg-Kreises sichergestellt.“ Zum Gutachten merkt Nolden an: „Das von Herrn Riebau in Auftrag gegebene Gutachten liegt dem Rhein-Sieg-Kreis bisher nur in Auszügen vor, so dass eine abschließende Beurteilung noch nicht möglich ist.“

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