Abschluss der Wachtberger Kulturwochen: Kreative Menschen zeigen ihre Kunst

Abschluss der Wachtberger Kulturwochen : Kreative Menschen zeigen ihre Kunst

Hunderte Besucher kommen zum Abschluss der Veranstaltung in private Ateliers und Gärten von beteiligten Künstlern. Für die macht der persönliche Austausch mit ihren Gästen die besondere Note des zweiwöchigen Festivals aus.

Die zwölften Wachtberger Kulturwochen gingen am Sonntag mit einem Liederabend mit Tenor Nico Heinrich und dem Pianisten Peter Bortfeldt in sommerlicher Atmosphäre im Atelier des Malers Michael Franke zu Ende.

16 Tage lang gab es in Wachtberg Workshops, Konzerte, Lesungen und Ausstellungen, die neben den bekannten Veranstaltungsorten häufig auch privaten Häusern und Gärten der Künstler stattfanden. Die Künstlerin Monika Clever öffnete bereits zum zwölften Mal ihren Garten in der Konrad-Adenauer-Straße 47 während der Wachtberger Kulturwochen. „Zahlen.bitte – abgezählt und unbezahlbar“ waren Titel und Thema ihrer diesjährigen Ausstellung. Auch Werke von Gitta Briegleb und Werner Luhmer waren zu sehen.

Für die studierte Mathematikerin Clever ist die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Zahlen immer Teil ihrer Arbeiten gewesen. „Jetzt war es Zeit, dem Thema eine ganze Ausstellung zu widmen“, sagte sie. Neben Zahlen, die jeder kenne, wie 0815, 911 oder 4711 konnten die Besucher witzige Dialoge wie „Du bekommst ein Drittel“ „Nee, ich will mindestens ein Viertel“ lesen, Rätsel lösen, Schubladen mit Zahlen rund um Wachtberg aufziehen und sensible Daten wie Gewicht oder Grundstücksgrößen entdecken. „Viele blockieren grundsätzlich bei Zahlen“, stellte Clever fest. „Für mich ist Kunst Kommunikation“, sagte Clever. Deshalb gebe es viele bewegliche Installationen in ihrem Bildergarten: Schäfchen zählen, Bronzeskulpturen umbauen, Sparschweine verschieben. „Es gibt doch einige, die aufatmen, wenn sie meine Bronzearbeiten sehen“, so Clever. Sie könne ja doch auch Kunst, so glaubt sie, würden die Besucher dann denken. Für die Künstlerin ist das Ziel, Menschen zu erreichen, nicht einen Wertgegenstand zu schaffen. „Kunst will man haben, aber nicht dafür zahlen“, stellte Clever klar. Sie selbst könne nicht von ihrer Kunst leben. „Auch der Bildergarten ist ganz klar Liebhaberei und ein Zuschussgeschäft“, sagte die Künstlerin. Für die nächsten Kulturwochen habe sie bereits das Thema „Das geschriebene Wort“ im Blick oder auch das Thema „Wasser“.

Auch Hildegard Rosenberg lud wieder in ihren Garten ein. „Bis auf wenige Künstler sind wir immer eine feste Gruppe, die ihre Werke ausstellt“, sagte die Künstlerin. Das Besondere an den Kulturwochen sei der Austausch mit den Gästen. „Etwa 300 Gäste sind am Wochenende gekommen“, so Rosenberg. Zum Abschluss der Kulturwochen wurden ausgewählte Werke der Künstler verlost. Enno Frandsen wählte dafür eines seiner wenigen Wachtberger Motive aus. „Eigentlich interessieren mich mehr Großstädte wie Paris oder Venedig“, erklärte der Maler und Zeichner. Seine Inspirationen hält er im Urlaub auf Fotos fest oder setzt auch mal ein Bild aus einem Reiseführer mit Kreide, Beistift oder Aquarellfarben um.