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Wachtberger Originale: Immer im Swing geblieben

Wachtberger Originale : Immer im Swing geblieben

Christoph Müllers Herz schlägt für den Big-Band-Sound. Der 50-jährige Lehrer am Amos-Comenius-Gymnasium (ACG) und studierte klassischer Trompeter spielt seit seinem zehnten Lebensjahr Klavier und nimmt aktuell am C-Kurs für Organisten der Evangelischen Landeskirche teil.

„Eigentlich müsste ich jetzt in der Johanneskirche Orgel üben“, gesteht Christoph Müller augenzwinkernd zu Beginn des Interviews, das wir in einer Freistunde des Lehrers am Amos-Comenius-Gymnasium (ACG) führen. Der studierte klassische Trompeter spielt seit seinem zehnten Lebensjahr Klavier und nimmt aktuell am C-Kurs für Organisten der Evangelischen Landeskirche teil. „Damit trete ich in die Fußstapfen meines Großvaters“, erzählt Müller, dessen musikalische Wurzeln in Wachtberg liegen: Sein Großvater war Organist und Küster in der Kirchengemeinde St. Simon und Judas. „Ich bin als Kind im Villiper Rosenmontagszug mit meiner Trompete mitgelaufen“, erzählt der 50-Jährige. „Und ich habe später mit der Honnefer Big Band häufig beim Zug mitgewirkt.“

Müller lebt mit Frau und drei Kindern seit 25 Jahren in Villip. In dieser Familie sind alle musikalisch: Ehefrau Christiane Koban-Müller, ebenfalls Lehrerin am ACG, leitet das dortige Orchester sowie den Unterstufenchor und spielt Querflöte, der Sohn Trompete und die beiden Töchter Fagott und Blockflöte sowie Geige und Bratsche. Müller selbst, der auch Dozent an der musikpädagogischen Fakultät der Kölner Uni ist, leitete zeitweise vier Big Bands: Almost Famous am ACG, Night Train in Bad Honnef, B 4 an der Bonner Musikschule und Blue Moods in Wachtberg. Nicht zu vergessen die Leitung des ACG-Bläserensembles. „Das war dann doch zu viel“, gesteht der Swingenthusiast, der aus diesem Grund die Leitung der Blue Moods Big Band Ende letzten Jahres abgab. „Aber wir haben noch engen Kontakt.“

Müller gibt einigen Ensemblemitgliedern der Honnefer Band Instrumentalunterricht, ebenso wie Trompetern des Wachtberger Jugendorchesters. „Ich versuche oft, meine Schüler aus dem Wachtberger Raum dort unterzubringen“, berichtet der Musiklehrer, dessen Schüler häufig bei Jugendkonzerten in Wachtberg als Solo-Trompeter oder im Duett mit ihm auftreten. Kuriosität am Rande: Einer von ihnen wohnt in Berkum in der ehemaligen Wohnung, genauer gesagt im früheren Zimmer des renommierten Trompeters Till Brönner. „Na, wenn das mal kein gutes Omen ist“, scherzt Müller.

Der Swing liegt dem Villiper Trompeter im Blut. Während seiner Schulzeit am Collegium Josephinum Bonn half Christoph Müller immer wieder in verschiedenen Big Bands aus und gründete mit Freunden die United Jazz Company (UJC). „Die Big Band existiert heute noch an der Schule“, fügt Müller stolz hinzu. Durch seinen damaligen Trompetenlehrer Artur Ullmann, einst Solo-Trompeter im Beethoven-Orchester, nahm Müller regelmäßig an musikalischen Prozessionen in Wachtberg-Pech teil. „Das war schon beeindruckend“, erinnert sich Müller, „wenn an Christi Himmelfahrt die Pferde gesegnet wurden.“

Später führte Christoph Müller als Mitglied im Wachtberger Heimatverein viele Jahre lang mit eigenem Ensemble die Tradition des offenen Singens in der Burg Gudenau fort. In der Broicher Mühle in Villip umrahmte er zudem musikalisch mit der Honnefer Big Band das Mühlenfest an Pfingsten und veranstaltete dort in der Adventszeit, begleitet von seinen Privatschülern, ein offenes Weihnachtslieder-Singen. „Die Big Band ist ein großer Teil meines musikalischen Lebens“, stellt Müller fest, „und ich habe in Wachtberg und Umgebung meine musikalische Heimat gefunden.“