Alte Schule in Werthoven: Leerstand in Kapellenstraße wird behoben

Alte Schule in Werthoven : Leerstand in Kapellenstraße wird behoben

Der leerstehende Schandfleck an der Kapellenstraße ärgert Bürger und Politiker schon lange. Nun kommt wieder Bewegung in die Sache.

Gute Nachrichten konnte Beigeordneter Swen Christian am Donnerstagabend in der Werthhovener Ortsvertretung verkünden. Die von vielen Bürgern als Schandfleck empfundene alte Schule auf der Kapellenstraße, die zu einem Wohnhaus umgebaut werden sollte, aber nach einem Brand jahrelang leer stand (der GA berichtete), wird von einer Bonner Immobilienfirma saniert. „Die Firma will keinen Abriss“, betonte Christian, „sondern eine Nachnutzung“.

Warum sich das Ganze über Jahre hingezogen hatte, konnte der Beigeordnete erklären: „Hintergrund war ein Rechtsstreit mit der Versicherung, der bis vor den Bundesgerichtshof ging.“ Die Richter hätten nun entschieden, „dass die Firma einen Anspruch gegen die Versicherung hat“. Damit könne die Haussanierung in Angriff genommen werden. Erforderlich dafür wären zwei Gutachten, von denen das umfangreichere, ein sogenanntes „brandchemisches Gutachten“, bereits vorliege. Das zweite, nämlich das Baugutachten, solle in der zweiten Jahreshälfte folgen. „Das klingt alles sehr optimistisch“, betonte Christian gegen über den Ortsvertretern und zahlreichen Zuhörern im Pössemer Treff. Derzeit sei allerdings schwer einzuschätzen, was gebaut werden könnte.

Weniger gute Nachrichten gab es bezüglich einer zweiten Brandruine, die unmittelbar neben der alten Schule liegt. Dabei handelt es sich um eine ehemalige Lagerhalle, in der laut Ortsvertreter Thomas Franz gerade „noch jede Menge Kühlschränke vor sich hin rotten“, was mit Blick auf Umweltschäden Anlass zur Sorge geben würde.

Dornröschen-Haus an der Birresdorfer Straße

Das Problem: „Der bisherige Eigentümer hat das Eigentum durch Verzicht aufgegeben, das Grundstück ist herrenlos“, wie Antonius Nolden, Mitarbeiter in der Pressestelle des Rhein-Sieg-Kreises, bereits im Februar auf GA-Anfrage ausgeführt hatte. Darum sei der nach dem Brand einsturzgefährdete Teil der ehemaligen Lagerhalle an der Kapellenstraße 1 im Jahr 2014 durch den Kreis „im Rahmen der Ersatzvornahme abgebrochen und der übrige Teil verschlossen worden“. Es werde noch geklärt, „ob der Fiskus des Landes NRW durch Aneignung Eigentümer wird“, so der Kreissprecher im Februar. Doch daraus wird nichts, wie Beigeordneter Swen Christian zu berichten wusste: „Das Land NRW kann das Grundstück nicht übernehmen, weil noch Verbindlichkeiten auf der Immobilie lasten.“

Hinzu kommt aus Sicht von Christian noch ein weiteres Problem: „Der Rhein-Sieg-Kreis hat die Abbruchkosten damals vorgestreckt.“ Heißt, auch die müsste ein neuer Eigentümer übernehmen. „Daher traut sich da keiner ran“, brachte es der Beigeordnete auf den Punkt. Die Gemeinde könne ob der Haushaltlage das Grundstück ebenfalls nicht problemlos übernehmen. Trotzdem regte Ortsvertreter Franz an, in irgendeiner Form die Entsorgung der Kühlschränke sicherzustellen. Ortsvertreter und Kreistagsabgeordneter Christoph Fiévet brachte die Rhein-Sieg-Abfall-Gesellschaft (RSAG) ins Spiel. Zuhörer forderten zudem eine bessere Absicherung des Geländes ein, da teils immer noch spitze Gegenstände aus dem Fundament ragen würden.

So gut wie keine Bewegung gibt es zudem auf einem weiteren Areal in Werthhoven, das seit geraumer Zeit für Ärger bei Nachbarn sorgt: Die Rede ist von dem völlig verwilderten Dornröschen-Haus an der Birresdorfer Straße, einem seit ebenfalls langer Zeit leer stehenden Einfamilienhaus (der GA berichtete).

Hintergrund ist der Streit in einer Erbengemeinschaft. Die Möglichkeit, gegen den üppigen Bewuchs vorzugehen, hat beispielsweise die Gemeinde nur dann, wenn Gefahr durch den Verfall ausgehen könnte. Dies ist aber aus Sicht der Verwaltung derzeit nicht der Fall. Darum hatte Beigeordner Christian unlängst auch mehrere der Eigentümer kontaktiert, „aber es regt sich nichts“.

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