Wachtberger Hausmeister: Nach 18 Jahren verlässt Dittkrist die Schule

Wachtberger Hausmeister : Nach 18 Jahren verlässt Dittkrist die Schule

Wolfgang Dittkrist hat im Schulzentrum in Wachtberg 18 Jahre lang Alltag, Raumvermietung und Notfälle aller Art geregelt. Jetzt will er viel reisen. Sein Nachfolger heißt Thomas Bösche.

18 Jahre dauert es von der Geburt bis zur Volljährigkeit. Genauso lange hat Wolfgang Dittkrist aus Berkum als Hausmeister die Fäden in der Hand, wenn es um die Räume des Schulzentrums ging. Das Telefon immer am Mann, half der Teamhausmeister bei kurzfristigen Veranstalterwünschen, informierte über Brandschutzvorschriften und war zur Stelle, wenn der Keller unter Wasser stand. In der Schule war und ist man sich einig: Der Mann war eine Institution.

Was lag da näher, als ihn nicht ohne große Feier in den Ruhestand gehen zu lassen. Bürgermeisterin Renate Offergeld kam zum Abschied des „Chief Facility Managers“, die Schulleiter der Hans-Dietrich-Genscher Schule, Hendrik Heimbach, und der Gemeinschaftsgrundschule Drachenfelser Ländchen, Fiona Keegan, viele Kollegen und natürlich die Schüler, die in keinem Fall fehlen durften. Ein eigens für ihn gedichtetes Ständchen gab es, viele Worte des Lobes und schließlich der große Moment, mit dem Dittkrist sich in den, wie er selbst sagt, Unruhestand verabschiedete: Er überreichte den Schlüssel an seinen Nachfolger Thomas Bösche.

Viel Unterstützung aus dem Rathaus

In den 18 Jahren habe sich Vieles verändert, findet er. Die Hausmeister der einzelnen Schulen wurden zu einem Hausmeisterteam zusammengefasst, die Strukturen wurden straffer. „Aber im Rathaus hat man sich immer um Unterstützung bemüht“, fand er. „Wenn es ein Problem gab, wurde unbürokratisch geholfen, wenn es ging.“ Außerdem habe man „Einiges in die Schule reingesteckt“. So sei es möglich gewesen, in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen bei der Gemeinde und in Abstimmung mit Firmen die Schule in einem guten Zustand zu erhalten.

Pannen habe es allerdings auch mal gegeben. Ein Mitarbeiter der Studiobühne hatte einmal am Wochenende ein Requisit für eine Probe holen wollen und dabei glücklicherweise früh das eindringende Wasser im Keller entdeckt. Die Ursache konnte er aber trotz intensiver Suche nicht finden. Der eilig informierte Hausmeister Dittkrist kannte jedoch auch die entlegensten Winkel des Gebäudes und suchte schnell die Ursache in dem alten, kleinen Kriechkeller unter der Schule.

Tatsächlich sickerte dort das Wasser von außen ins Gebäude. „Da hatte ein Bagger bei Arbeiten am Außengelände eine Wasserleitung stark beschädigt“, erinnert sich der Hausmeister. Allerdings war bei dem Schaden kein Wasser ausgetreten, weil die Leitung wegen des vorangegangenen Winters abgesperrt war. So hatte der Baggerfahrer das Malheur zugeschüttet und Stillschweigen bewahrt. „Als wir den Absperrhahn wegen einer Veranstaltung wieder geöffnet haben, fing es eben an zu sickern“, so Dittkrist.

Mehr Zeit als vorher habe er aber nicht. Zu viel gebe es zu tun, wozu man vorher nicht die Gelegenheit gehabt habe. Reisen wollen vorbereitet werden, die Kanaren rufen nach ihm und seiner Frau. Außerdem plant er einen Teich im Garten und die Fitness per Nordic Walking rund um und quer durch Wachtberg will er auch genießen.

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