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Ortsvertretung Villip/Villiprott/Holzem: Landwirte kritisieren Poller

Ortsvertretung Villip/Villiprott/Holzem : Landwirte kritisieren Poller

Alles andere als langweilig war am Dienstagabend die konstituierende Sitzung der Ortsvertretung Villip/Villiprott/Holzem (OV) im Hotel Görres, der auch Wachtbergs Bürgermeisterin Renate Offergeld beiwohnte.

Zahlreiche Bürger verfolgten die Sitzung und brachten sich durch teils emotionale Wortbeiträge ein.

Bevor die Sitzung beginnen konnte, wählten die ortskundigen Bürger, bestehend aus Albert Schmitz, Kay Künzel, Frank Peusquens, Bernd Becker, Helene Steuth, Katharina Bleutge, Helga Frohberg und Sabine Killmann, zuvor einen neuen OV-Vorstand. Einstimmig gewählt wurden als OV-Vorsitzende Mira Schwarzenberger und als ihr Stellvertreter Ulf Hausmanns.

Die Starkregenereignisse in den letzten Sommermonaten standen auf der Tagesordnung auf Platz eins. Schnell kristallisierte sich heraus, dass für diesen Punkt, der viele der anwesenden Bürger zu Wortmeldungen drang, demnächst eine eigene Sitzung der OV stattfinden soll. Angeregt wurde dieser Vorschlag, der durch die OV auch angenommen wurde, durch Kay Künzel.

"Wir sollten die Fachkompetenz, die es in unserem Ort dazu gibt, bündeln und ausnutzen - teure Ingenieure von außen können wir uns sparen", erklärte Künzel, "es geht auch über den kurzen Dienstweg". Ein Landwirt aus Villip gab dabei zu bedenken, dass die Anwohner in der Straße "Im Bruch" von den Starkregenereignissen am meisten betroffen sind. "Das kommt alles von der Hauptstraße runter zu uns - bei uns wird aber dagegen nichts gemacht. Man lässt uns einfach im Stich", beschwerte sich der Landwirt.

Sehr emotional wurde der Landwirt bei einem weiteren Tagesordnungspunkt, der überraschend den Sitzungsabend dominierte. Dabei ging es um die Poller im Villiprotter Neubaugebiet. Eine Durchfahrt für Landwirte zu ihren Feldern ist so nicht mehr möglich. "Wir müssen nun immer durch den Ort fahren und nehmen so große Umwege in Kauf", so der Landwirt. Während sich die Anwohner des Gebietes über eine Verkehrsberuhigung freuen, stellen die Poller für die Landwirtschaft ein großes Problem dar.

Sollten die Poller nicht bald verschwinden, drohte der Landwirt damit, dass er eines seiner Felder nicht für das Martinsfeuer in Villiprott zur Verfügung stellen würde, da man "von der Gemeinde vor vollendete Tatsachen gestellt wird". Durch einen anwesenden Anwohner wurde daraufhin der Lösungsvorschlag verkürzter Poller eingebracht. Poller, die von landwirtschaftlichen Fahrzeugen problemlos überfahren werden können, von normalen Autos aber nicht. Der OV wird diese Möglichkeit nun überprüfen.

Des Weiteren wurde unter anderem über den aktuellen Pflegezustand des Villiper Friedhofes diskutiert. "Der Beschnitt einmal im Jahr ist viel zu wenig, dies müsste öfter geschehen", forderte der ortskundige Bürger Albert Schmitz - der OV wird bei der Verwaltung in Erfahrung bringen, ob eine mehrmalige Pflege umzusetzen ist. Ebenfalls beschlossen wurde, die Verwaltung nach einer Umsetzung der Glascontainer im Siebengebirgsweg zu fragen - und zwar zurück auf ihren alten Standplatz in der Straße.