Jubiläum in Wachtberg: Lob für Geschichtsaufarbeitung

Jubiläum in Wachtberg : Lob für Geschichtsaufarbeitung

Der Heimatverein Niederbachem feierte am Wochenende sein 50-jähriges Bestehen. Professor Harald Uhl wurde zum Ehrenmitglied ernannt.

Anstatt im großen Rahmen ein Festwochenende aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des Heimatverein Niederbachem zu feiern, reduzierte der Vereinsvorstand am Sonntag spontan das geplante Festprogramm aufgrund der erheblichen Unwetterschäden.

„Mit Rücksicht auf die durch die Flutwelle vom Samstagnachmittag betroffene Nachbarschaft haben wir uns entschlossen, ein Konzert mit der Gruppe “Weggefährten„ abzusagen“, sagte der langjährige Vorsitzende des Heimatvereins Niederbachem, Hans Thelen. Auch weitere geplante Programmpunkte mussten gestrichen werden, wie beispielsweise die Vorführung der Gruppe Frankendorf-Nithrindorp. Die Teilnehmer aus Nierendorf hatten selbst Unwetterschäden zu beseitigen

Zum Festprogramm gehörte dann schließlich ein Auftritt der Holly-Hoppers, eine musikalische und tänzerische Führung durch die Jahrzehnte. Jagdhornbläser und eine Märchenlesung mit Barbara Bohm, Informationsstände des Vereins Kunst und Kultur in Wachtberg sowie des Heimatvereins Niederbachem fanden große Beachtung. Mitglieder des Heimatvereins informierten die Besucher über Vereinsaktivitäten im Jahresverlauf.

Eingeläutet wurden die Festveranstaltungen zum Jubiläumsjahr in der vergangenen Woche schon mit der Ausstellung „Aus Haus und Hof zu Kaisers Zeiten“ in der Niederbachemer VR-Bank-Geschäftsstelle und am Samstag mit einer Festveranstaltung im Haus Gereon. Dort begrüßten zunächst die Mitglieder des Niederbachemer Schulchores unter Leitung von Benedikt Haentjes die Gäste.

Die Wachtberger Bürgermeisterin Renate Offergeld sowie zahlreiche Vertreter aus dem Wachtberger Gemeinde- und Vereinsleben gehörten schließlich auch zu den Gratulanten. Finanzielle Zuwendungen für die Fortführung der erfolgreichen Vereinsarbeit nahm Vorsitzender Hans Thelen mit seinen Vorstandsmitgliedern unter anderem von der VR-Bank und der Enewa-Energieversorgung entgegen. „Das Geld verwenden wir für unser eingerichtetes kleines Heimatmuseum und beispielsweise auch für die Herausgabe des Heimatbriefes“, sagte Thelen.

Gerade der Heimatbrief sei eine Unterlage zur Aufarbeitung der Heimatgeschichte in Niederbachem. Über viele Jahre bereitete Vereinsmitglied Professor Harald Uhl zahlreiche Beiträge vor, wurde zudem bekannt durch seine Erforschung des jüdischen Lebens in Bad Godesberg sowie in Wachtberg, organisierte Führungen über den jüdischen Friedhof in Mehlem und an die Stelle der ehemaligen Synagoge in Mehlem.

Professor Uhl wurde am Samstag als neues Ehrenmitglied des Heimatvereins mit einer Urkunde bedacht. Lob gab es auch für die drei anwesenden Gründungsmitglieder Josef Simon, Oswald Richter und Karl-Robert Meyer-Osiander. Auf das Ehrenamt und die kulturelle Wahrung des kulturellen Erbes, maßgeblich gestaltet durch die Heimatvereine und ihre geschichtsinteressierten Mitglieder, ging schließlich Norbert Kühn vom Landschaftsverband Rheinland in einem Festvortrag ein. Anhand eines Videoclips stellte Kühn zunächst einige Ehrenämtler vor, bevor er die Bedeutung auch des Niederbachemer Heimatvereins für die gesamte Region betonte.

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