Wachtberg-Niederbachem: Illegale Kegelbahn im „Problem-Hochhaus“ entdeckt

Wachtberg-Niederbachem : Illegale Kegelbahn im „Problem-Hochhaus“ entdeckt

Einen Eigentümer im „Problem-Hochhaus“ in Wachtberg erwartet ein Ordnungsverfahren, weil er illegalen Wohnraum geschaffen haben soll. Auch eine nicht genehmigte Kegelbahn im Keller musste zurückgebaut werden.

Das Bauaufsichtsamt des Rhein-Sieg-Kreises macht weiter Ernst wegen der baulichen Mängel im Problem-Hochhaus in Niederbachem. Wie berichtet, waren die Mängel im Zuge einer Brandverhütungsschau festgestellt worden. Neben Missständen wie einer maroden Elektrik und einem vermüllten Keller waren dem Bauaufsichtsamt und der Wachtberger Feuerwehr Ungereimtheiten bei der Nutzung der Gewerbefläche im Erdgeschoss aufgefallen: „Die Nutzung ist dort nicht so erfolgt, wie sie bei uns genehmigt worden war“, erklärte Kreissprecherin Rita Lorenz auf Anfrage.

Allerdings will Lorenz nicht weiter kommentieren, ob sich der Verdacht erhärtet hat, dass der Eigentümer der Gewerbefläche illegalerweise Wohnraum im Erdgeschoss geschaffen hat. Grundlage für den Verdacht ist ein Schreiben des Immobilienverwalters vom 2. Dezember an die rund 20 Wohnungseigentümer. In dem Schreiben, das dem GA vorliegt, erhebt der Verwalter den Vorwurf, dass der Eigentümer die Gewerbeflächen „nachträglich“ als Wohnraum umgebaut und vermietet haben soll. Aus dem Schreiben geht allerdings nicht hervor, wie viele Wohnungen der Eigentümer auf der Gewerbefläche im Erdgeschoss geschaffen hat. Der Verwalter will sich weiterhin nicht äußern.

Die Schäden am Gebäude haben zugenommen

Verfügt die Wachtberger Gemeinde, in deren Zuständigkeit der Einwohnermeldebereich fällt, über Zahlen bezüglich der Bewohner? „Aktuell sind in dem Objekt rund 100 Personen gemeldet“, erklärt Gemeindesprecherin Margrit Märtens: „Die Anmeldungen lassen jedoch keine näheren Rückschlüsse über die Lage der jeweils belegten Wohneinheiten zu.“ Auch lasse sich daraus nicht erkennen, ob sich darunter Wohneinheiten befinden, die gar nicht genehmigt worden seien.

 Fest steht allerdings aus Sicht des Verwalters, dass durch den unsachgemäßen Umbau auch Schäden an dem Gebäude entstanden sind. „Die Feuchtigkeit im Bereich dieser Wohnung ist stark erhöht“, heißt es dazu in dem besagten Brief vom 2. Dezember. Ein Rückbau müsse daher sofort vorgenommen werden.

Deshalb hat der Kreis auch gehandelt, bekräftigt Sprecherin Rita Lorenz: „Im Zuge der letzten Begehungen anlässlich der Brandverhütungsschau ist ein Ordnungsverfahren gegen den Eigentümer der Gewerbefläche eingeleitet worden.“ Der habe nun die Aufforderung zu einer Anhörung bekommen. Über den weiteren Stand des Verfahrens konnte Lorenz mit Hinweis auf den Datenschutz nichts sagen. Wohl aber, dass man im Nachgang zu den Erkenntnissen der Brandverhütungsschau in dem Hochhaus bereits an anderer Stelle gehandelt habe: „Eine Kegelbahn im Keller des Hochhauses, die nicht genehmigt war, musste zurückgebaut werden“, sagte Lorenz

 Auch weitere Maßnahmen zur Sicherstellung des Brandschutzes, für den der Kreis zuständig ist, sind nach Aussage von Lorenz bereits umgesetzt: „So ist der Keller mittlerweile komplett entrümpelt.“ Damit sei dann auch die Notwendigkeit für eine permanente Brandsicherheitswache entfallen. Die hatte der Kreis Anfang Dezember wegen teils gravierender Defizite mit sofortiger Wirkung angeordnet. Was der Kreis aber jetzt noch durchsetzen müsse, sei die Erneuerung der maroden Elektroanlage.