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Hallenbad in Berkum soll saniert werden

Hallenbadsanierung in Berkum : Ausschuss empfiehlt Modernisierung des Hallenbads

Die Sanierung des Berkumer Hallenbades muss aus dem Gemeindesäckel finanziert werden. Angesichts von 2,5 Millionen Euro Kosten könnte sich das Wachtberger Projekt jedoch über mehrere Haushaltsjahre ziehen.

Was kann, was muss das Berkumer Hallenbad haben, um zukunftsfähig zu sein? Um diese Frage drehte es sich im Hauptausschuss der Gemeinde. Wie berichtet, hatten Rat und Verwaltung schon 2018 ein 2,5 Millionen Euro teures Sanierungspaket geschnürt. Damals mit Aussicht auf Fördermittel des Bundes. Nachdem diese nicht bewilligt wurden, müsste nun das Gemeindesäckel herhalten.

Dass an vielen Stellen Handlungsbedarf besteht, machte der beauftragte Planer des Troisdorfer Architekturbüros Haas klar. „Die Fliesen in den Becken halten sich nur noch gegenseitig, die ganze Technik ist schlecht“, sagte Michael Scholz. Zudem tropfe es aus den Duschräumen ins Untergeschoss. Die nur noch im Notbetrieb laufende Filteranlage sei bereits während der Pandemie ausgetauscht worden. Der Architekt, der schon die Turnhalle in Pech saniert hat, erklärte sein Vorgehen: „Was könnte man direkt mit erledigen, wenn man das Bad sowieso schließen muss?“

Vorschläge hatte er natürlich parat, wie zum Beispiel einen eigenen Eingang für die Gastronomie. „Wir haben eine unaufgeräumte Situation am Eingang, mit Badegästen, Restaurantbesuchern und Anlieferverkehr“, meinte Scholz. Das Außengelände habe „Schrebergartencharakter“. Die Küche sei laut Pächter viel zu klein. Entscheidender aber noch: Der Tüv bescheinigte der 44 Jahre alten Lüftungsanlage des Betriebs „gravierende Mängel“.

Das Bad selbst hält der Planer für nicht wirklich attraktiv für Familien. „Das vorhandene Kinderbecken mit einem Durchmesser von drei Metern ist unterdimensioniert“, so Scholz, der auch Wasserattraktionen für Kinder, Liegeplätze für die beaufsichtigenden Eltern sowie abgetrennte Ruhezonen vermisst. „Wir würden gerne durch einen kleinen Anbau den Eltern-Kind-Bereich verdoppeln“, sagte der Architekt, der betonte: „Wir haben trotzdem nicht vor, ein Spaßbad daraus zu machen.“ Zumal dann auch Geräteräume, eigene Duschen fürs Personal und eine Behinderten-Toilette möglich seien. Der Betreiber, die Enewa, spricht in einem Bericht von einer häufigen „Überfüllung“ des Bereichs mit mehr als 20 Personen.

FDP plädiert für einzelne Schritte

2,5 Millionen Euro seien ein dicker Batzen für die Gemeinde, die nicht auf Rosen gebettet sei, meinte Joachim Mittweg (UWG). „Dennoch wollen wir das haben“, so Mittweg, der vorschlug, die Maßnahmen auf unterschiedliche Haushaltsjahre aufzusplitten. Auch Jürgen Meinberg (FDP) hielt es für gut, erst die Reparaturen, dann die Erweiterung und in einem letzten Schritt Sanierung und Neugestaltung des Gastro- und Außenbereichs durchzuführen. Oliver Henkel (Grüne) fragte sich, ob es sinnvoll sei, über ein Gesamtpaket abzustimmen, wo man nicht wisse, wie man die nötigen Dinge finanzieren soll. „Die oberste Konzentration sollte sein, das Schwimmangebot zu erhalten, nicht Ruheräume zu schaffen“, meinte Henkel. Dieser Sicht schloss sich Christian Feddern (Unser Wachtberg) an.

Hans Otto Schacknies (SPD) hielt die Planung für sehr gelungen, war aber gegen eine „Flickschusterei“: „Wir sollten alles in einem Aufwasch erledigen, ich denke, sonst gibt es Mehrkosten.“ Hin- und hergerissen zwischen fehlenden Haushaltsmitteln auf der einen und einem möglichen Provisorium über mehrere Jahre auf der anderen Seite war Jörg Schmidt (CDU). Genau wie Schacknies war er aber letztlich der Meinung, dass dieser Ausschuss nur die Planung, nicht aber die Finanzierung zu stemmen habe. Mit neun zu fünf Stimmen empfahlen die Politiker dem Hauptausschuss die Umsetzung. Feddern wollte von Scholz noch wissen, wie lange man nach der Sanierung „Ruhe“ habe. Dessen Antwort: „Wahrscheinlich wieder 40 Jahre.“